09.12.2018
Frauen

Formidabler Rückrundenstart

Wölfinnen gewinnen zum Start in die zweite Saisonhälfte mit 6:2 beim 1. FFC Frankfurt.

Nachdem die Frauenmannschaft des VfL Wolfsburg am vergangenen Mittwoch zum Abschluss der Hinrunde in der Allianz Frauen-Bundesliga den ersten Punktverlust der Saison hinnehmen musste, gelang den Wölfinnen am Sonntag wieder ein beeindruckender Auswärtserfolg. Beim 1. FFC Frankfurt bestimmten die Grün-Weißen über weite Strecken das Geschehen und gewann am Ende mit 6:2 (3:1) durch Treffer von Alexandra Popp (4. Spielminute) und Caroline Hansen (23./32. Foulelfmeter) vor der Pause und Tore von Pernille Harder (64.) Lena Goeßling (70.) und Zsanett Jakabfi (82.) nach dem Seitenwechsel. Die beiden Treffer für Frankfurt zum zwischenzeitlichen 3:1 und 3:2 erzielten Tanja Pawollek (42.) und Laura Freigang (61.). Damit behaupteten die Wölfinnen souverän ihren Spitzenplatz in der Tabelle mit vorerst acht Punkten Vorsprung auf den FC Bayern München, der allerdings am Sonntagnachmittag gegen Bayer Leverkusen den alten Abstand von fünf Punkten wiederherstellen kann. Zum Abschluss des Spieljahres 2018 empfängt der VfL am kommenden Sonntag, 16. Dezember, die SGS Essen im heimischen AOK Stadion (Anstoß um 14 Uhr).

Einsatz für Peter

Im Vergleich zum 1:1 vor vier Tagen bei Turbine Potsdam veränderte Wölfinnen-Cheftrainer Stephan Lerch seine Anfangsformation auf lediglich einer Position. Für Kristine Minde rückte Goeßling zurück in die VfL-Formation. Damit stand die deutsche Nationalspielerin nach ihrer Verletzungspause erstmals seit dem ersten Spieltag der laufenden Saison (auch gegen den 1. FFC Frankfurt) wieder auf dem Feld. Außerdem bestritt Wölfinnen-Verteidigerin Babett Peter ein ganz besonderes Spiel: Passenderweise bei ihrem ehemaligen Verein Frankfurt kam die 30-Jährige zu ihrem 250. Bundesliga-Einsatz.

Popp stellt früh die Weichen

Im Stadion am Brentanobad machten die Grün-Weißen schnell klar, dass sie die drei Punkte mit nach Wolfsburg nehmen wollten und gingen in einer starken Anfangsphase bereits nach vier Minuten in Führung. Per schnellem Kurzpassspiel wurde der Ball nach vorne gespielt, ehe nach den Stationen Harder und Ewa Pajor Nationalstürmerin Popp nur noch den Fuß für die frühe Führung hinhalten musste. Es entwickelte sich eine unterhaltsame Partie mit schnellen Angriffen auf beiden Seiten. Nach einem Freistoß von Harder auf die Latte des FFC-Kastens (13.) und einem Heber von Frankfurts Freigang über das Tor von Almuth Schult (15.) war es Hansen, die von Harder über die linke Seite in der Mitte freigespielt wurde und eiskalt an Bryanne Heaberlin vorbei zum 2:0 verwandelte (23.).

Pawollek auf beiden Seiten im Fokus

In dieser Phase der Partie marschierte die Lerch-Elf immer wieder auf das Frankfurter Tor zu, vor allem mit der Geschwindigkeit von Pajor hatten die Gastgeberinnen ihre Probleme. So bereitete die Polin auch die nächste Möglichkeit von Hansen vor, die mit ihrem Schuss vom Fünfmeterraum an Abwehrspielerinn Janina Hechler auf der Linie scheiterte (25.). Der zweite Treffer der Norwegerin sollte dennoch nicht lange warten: Nach einer Grätsche von Pawollek gegen Noelle Maritz zeigte Schiedsrichterin Karoline Wacker auf den Punkt, von welchem aus Hansen Heaberlin keine Chance ließ und sicher ins linke obere Eck verwandelte (31.). Doch Pawollek, die den Strafstoß verursachte, brachte den FFC auch wieder zurück in die Partie, als sie sich aus 20 Metern ein Herz fasste und ihr Schuss, abgefälscht von Peter, unhaltbar für Schult vom Innenpfosten im VfL-Netz einschlug (41.). Beim 3:1 blieb es bis zur Pause, weil die Wölfinnen im Anschluss zum zweiten Mal, nach einem Kopfball von Popp, den Ball nur auf die Latte der Frankfurter setzen konnten.

Harder kontert Freigang umgehend

Zum Beginn der zweiten Halbzeit verlor die vor dem Seitenwechsel so unterhaltsame Partie etwas an Attraktivität. Angriffe kamen zumeist nicht mehr in der Spitze an, so resultierte der nächste Treffer aus einem individuellen Fehler der VfL-Hintermannschaft. Goeßling verlor als letzte VfL-Feldspielerin an der Mittellinie den Ball an Freigang, die im Anschluss frei auf Schult zulaufen und sicher verwandeln konnte (61.). Doch nur drei Minuten später stellten die Gäste den alten Abstand wieder her. Nach einem Eckball bekamen die Gastgeberinnen in einer unübersichtlichen Szene den Ball nicht weg und Harder drückte diesen schließlich über die Linie (64.).

Zsanett Jakabfi jubelt mit ihren Teamkolleginen .

50. Bundesliga-Treffer für Jakabfi

Durch den erneuten VfL-Treffer war die allergrößte Gegenwehr der Frankfurterinnen gebrochen. So dass auch Goeßling ihren Fehler vor dem zweiten Gegentor wieder gut machte, in dem sie bei einem schnellen Angriff über rechts in der Mitte von hinten nach vorne durchstartete und wuchtig frei vor dem Tor zum 5:2 einköpfte (70.) – ein Treffer beim Comeback. Nur eine Minute später hatte der FFC wieder den Anschluss auf dem Fuß, aber Schult parierte gegen, die frei vor ihr auftauchende, Laura Feiersinger stark. So blieb der Schlusspunkt dem Tabellenführer vorenthalten: Hansen setzte sich sehenswert über rechts gegen drei Gegenspielerinnen durch und fand die eingewechselte Zsanett Jakabfi, die ihren 50. Bundesliga-Treffer markierte (82.) und damit den 6:2-Endstand herstellte.

„Licht und Schatten“

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch: Wir sind super happy, dass wir dieses Spiel gewinnen konnten. Wir sind mit großem Respekt hierhergekommen, weil wir wissen wie schwer es ist, in Frankfurt Punkte mitzunehmen. Am Anfang kamen wir gut ins Spiel, haben sofort Akzente nach vorne gesetzt und das frühe Tor hat uns natürlich in die Karten gespielt. Im Anschluss wollten wir den Druck hochhalten, weiter nach vorne spielen und konnten die Führung auch ausbauen. Doch dann bekam unser Spiel einen kleinen Bruch, weil wir in zu vielen Aktionen zu sorglos agiert haben, was natürlich auch dem geschuldet ist, dass wir in der englischen Woche schon etwas Kraft haben liegengelassen. Nach dem 3:2 wird es dann noch einmal etwas spannend und hektisch. Da haben wir zwar die Souveränität vermissen lassen, aber dennoch dann die richtige Reaktion gezeigt. Das war Licht und Schatten, wir hatten gute Momente, aber in anderen zu viele einfache Fehler gemacht.

1. FFC Frankfurt: Heaberlin – Hechler, Prießen, Störzel, Sandvej – Gidion, Pawollek – Mattheis (74. Martinez), Feiersinger, Aschauer - Freigang

VfL Wolfsburg: Schult – Peter, Fischer, Doorsoun (76. Neto), Maritz – Goeßling, Gunnarsdottir – Hansen (83. Wolter), Popp, Harder – Pajor (63. Jakabfi)

Tore: 0:1 Popp (4.), 0:2 Hansen (23.), 0:3 Hansen (32. Foulelfmeter), 1:3 Pawollek (42.) 2:3 Freigang (61.), 2:4 Harder (64.), 2:5 Goeßling (70.), 2:6 Jakabfi (82.)

Gelbe Karten: -/-

Zuschauer: 1.208 am Sonntagmittag im Stadion am Brentanobad

Schiedsrichterin: Karoline Wacker (Großerlach)

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