VfL Wolfsburg Spieler Aster Vranckx im Zweikampf.
17.12.2021
Männer

Keine Trendwende in München

Wölfe verlieren zum Abschluss der Hinrunde beim FC Bayern mit 0:4.

VfL Wolfsburg Spieler Aster Vranckx im Zweikampf.

Der VfL Wolfsburg unterlag zum Auftakt des 17. Spieltag dem Rekordmeister aus München mit 0:4 (0:1). Der Gastgeber dominierte die Partie von Beginn an und ging durch Thomas Müller bereits in der siebten Spielminute in Führung. Die Niedersachsen wurden über zwei, drei Konter gefährlich – kamen aber an Bayerns Keeper Manuel Neuer nicht vorbei. Nach der Pause überwand der Herbstmeister die tiefstehende VfL-Abwehr und erhöhte durch Dayot Upamecano (57.) und Leroy Sane (59.). Robert Lewandowski stellte mit seinem Treffer zum 4:0 den Endstand her (87.). Die Grün-Weißen verabschieden sich in eine kurze Winterpause und nehmen am 29. Dezember wieder das Training auf.

Personal

Nach der unglücklichen 2:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln gab es in der Startformation vier Veränderungen. Von Beginn an liefen John Anthony Brooks, Yannick Gerhardt, Renato Steffen sowie Luca Waldschmidt auf. Jerome Roussillon fehlte aufgrund seiner Gelbsperre, Dodi Lukebakio aus privaten Gründen und Lukas Nmecha verletzt (Knöchel). Felix Nmecha nahm vorerst auf der Bank Platz ab. Bei den Hausherren wechselte Coach Julian Nagelsmann nach dem 5:0-Erfolg beim VfB Stuttgart zweimal. Upamecano und Sane standen für Kingsley Coman und Niklas Süle in der ersten Elf.

Spielverlauf

Die Wölfe starteten defensiv mit einer Fünferkette und verteidigten tief in der eigenen Hälfte. Der Gastgeber agierte dominant und als die Wolfsburger im Strafraum den Ball nicht weit genug klären konnten, ließ VfL-Keeper Koen Casteels einen Fernschuss abprallen –Thomas Müller, der für die Bayern sein 400. Bundesligaspiel bestritt, stand frei und erzielte die 1:0-Führung (7.). Die Gäste hatten postwendend die Chance zum Ausgleich. Wout Weghorst hatte sich auf der rechten Seite gegen Alphonso Davies durchgesetzt, scheiterte dann aber am stark reagierenden Neuer (8.). Der Herbstmeister war weiterhin Chef auf dem Platz, hatte über 70 Prozent Ballbesitz und versuchte sich, durch die Abwehrreihen des VfL, der sich sehr weit zurückgezogen hatte, zu kombinieren. Im Spielaufbau gelang den Grün-Weißen zu wenig. Schnelle Ballverluste sorgten dafür, dass kaum nennenswerte Torchancen herausgespielt werden konnten. Lediglich Weghorst hatte erneut eine gute Möglichkeit, den Ball im Gehäuse der Bayern unterzubringen. Eine scharfe Hereingabe von Yannick Gerhardt konnte der Niederländer nicht unter Kontrolle bringen und setzte die Pille neben das Tor (33.). Nach der Pause kamen beide Mannschaften personell unverändert aus der Kabine. In der 55. Minute parierte Casteels einen Schuss von Jamal Musiala, einen Spielzug später war er jedoch chancenlos, als Upamecano nach Pass von Müller goldrichtig stand und zum 2:0 einköpfte (57.). Und die Bayern legten gleich nach: Aus 16 Metern versenkte Sane die Kugel unhaltbar im Netz und erhöhte auf 3:0 (59.). Auch Robert Lewandowski wollte sich noch in die Torschützenliste eintragen. Setzte den Ball aber über den VfL-Kasten und scheiterte danach am stark parierenden Casteels (66., 76.). Kurz vor dem Abpfiff traf der polnische Nationalspieler doch noch und markierte den Endstand zum 4:0 (87.)

Coen Kasteels im Tor des VfL Wolfsburg.

Tore

  • 1:0 Müller (7. Minute): Casteels kann einen Schuss von Gnabry aus 16 Metern nicht festhalten, lässt den Ball nach vorne direkt vor die Füße vor Müller prallen, der die Kugel anschließend aus sieben Metern über die Linie schiebt.

  • 2:0 Upamecano (57.): Gnabry und Sane leiten den Treffer mit einem Doppelpass ein. Sane spielt rechts an der Grundlinie in den Rückraum zu Müller. Der Nationalspieler nimmt den Ball an und hebt ihn an den Fünfmeterraum, wo Upamecano steht und ins linke Eck einköpft. Für den Innenverteidiger war es der erste Saisontreffer.

  • 3:0 Sane (59.): Wieder stehen Gnabry und Sane im Mittelpunkt. Der gebürtige Stuttgarter hat auf dem rechten Flügel Platz und leitet direkt auf Sane weiter. Dieser wird am Sechzehner nicht wirklich angegriffen und schlenzt das Leder mit dem linken Fuß sehenswert ins linke Eck.

  • 4:0 Lewandowski (87.): Upamecano passt auf Musiala, der sofort auf Lewandowski ablegt. Maxence Lacroix und Sebastiaan Bornauw können die Situation nicht abdecken und der Bayern-Goalgetter trifft artistisch aus kurzer Distanz. Für den Polen ist es sein 43. Bundesliga-Treffer in Kalenderjahr, damit ist er nun alleiniger Rekordhalter.

Trainerstimmen

Florian Kohfeldt: Ich bin schon enttäuscht heute, aber es war aus meiner Sicht kein desolater Auftritt von uns. Wir haben uns in der ersten Halbzeit dafür entschieden, tief zu verteidigen und trotzdem aktiv zu sein. Über weite Strecken haben wir es geschafft, die Bayern aus den ganz gefährlichen Räumen wegzuhalten. Dann bekommen wir ein Tor, was wir niemals kriegen dürfen. Nach einem abgefälschten Schuss sind wir beim zweiten Ball nicht da – das darf so nicht passieren. Dennoch haben wir zwei Groß-Chancen, von denen man eine machen muss, wenn man in München etwas holen will. In der zweiten Halbzeit dürfen wir beim 0:2 und beim 0:3 nicht die Zuordnung verlieren, denn somit war das Spiel dann durch. Es war kein katastrophaler Auftritt, aber auch kein guter.

Julian Nagelsmann: Unsere Bundesliga-Hinrunde und die heutige Partie sind sehr zufriedenstellend. Wir haben zuletzt viele Spiele gehabt und auch gegen den VfL muss man erstmal so viele Tore schießen. Wolfsburg stand sehr eng, tief sowie kompakt und hat dann auf Konter gesetzt. Bei zwei Umschaltsituationen in der ersten Halbzeit hatten wir ein bisschen Glück. Darüber hinaus hatten wir aber eine sehr gute Kontrolle. Nach der Pause haben wir noch besser gepresst, haben die Grundordnung verändert und hatte eine klare Zuteilung. Dadurch haben wir den Gegner nicht mehr wirklich herauskommen lassen und sehr schöne Tore geschossen, so dass wir verdient gewonnen haben.

Aufstellungen und Statistiken

FC Bayern München: Neuer – Pavard (85. Tillman), Upamecano, Hernandez (80. Kouassi), Davies (80. Richards) – Roca (75. Sabitzer), Musiala, Gnabry (80. Sarr), Müller, Sane – Lewandowski

Ersatz: Früchtl (Tor), Ulreich (Tor), Cuisance

VfL Wolfsburg: Casteels – Lacroix, Brooks, Bornauw – Baku, Vranckx (87. Mbabu), Arnold, Gerhardt, Steffen (57. F. Nmecha), Waldschmidt (72. Guilavogui) – Weghorst

Ersatz: Pervan (Tor), van de Ven, Bialek, Ginczek

Tore: 1:0 Müller (7.), 2:0 Upamecano (57.), 3:0 Sane (59.), 4:0 Lewandowski (87.)

Gelbe Karten:

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Zuschauer: Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung fand die Partie am Freitagabend in der Allianz Arena ohne Zuschauer statt

Matchcenter: Alle Infos zur Partie


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