27.11.2020
Männer

Sieger im Nordspektakel

Wölfe zwingen Werder Bremen in einem verrückten Flutlichtspiel mit 5:3 in die Knie.

Der VfL Wolfsburg hat einen Lauf! Im Heimspiel des neunten Spieltags schlug die Elf von Cheftrainer Oliver Glasner am Freitagabend Werder Bremen mit 5:3 (3:2) und fuhr damit den dritten Dreier in Folge ein. Zweimal Wout Weghorst (37./76.) sowie Ridle Baku (22.), John Anthony Brooks (25.) und Bartosz Bialek (90.+5) markierten in einem aufsehenerregenden Abendspiel in der Volkswagen Arena die grün-weißen Treffer. In der Tabelle verbesserten sich die somit im Kerngeschäft weiter ungeschlagenen Wölfe durch ihren 300. Bundesligasieg für den Moment auf Rang fünf. Beziehen sie auch am kommenden Samstag, 5. Dezember (Anstoß um 15.30 Uhr), im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln keine Niederlage, bedeutet das einen neuen VfL-Bundesliga-Startrekord.

Schalke-Bezwinger starten

Für Marin Pongracic, Daniel Ginczek, William und auch Kapitän Josuha Guilavogui kam das Spiel noch zu früh. Aus der Truppe, die zuletzt auf Schalke den ersten Auswärtssieg eingetütet hatte, waren dafür alle Mann an Bord. Und so sah Glasner auch keine Veranlassung, seine Anfangself zu verändern. Anders Florian Kohfeldt: Gegenüber dem viel beachteten 1:1 der Bremer beim FC Bayern bot der Werder-Chefcoach mit Manuel Mbom und Yuya Osako zwei neue Startspieler auf.

Wilder Ritt vor der Pause

Beide Mannschaften hatten mit ihren langen Serien im Rücken allen Anlass, selbstbewusst in den Ring zu steigen. Nachdem sich offensiv zunächst nur der VfL gezeigt hatte, landeten den ersten Wirkungstreffer aber die Bremer: Einen Maxence Lacroix an der Eckfahne abgeluchsten Ball legte Osako in den Lauf von Bittencourt, der aus fünf Metern einschoss (13.). Kaltblütig vor dem Tor erwiesen sich aber direkt auch die Wölfe. Weghorst zielte im ersten Versuch noch vorbei (14.), doch dann trat Baku auf den Plan, tankte sich aus der Mitte vors Tor und netzte mit einem herrlichen Flachschuss zum Ausgleich ein (22.). Der VfL griff gleich wieder an. Nach einem Freistoß tanzte Josip Brekalo mehrere Bremer schwindlig und flankte auf Brooks. Der stieg mehrere Köpfe höher als Ludwig Augustinsson und drückte den Ball ins Tor – Spiel gedreht (25.). Das im Vorfeld vielfach im Flachs herbeigeredete 1:1 schied als Endstand nun schon mal aus. Statt dessen entwickelte sich das Nordduell immer mehr zu einem Spektakel. Nach einer Ecke köpfte der gerade eingewechselte Möhwald das in dieser Phase überraschende 2:2 (35.). Erneut aber reagierten die Wölfe beachtlich, denn fast im Gegenzug nahm der emsige Brekalo nach einem langen Ball Admir Mehmedi mit, der wiederum für Weghorst auflegte. Und mit eisernem Willen grätschte der Niederländer die Kugel zum 3:2 über die Linie (37.). Was für eine Halbzeit!

Wout Weghorst freut sich nach seinem Treffer.

Acht gerecht verteilte Treffer

Was direkt nach Wiederbeginn geschah, hatten die Grün-Weißen angesichts ihrer starken Moral des ersten Durchgangs eigentlich nicht verdient: Auf dem ihm versperrten Weg zum Tor schoss Rashica Brooks an, von dessen Bein der Ball über den Innenposten ins Netz fiel. Per Eigentor stellte Werder auf 3:3 (47.). Abermals also nahm der VfL Anlauf. Brekalo (55.) und gleich nach ihm Maximilian Arnold (56.) feuerten die nächsten Bälle aufs Tor. Auf der Gegenseite probierten es Rashica (59.) und Bittencourt (64.), dessen Versuch Koen Casteels mit einer wachen Parade entschärfte. Es war eine Phase, in der die Hanseaten dem entscheidenden Schlag genauso nah wirkten wie der VfL. Doch der noch größere Löwenmut setzte sich durch: Nach einer herrlichen Flanke Jerome Roussillons schraubte sich Weghorst am langen Pfosten hoch und köpfte gegen die Laufrichtung ein (76.). Eine dramatische Schlussviertelstunde war die Folge, in der am Ende zehn Bremer alles auf eine Karte setzten. Als der eingewechselte Bialek mit seinem Bundesliga-Premierentreffer aber den Deckel draufmachte (90.+5), war am Ende eines denkwürdigen Abends ein verdienter Sieger gefunden.

VfL Wolfsburg: Casteels – Baku, Lacroix, Brooks, Roussillon (81. Otavio) – Schlager, Arnold – Steffen (64. Philipp), Mehmedi (81. Bialek), Brekalo (90. Victor) – Weghorst

Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Groß (84. Woltemade), Toprak, Friedl, Augustinsson – Eggestein, Mbom (32. Möhwald) – Bittencourt (71. Agu), Rashica (71. Chong) – Osako (84. Selke)

Tore: 0:1 Bittencourt (13.), 1:1 Baku (22.), 2:1 Brooks (25.), 2:2 Möhwald (35.), 3:2 Weghorst (37.), 3:3 Brooks (47., Eigentor), 4:3 Weghorst (76.), 5:3 Bialek (90.+5) 

Gelbe Karten: Lacroix, Arnold / Mbom

Gelb-Rote Karte: Möhwald (80.)

Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries)

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