Vielfaltsspieltag

Seit dem ersten Erscheinen des Regenbogens beim VfL Wolfsburg im März 2017 hat sich viel getan. So fand am Freitag, 22. April 2022, bereits im fünften Jahr in Folge unser Vielfaltsspieltag statt: Beim Heimspiel der Männer gegen den 1. FSV Mainz 05 kam unser Vielfaltstrikot zum Einsatz – ein Symbol für die vielfältigen Aktivitäten des VfL in der Gesellschaft.

Die Regenbogen-Kapitänsbinde, die bereits seit 2018 mit Stolz von allen VfL-Kapitäninnen und -Kapitänen getragen wird, spielte beim Vielfaltsspieltag 2022 eine ganz besondere Rolle. Unter dem Motto „Wir für Vielfalt“ ist sie das verbindende Element zwischen unseren Spielerinnen, Spielern und vielfältigen Fans aus dem Umfeld des VfL. Fußball lebt von Fans. Ohne Fans wäre der Fußball nicht das, was er ist. Und was am allerwichtigsten ist: Bei uns ist jede und jeder willkommen!

Die Protagonisten unserer Vielfaltskampagne

Friedrun

Bevor sie ins AWO Wohn- und Pflegeheim in der Wolfsburger Goethestraße zog, hatte Friedrun nur wenige Berührungspunkte mit dem Fußball. Ihre Mitbewohner aus dem offiziellen Fanclub AWO Goethe Wölfe haben sie  jedoch mit ihrer Fußballbegeisterung angesteckt und inzwischen besucht Friedrun regelmäßig die Heimspiele der Wölfinnen und Wölfe im AOK Stadion und in der Volkswagen Arena. Das gemeinsame Shooting mit Almuth Schult wird ihr sicherlich in Erinnerung bleiben: „Es war toll, Almuth einmal persönlich kennenzulernen. Sie war sehr interessiert an meiner Situation und wir haben uns lange unterhalten.“

Heiko

Der 44 Jahre alte Heiko ist seit Geburt hochgradig schwerhörig und kommuniziert größtenteils über Lautsprache und Gebärden. In seiner Begeisterung für den Fußball hat ihn dieses physische Handicap aber nie eingeschränkt. Bereits seit 30 Jahren ist er treuer Begleiter der Wölfe und fiebert bei nahezu jedem Heimspiel live in der Volkswagen Arena mit der Mannschaft mit. Einen der Spieler hautnah zu treffen, war für ihn ein ganz besonderes Erlebnis: „Vor dem Shooting mit Maxence war ich schon etwas nervös. Aber er ist ein wirklich netter Typ. Ich habe ihm ein paar Begriffe in Gebärdensprache beigebracht: Das X, dass er immer macht, steht übrigens wirklich für seinen Namen!“ (Das Kreuz: la croix).

Sascha

Sascha war bereits als Kind treuer Fan der Wölfe und hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Nachdem er bereits in der Jugend beim VfL als Aushilfe tätig war, ist er seit über zehn Jahren fest angestellt und verantwortet das Ticketing des Frauen-Teams. Der heute 36-Jährige kann sich noch gut daran erinnern, wie es war, als Jugendlicher seine Sexualität zu entdecken und irgendwann festzustellen, dass er sich zu Männern mehr hingezogen fühlte als zu Frauen. Eine Erkenntnis, die manch jungen Menschen vielleicht erschrecken mag. Sascha ging damit zwar recht offen um, sich offiziell zu outen, kostete aber dann doch etwas Überwindung: „Ich habe damals zum Glück überhaupt keine negativen Reaktionen erlebt – weder in der Familie noch im Freundeskreis, wofür ich sehr dankbar bin. Und auch jetzt beim VfL fühle ich mich absolut wohl. Es erfüllt mich mit Stolz zu sehen, wie Vielfalt beim VfL gelebt und vor allem auch vorgelebt wird. Unsere Message an alle lautet: Du bist super – und zwar genau so, wie du bist“

Eyal

Eyal ist ein italienischer Theaterregisseur an der Neuen Schule Wolfsburg, der sich im Rahmen seiner Arbeit viel mit jüdischer Geschichte und jüdischem Leben in Deutschland beschäftigt. Durch seine Tätigkeit kam er immer wieder mit dem VfL in Kontakt und ist mit seiner Geschichte und seinem Wissen heute einer der wichtigsten Protagonisten unserer Vielfaltskampagne: „Der Vielfaltsspieltag des VfL Wolfsburg ist deshalb wichtig, weil der Sport eine führende Rolle bei der Vermittlung solcher Botschaften spielen sollte. Sport ist heute vielleicht die größte soziale Plattform, die Menschen zusammenbringt. Und zusammen mit dem VfL Wolfsburg bauen wir Vorurteile ab.“

Timmy

Timmy ist regelmäßiger Besucher des „Carpe Diem“, einer Anlaufstelle für Obdachlose und sozial Benachteiligte aus der Region. Das Zusammentreffen mit Max Kruse war für den glühenden VfL-Fan ein absolutes Highlight: „Es war toll, Max persönlich kennenzulernen. Ich habe jetzt einen ganz neuen Blick auf ihn: ein netter Typ.“ Und obendrein auch noch ehemaliger Schiedsrichter – genau wie Timmy.

Taban

Taban kam mit ihrer Familie nach Deutschland, als sie drei Jahre alt war. Ihre Wurzeln hat die Kurdin im Nordirak. Die Fußballbegeisterung ihrer Familie hat die Mutter von zwei Söhnen schnell in den Bann gezogen und mittlerweile hat sie nicht nur ein grün-weißes Herz, sondern mit dem VfL auch einen ebensolchen Arbeitgeber, bei dem ihr südländisches Temperament sehr geschätzt wird. Die Vielfalt eines Klubs wird am Ende des Tages auch dadurch widergespiegelt, wie er sich nach außen präsentiert. „Vielfalt ist ein enorm wichtiges Thema, mit dem so gut wie jeder von uns bereits konfrontiert war. Das Shooting mit Max Arnold hat mir sehr viel Spaß gemacht. Er ist nicht nur ein super Fußballer, sondern auch ein toller Mensch.“

Tobi

Tobi ist 19 Jahre alt und besucht die Peter-Pan-Schule in Wolfsburg. Schon seit Kindheitstagen ist er absoluter VfL-Fan und erschien beim Shooting deswegen von Kopf bis Fuß im Wölfe-Style. Was für ein Statement! Seine Aufregung war groß, aber „die offene Art von Ridle Baku hat mich beruhigt und das Zusammentreffen mit meinen großen Idolen war ein absolut unvergessliches Erlebnis“ so der begeisterte Tobi. Vor Ort ließ er sich die Gelegenheit nicht nehmen, möglichst viele Autogramme seiner Stars zu sammeln. „Besonders gut gefallen hat mir die Begegnung mit meinem Lieblingsspieler Max Kruse. Diesen Tag werde ich nie vergessen!“

Vielfalt für zu Hause



Besondere Aktionen

Beim Vielfaltsspieltag machte der VfL Vielfalt erlebbar. Vor der Volkswagen Arena rollte der Ball bereits um 18 Uhr. Die VfL-Fußballschule lud zu einem bunten Turnier, an dem das VfL-Traditionsteam, das Walking-Football Team, der VfL-Breitensport, die Flüchtlingsmannschaft vom TuS Ehra Lessien, die Mädchen des TSV Heiligendorf, die Frauen des SV 06 Lehrte, die Lebenshilfe Wolfsburg und das Inklusionsteam der JSG Gifhorn Nord teilnahmen.

Für den, der sich an der Konsole wohler fühlt als auf dem grünen Rasen, hatte auch die E-Sport-Abteilung ein buntes Programm vorbereitet. Am Wochenende ging es neben FIFA auch um wichtige Themen wie Hass im Netz und Cybermobbing, denn Intoleranz und Diskriminierung kennen leider besonders im World Wide Web keine Grenzen.

Wir als VfL Wolfsburg setzen uns das ganze Jahr über für Vielfalt und gegen Diskriminierung ein und möchten den Vielfaltsspieltag exemplarisch nutzen, um unsere umfangreichen CSR-Aktivitäten mit diesem öffentlichen Statement weiter zu unterstreichen.
Michael Meeske