Ein Zweikampf im Spiel des VfL Wolfsburg gegen den FC Köln.
14.12.2021
Männer

Später Tiefschlag durch Modeste

Die Wölfe verlieren hochspannenden Schlagabtausch gegen Köln mit 2:3 und verlängern Niederlagenserie.

Ein Zweikampf im Spiel des VfL Wolfsburg gegen den FC Köln.

Der VfL verliert trotz zweimaliger Führung gegen den 1. FC Köln mit 2:3 (1:1) und hat den Befreiungsschlag verpasst. Für die sechste Pflichtspielniederlage in Folge sorgte Geißbock-Stürmer Anthony Modeste mit dem späten Knockout (89.), der Franzose hatte bereits zuvor das 1:1 erzielt (34.). Einen weiteren Gästetreffer markierte Joker Mark Uth (73.). Die Kohfeldt-Elf war jeweils durch Lukas Nmecha (8.) und Wout Weghorst (51.) in Front gegangen. Zum Abschluss der englischen Woche und der Hinrunde reisen die Wölfe bereits am kommenden Freitagabend, 17. Dezember (Anstoß um 20.30 Uhr), zum bereits feststehenden Herbstmeister FC Bayern München.

Personal

Gleich vier Startelf-Wechsel nahm VfL-Chefcoach Florian Kohfeldt gegenüber dem enttäuschenden 0:2 gegen den VfB Stuttgart vor: So übernahmen Ridle Baku und Jerome Roussillon die defensiven Außenpositionen von Kevin Mbabu (Bank) und Paulo Otavio, der sich gegen die Schwaben eine schwerwiegende Knieverletzung zugezogen hatte. Offensiv sollten Dodi Lukebakio und Felix Nmecha (Startelfdebüt) Akzente setzen, der erkrankte Luca Waldschmidt und Renato Steffen (Bank) rotierten raus. Erfreulich: Nach langer Verletzungspause stand erstmals wieder Bartosz Bialek im Kader. Nach dem 0:2 gegen den FC Augsburg tauschte Effzeh-Cheftrainer Steffen Baumgart sein Personal auf zwei Positionen: Timo Hübers übernahm im Abwehrzentrum für Luca Kilian (Bank), zudem ersetzte Louis Schaub seinen Landsmann Dejan Ljubicic (muskuläre Probleme).

Spielverlauf

Nach fünf Pflichtspiel-Niederlagen in Folge musste es für die zuletzt formschwachen Wölfe darum gehen, gegen den Tabellennachbarn zurück in die Erfolgsspur zu finden. Und der VfL startete furios! Nachdem Felix Nmecha zunächst einen ersten gefährlichen Distanzversuch losgelassen hatte (2.), schlossen die Grün-Weißen gegen durchaus gefällig beginnende Domstädter einen perfekten Konter durch dessen Bruder und heutigen Geburtstagskind Lukas (22) zur frühen Führung ab (8.). Nachdem Felix Nmecha es verpasst hatte, zu erhöhen (12.), wurden die Domstädter gefährlicher. Goalgetter Modeste nutzte seine zweite Chance zum nicht unverdienten Ausgleich (34.). Dass die Wölfe in einer abwechslungsreichen Partie mit dem Remis in die Pause gingen, lag am Ende auch an Koen Casteels, der in der Nachspielzeit einen grandiosen Reflex auspacken musste, um einen Hübers-Kopfball aus kurzer Distanz zu entschärfen. Kurz nach Wiederanpfiff zeigte auch Marvin Schwäbe seine Torhüterklasse gegen Lukas Nmecha (48.), ehe er zum zweiten Mal geschlagen war – eine Blaupause des ersten Wölfe-Kontertreffers nutzte Weghorst zum 2:1 (51.). Doch erneut zeigten die Gäste beeindruckende Moral und kamen zurück. Zunächst verpasste Modeste seinen zweiten Treffer (56.), dann wurde Baumgarts Dreifachwechsel prompt mit dem erneuten Ausgleich durch Uth belohnt (73.). Doch damit nicht genug: In einer hochspannenden und turbulenten Schlussphase mit Aluminiumtreffern auf beiden Seiten versetzte Modeste den Grün-Weißen den finalen Knockout.

1:0 L. Nmecha (8.): Was für ein stark ausgespielter Konter, was für ein schönes Tor! Ausgehend von einem Ballgewinn im eigenen Strafraum geht es schnell und zielstrebig nach vorne. Die Überzahlsituation wird perfekt ausgespielt, den finalen punktgenauen Querpass von Ridle Baku verwandelt Lukas Nmecha zur Führung. Da beschenkt sich der VfL-Angreifer ganz nebenbei zu seinem 23. Geburtstag auch noch selbst. Herzlichen Glückwunsch!

1:1 Modeste (34.): Da ist tatsächlich der Ausgleich! Einmal nicht aufgepasst und Ondrej Duda nutzt das zu einem Solo links im Strafraum. Von der Grundlinie bedient er perfekt Florian Kainz, der zunächst das Kunststück fertigbringt, das Leder an die Querlatte des verwaisten Gehäuses zu schießen. Doch Modeste ist da, wo ein Stürmer sein muss, und drückt den Abpraller per Kopf über die Linie.

2:1 Weghorst (51.): Hat hier das Spiel nochmal begonnen? Die erneute Wölfe-Führung kurz nach Wiederanpfiff – und das Tor erinnert frappierend an das 1:0! Wieder ein blitzschneller Konter, dieses Mal ist es Lukebakio, der mustergültig serviert. Weghorst bedankt sich und schiebt ohne Mühe ein.

2:2 Uth (73.): Das gibt es nicht, der erneute Ausgleich! Und zwei des kurz zuvor eingewechselten Trios sind maßgeblich beteiligt. Irgendwie kriegt Grün-Weiß die Murmel nicht aus dem Strafraum und Kingsley Schindlers eigentlich missglückter Abschluss findet über Uths Brust den Weg in die Maschen.

2:3 Modeste (89.): Unfassbar, der Knockout! Die Geißböcke drehen die Partie und verlängern die Pleitenserie des VfL. Rechtsflanke von Schindler und Modeste steht in der Luft und lässt Casteels per Kopf keine Abwehrchance – der bereits zehnte Saisontreffer des Franzosen.

Trainerstimmen

Florian Kohfeldt: Es ist ein Stück weit unerklärlich. Wir kriegen drei Tore, die wir alle verhindern müssen - beginnend bei dem ersten, danach folgen zwei abgefälschte Bälle. Wir könnten es uns einfach machen und sagen, in solchen Phasen kriegst du solche Gegentore. Aber wir müssen sie einfach auch anders wegverteidigen. Aber wir müssen auch mehr Tore machen aus den Umschaltsituationen und Möglichkeiten, die wir haben. Vieles ist grundsätzlich sogar aufgegangen. Wir wollten eine gute Kompaktheit haben, Ballgewinne haben, wollten schnell kontern. Das, was wir wollten, hat man gut gesehen. Daraus haben wir teilweise aber zu wenig gemacht, waren zu kompliziert. Am Ende darfst du solche Tore nicht kassieren, das ist einfach Fakt.

Steffen Baumgart: Wir sind natürlich froh, hier als Sieger vom Platz gegangen zu sein. Uns ist klar, dass es natürlich auch glücklich ist, wenn du das Spiel am Ende so entscheidest. Trotzdem fand ich, dass wir sehr, sehr viel investiert haben, wir sind zweimal in das Spiel zurückgekommen. Die Einwechslungen haben geklappt. Die beiden Jungs haben vorne sehr gut gearbeitet. Ob das verdient oder unverdient war, sollen andere bewerten. Grundsätzlich ist wichtig, dass wir zweimal zurückgekommen sind, nachdem wir zwei Konter zugelassen haben, die wir normalerweise nicht zulassen dürfen. Das gehört aber im Fußball dazu. Viel wichtiger für mich ist, dass die Jungs weiter an sich geglaubt und wir uns mit wenig langen Bällen immer wieder gute Aktionen erarbeitet haben, gute Tiefe im Spiel hatten und dadurch auch immer wieder die eine oder andere gefährliche Aktion.

Aufstellungen und Statistiken

VfL Wolfsburg: Casteels – Baku, Lacroix, Bornauw, Roussillon – Vranckx, Arnold - Lukebakio, L. Nmecha (65. Gerhardt), F. Nmecha (59. Steffen) - Weghorst 

Ersatz: Pervan (Tor), Mbabu, Brooks, van de Ven, Guilavogui, Ginczek, Bialek

FC Köln: Schwäbe – Schmitz, Hübers, Czichos, Hector – Özcan (46. J. Horn) – Schaub (71. Schindler), Duda (71. Uth, 90. +4 Kilian), Kainz (71. Thielmann) – Andersson, Modeste

Ersatz: Urbig (Tor), Ehizibue, Jorge Mere, Lemperle

Tore: 1:0 L. Nmecha (8.), 1:1 Modeste (34.), 2:1 Weghorst (51.), 2:2 Schindler (73.), 2:3 Modeste (89.)

Gelbe Karten: F. Nmecha, Roussillon (5., gesperrt), Arnold / Schmitz, Czichos

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Zuschauende: 5.000 am Dienstagabend in der Volkswagen Arena (ausverkauft)

Matchcenter: Alle Infos zur Partie

Wölfe TV: PK in voller Länge
 


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