Zsanett Jakabfi spielt den Ball im Spiel der Wölfinnen gegen SC Freiburg.
11.10.2020
Frauen

Erstes Unentschieden

Die VfL-Frauen müssen sich im Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg mit einem 1:1 begnügen.

Zsanett Jakabfi spielt den Ball im Spiel der Wölfinnen gegen SC Freiburg.

Das ist bitter: In der letzten Sekunde des Spiels gaben die Frauen des VfL Wolfsburg am 6. Spieltag der FLYERALARM Frauen-Bundesliga den Sieg aus der Hand – nach fast 96 Minuten inklusive Nachspielzeit stand es im Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg 1:1 (0:0). Damit rangieren die Wölfinnen in der Tabelle nun zwei Zähler hinter dem FC Bayern München. Die eingewechselte Zsanett Jakabfi hatte ihr Team in Führung gebracht, als grün-weiße Spielverderberin erwies sich Ex-Nationalspielerin Hasret Kayikci. Weiter geht es für Grün-Weiß am kommenden Sonntag, 18. Oktober (Anstoß um 14 Uhr), mit einem Heimspiel gegen den MSV Duisburg.   

Zwei Startelf-Debütantinnen

Im Vergleich zum 4:0-Heimsieg gegen den SC Sand nahm VfL-Cheftrainer Stephan Lerch fünf Veränderungen in der Startformation vor: Für die verletzte Pauline Bremer rückte Karina Saevik ins Team, auf der rechten Seite bekam Shanice van de Sanden den Vorzug vor Pia-Sophie Wolter. Beide Neuzugänge realisierten damit ihr Startelf-Debüt im VfL-Trikot. Darüber hinaus durften Anna Blässe, Dominique Janssen und Joelle Wedemeyer für Lara Dickenmann, Kathrin Hendrich und Felicitas Rauch ran.  

Dominanz bleibt unbelohnt

Die Gäste begannen mit Alexandra Popp in der Sturmspitze, Saevik und van de Sanden besetzten die offensiven Außenpositionen, Svenja Huth das Zentrum. Von Beginn an agierten die Wölfinnen druckvoll und versuchten, den Gegner früh zu pressen. Dabei gab es in den ersten Minuten durchaus die eine oder andere brenzlige Situation vor dem Freiburger Gehäuse, in der Folge stellten sich die Freiburgerinnen allerdings besser auf die Grün-Weißen ein. Dies änderte nichts an der Dominanz der VfL-Frauen, allerdings resultierten daraus nun kaum noch nennenswerte Tormöglichkeiten.

Freiburg fand bis zur 27. Minute in der Offensive kaum statt – und wäre doch beinahe in Führung gegangen: Nationalspielerin Sandra Starke nagelte das Leder aus 22 Metern an die Latte. Durchatmen. In der 29. Minute stieg Popp dann nach einer Flanke von Huth zum Kopfball, traf den Ball aber nicht richtig. Wenig später hatte Janssen dann die Führung gleich zwei Mal auf den Fuß: Nach einem abgefälschten Schuss aus der zweiten Reihe war auch beim zweiten Versuch der Niederländerin ein Bein dazwischen (33.). Auch in ihrer „Spezialdisziplin“ Freistoß brachte Janssen den Ball nicht im Kasten unter (40.). In der 45. Minute rettete Katarzyna Kiedrzynek dann gegen die freistehende Starke. Es war noch nicht die letzte Situation in der ersten Hälfte: Im direkten Gegenzug verfehlte Popp nach Vorlage von Lena Oberdorf den zweiten Pfosten um Zentimeter. 

Alexandra Popp liegt am Boden während sich Ärzte und Teamkolleginnen um sie kümmern.

Bangen um Popp und später Ausgleich

Mit Beginn der zweiten Hälfte brachte Lerch Jakabfi für Ingrid Engen in die Partie. Die Ungarin nahm die linke Offensivposition ein, während Saevik ins Zentrum und Popp auf die Sechserposition neben Oberdorf rückte. Zum ersten Mal in Szene setzte sich Jakabfi in der 50. Minute, als sie für Anna Blässe auflegte – drüber. Fünf Minuten später zog sie nach innen, ihr Schuss wurde allerdings abgefälscht. Der Charakter der Partie änderte sich nun insofern, dass der SC Freiburg mutiger wurde und nicht mehr ganz so defensiv wie zu Beginn agierte. So entwickelte sich ein offenerer Schlagabtausch, was den Wölfinnen durchaus entgegenkam.

In der 64. Minute zappelte der Ball dann zwar im Netz, doch bei ihrem Abstauber nach Schuss von Jakabfi stand van de Sanden im Abseits. Große Erleichterung dann in der 70. Minute, als Jakabfi nach einer perfekten Kopfballvorlage von Popp nach innen zog und den Ball im langen Eck platzierte – 1:0 (70.). Die Freude über die Führung währte allerdings nicht lange – nun spielte das Schicksal den Wölfinnen übel mit. Zunächst musste Popp in der 84. Minute verletzt vom Platz getragen werden. Und dann glitt den Grün-Weißen im einsetzenden Regen auch noch der dreifache Punktgewinn aus den Händen, als Kayikci nach einer Flanke aus dem Halbfeld zum 1:1 einköpfte. In der fünften Minute der Nachspielzeit. Ein gebrauchter Tag.

„Enttäuscht und niedergeschlagen“

VfL-Trainer Stephan Lerch: Es fühlt sich wie eine Niederlage an. Wir sind sehr enttäuscht und niedergeschlagen, weil wir dieses Spiel hätten gewinnen müssen. Die Möglichkeiten waren da. Wir waren in der zweiten Halbzeit drückend überlegen. In der ersten Halbzeit haben wir uns noch ein bisschen schwergetan. Da hat es Freiburg sehr gut gemacht und wir konnten uns dadurch nicht so klar in den Vordergrund spielen. Aber im zweiten Durchgang hatte Freiburg keine Chance aus dem Spiel heraus. Wir haben dann verdient die Führung erzielt. Ich habe leider relativ früh zum letzten Mal gewechselt – kurz vor der Verletzung von Alex Popp. Das hat dann Kraft gekostet. Ich kann daher der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat in der zweiten Hälfte super Fußball gespielt und hat eine tolle Moral und Motivation gezeigt. Das müssen wir jetzt abhaken und nach vorne schauen. Nächste Woche geht es wieder um drei Punkte und die wollen wir holen.

SC Freiburg: Nuding – Karl (84. Wensing), Steuerwald, Stegemann, Vojtekova – Minge – Müller (84. Wensing), Kayikci, Starke, Bürger (62. Wittje) – Hoffmann

VfL Wolfsburg: Kiedrzynek – Blässe (64. Rauch), Goeßling (81. Hendrich), Janssen, Wedemeyer – Engen (46. Jakabfi), Oberdorf – van de Sanden (64. Wolter), Huth (77. Dickenmann), Saevik – Popp

Tor: 0:1 Jakabfi (70.), Kayikci (90.+5)

Schiedsrichterin: Kathrin Heimann (Gladbeck)

Zuschauer: 500 am Sonntagnachmittag im Möslestadion

Gelbe Karte: Vojtekova / -


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