23.03.2021
Frauen

Selbstbewusst ins Top-Duell

Optimistische VfL-Frauen vor dem UWCL-Viertelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea.

In Budapest beginnen für die Frauen des VfL Wolfsburg die entscheidenden Wochen der Saison: In der ungarischen Hauptstadt treffen die Wölfinnen am morgigen Mittwoch, 24. März (Anstoß um 17 Uhr/live auf SPORT1 und Wölfe TV), im Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Women’s Champions League auf den englischen Meister FC Chelsea. Auf dem Papier ist die Partie im Szusza Ferenc Stadion, Heimat des FC Ujpest, ein Auswärtsspiel für die Wölfinnen, das Rückspiel an gleicher Stätte am Mittwoch, 31. März (Anstoß um 14 Uhr/live auf SPORT1 und Wölfe TV), gilt dann als Heimspiel. Mehr als nur eine Formalie, schließlich wird die jeweilige Auswärtsmannschaft mit Blick auf die Europapokal-Arithmetik bevorteilt. 

International besetzt

Dreimal in Folge begegneten sich der FC Chelsea und der VfL Wolfsburg zwischen 2015 und 2018 in der internationalen Königsklasse – jeweils mit dem besseren Ende für die Grün-Weißen. Im Hinblick auf die bevorstehende Neuauflage hat dieser Rückblick keine Relevanz. Zuviel hat sich seitdem geändert, besonders beim FC Chelsea. Konstante bei den „Blues“ ist Trainerin Emma Hayes, die 2012 sportlich verantwortlich ist. Zu Beginn noch im Schatten vom Londoner Stadtrivalen Arsenal und Liverpool, haben sich die Chelsea-Frauen mittlerweile nicht nur zu einer der besten Adressen in England, sondern in Europa entwickelt. Der international besetzte Kader liest sich fast wie eine kleine Weltauswahl: Südkoreas Top-Star Ji So-yun, Australiens Aushängeschild Sam Kerr, Kanadas Nationalspielerin Jessie Fleming schnüren die Schuhe für Chelsea, ebenso die Deutschen Melanie Leupolz und Ann-Katrin Berger sowie Europas aktuelle Fußballerin des Jahres und Ex-Wölfin Pernille Harder. Um nur einige zu nennen.

Chelsea mit nur zwei Ausfällen

Den ersten Titel der Saison 2020/2021 hat der FC Chelsea übrigens schon eingefahren: Vor neun Tagen gab es einen 6:0-Erfolg im Ligapokal-Finale gegen Bristol City. In der englischen „FA Women’s Super League“ liefert sich das Team gerade ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Manchester City. So wie in der vergangenen Saison, als die Liga aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen wurde. City lag zu diesem Zeitpunkt zwar vorne, doch der vom Verband ermittelte Quotient war ausschlaggebend für Chelseas dritten Meistertitel. Und das nach einem bitteren dritten Platz in der Saison zuvor, der dafür sorgte, dass das Team nicht international spielen konnte. Trainerin Hayes kann bei der vierten UWCL-Viertelfinal-Teilnahme in der Klubgeschichte nahezu aus dem Vollen schöpfen: Dass die Norwegerin Maren Mjelde, frühere Potsdamerin, aufgrund einer Knieverletzung bis zum Saisonende ausfallen wird, steht schon seit längerem fest. Einzig Bethany England, die im Achtelfinal-Rückspiel gegen Atletico Madrid eine Gehirnerschütterung erlitt, steht zudem noch auf der kurzen Ausfallliste.

„Ein Auswärtstor erzielen“

Zwei Wochen nach dem 2:0-Erfolg im UWCL-Achtelfinal-Rückspiel gegen LSK Kvinner landete der VfL-Tross am heutigen Dienstagvormittag also erneut in Ungarn – diesmal allerdings nicht in Györ, sondern in Budapest, wo am späten Nachmittag das Abschlusstraining stattfand. Der Optimismus bei den Grün-Weißen, die Hürde Chelsea zu meistern, ist nach dem 7:0-Erfolg gegen den SV Werder Bremen im DFB-Pokal-Viertelfinale noch einmal spürbar gewachsen. „Wir wissen, dass Chelsea ein anderes Kaliber als Bremen ist“, betonte Kapitänin Alexandra Popp bereits nach dem Abpfiff am letzten Samstag. „Aber wir haben Selbstvertrauen getankt und werden uns nicht verstecken.“ Ähnlich äußerte sich auch VfL-Cheftrainer in einer Medienrunde vor dem Abschlusstraining. Der Coach der Wölfinnen gab Auskunft über…

…die Personalsituation: Wir haben 20 Feldspielerinnen und drei Torhüterinnen dabei. Nur Pauline Bremer, die ebenfalls noch verletzte Julia Kassen sowie die anderen beiden Youngsters Lotta Cordes und Lisanne Gräwe sind zu Hause geblieben.

…den Gegner: Für mich kommt Chelsea, wenn ich auf den Kader schaue, direkt hinter Olympique Lyon. Speziell vor der laufenden Saison haben sie noch einmal enorm an Qualität gewonnen, allein durch die Verpflichtung von Pernille Harder. Es werden sehr enge Spiele.

…den eigenen Matchplan: Chelsea hat seine Stärken in der Offensive, daher geht es für uns darum, so wenig wie möglich zuzulassen. Alles verhindern wird man nicht können. Und dann gilt es natürlich, ein Auswärtstor zu erzielen. Auch wenn ich Chelsea nicht mit Bremen vergleichen möchte, aber wir haben am Samstag ja gesehen, dass auch wir in der Lage sind, Chancen zu kreieren und Tore zu erzielen.

…Pernille Harder: Für mich ist Pernille die kompletteste Fußballerin – sie macht einfach jede Mannschaft stärker. Es wäre allerdings ein Fehler, sich allein auf Pernille zu konzentrieren. Wir kennen ihre Stärken, wir wissen aber auch, wo sie noch Entwicklungspotenzial besitzt. Fest steht, dass wir ihr möglichst keine Räume geben dürfen.

…den Austragungsort: Es fehlt einfach etwas, wenn man solche Spiele nicht in seiner gewohnten Umgebung austragen kann. Und ohne Zuschauer natürlich, wobei wir das ja schon kennen mittlerweile. Wenn ich daran denke, was wir in der Champions League schon alles erlebt haben, ist das einfach sehr schade. Wenn morgen vor dem Anpfiff aber die Hymne erklingt und wir uns mit einem Top-Teams Europas messen, ist es trotzdem etwas Besonderes. 

Livestream am Mittwoch ab 17 Uhr

Wölfe TV: Auf nach Budapest - VLOG


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