1945 bis 1959

12. September 1945: Gründung des VfL Wolfsburg

Der Frieden in Deutschland ist noch ganz jung, als es am 12. September 1945 gegen 19 Uhr Ortszeit zum großen Moment kommt: In einer Baracke an der Reislinger Straße wird der „Verein für Leibesübungen Wolfsburg“ gegründet. Die Gründer sind: Irma Dziomba, Herbert Chall, Sepp Dietz, Alois Dilla, Willi Hilbert, Kurt Lindner, Heinz Schacht, Arthur Schickl, Erich Schilling, Adam Schröck, Fritz Walb und Rudolf Zenker. Zu den ersten Sparten gehören Handball, Schach, Tennis, Radsport, Boxen, Turnen und Fußball.

Der Anfang ist jedoch steinig. Nach dem Krieg fehlt es den Menschen an allem – auch Sportartikeln. So entstehen beispielsweise die Vereinsfarben eher durch Zufall. Bei der Suche nach Fußballtrikots findet Kreisjugendpfleger Bernward Elberskirch zehn grüne Trikots. Die passenden Hosen nähen die Frauen der Spieler aus privat gespendeten Bettlaken zusammen. Später entpuppt es sich jedoch als echter Glücksgriff, denn auch die Stadtfarben werden in der Folge grün und weiß.

Die Gründungsmitglieder des VfL Wolfsburg

Portraitbild eines Gründungsmitglieds. Portraitbild eines Gründungsmitglieds. Portraitbild eines Gründungsmitglieds. Portraitbild eines Gründungsmitglieds.
Portraitbild eines Gründungsmitglieds. Portraitbild eines Gründungsmitglieds. Portraitbild eines Gründungsmitglieds. Portraitbild eines Gründungsmitglieds.
Portraitbild eines Gründungsmitglieds. Portraitbild eines Gründungsmitglieds. Portraitbild eines Gründungsmitglieds.  

27. Dezember 1945: Abspaltung des 1. FC Wolfsburg

Kurz nach der Gründung kommt es zur ersten kleinen Krise für die Fußballsparte des VfL Wolfsburg. Ein Teil der Fußballer ist unzufrieden und trennt sich vom VfL, um den 1. FC Wolfsburg zu gründen. Die Gruppe besteht fast aus der gesamten ersten Mannschaft.

1946: Start in der Kreisklasse

Trotz der Abspaltung des 1. FC Wolfsburg läuft es gut für den VfL. Die Fußballsparte nimmt die Punktspiele in der 1. Kreisklasse Gifhorn auf und wird gleich im ersten Spieljahr Meister. 

6. Oktober 1946: 1. FC Wolfsburg hat die Nase vorn (vorerst)

Im Frühjahr 1947 kommt es zum ersten Entscheidungsspiel zwischen dem 1. FC Wolfsburg und dem VfL Wolfsburg in Wolfenbüttel. Es geht um die Kreismeisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga: Der VfL verliert mit 2:8. Erst später können sich die Grün-Weißen dauerhaft als Nummer eins der Stadt durchsetzen.

23. November 1946: Duell mit den Knappen

Einer der ersten Gegner des VfL Wolfsburg ist der mehrfache Deutsche Meister Schalke 04. Im November 1946 kommt S04 zu einem Freundschaftsspiel ins Werksstadion. Überhaupt entwickelt sich mit der Zeit eine besondere Beziehung zum Revierklub. So ziehen 1947 sechs junge Fußballer aus dem Gelsenkirchener Raum mit ihren Familien nach Wolfsburg. Sie werden später unter dem Namen „Schalke-Familie“ bekannt und spielen für den VfL Wolfsburg. Ihre Namen sind Ernst und Helmut Pelka, Anton Kwiatkowski, Erwin Hartmann, Heinz Neumann und Ernst Klisch. Etwas später kommt noch Otto Kielich hinzu. Auch durch die hohe Qualität der ehemaligen Schalker steigen die Grün-Weißen schon 1948 in die Landesliga auf.

10. Oktober 1947: Start am Elsterweg

Zwei Jahre nach der Gründung zieht der VfL das erste Mal um. Im Oktober 1947 wird ein neuer VfL-Platz (heute VfL-Stadion am Elsterweg) mit einem Spiel gegen den SSV Vorsfelde eingeweiht. Wolfsburg gewinnt mit 5:2. Es ist einer von vielen Meilensteinen der damals rasanten Entwicklung des Vereins. Seit Beginn des Punktspielstarts 1946 in die Kreisklasse Gifhorn wird die Fußballsparte bei Spielern wie Zuschauern immer beliebter. Nach einem Jahr sind bereits eine zweite Herren-, eine Jugend- sowie eine Schülermannschaft entstanden. Als 1949 der 1. FC Kaiserslautern mit Fritz und Ottmar Walter an den Elsterweg kommt, wollen über 8.000 Wolfsburger das Freundschaftsspiel sehen.

Am Ende der 40er Jahre wird auch das Lokal „Zum Brandenburger Adler" am Rothenfelder Markt zur ersten echten Vereinsgaststätte. Dabei ist die Kneipe ein Treffpunkt für die Fans und gleichzeitig auch Umkleidekabine sowie Waschraum für die Mannschaft. 

1951 und 1952: Amateur-Oberliga-Meister und Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord.

Zweimal in Folge erringt der VfL Wolfsburg die Meisterschaft in der Amateur-Oberliga (damals zweithöchste Spielklasse). Doch die Wölfe scheiten jeweils in der Aufstiegsrunde. Dort können sich die Grün-Weißen auch ein Jahr später - als Zweitplatzierte der Amateur-Oberliga - nicht durchsetzen.

6. Juni 1954: Aufstieg in die Oberliga Nord

Im Sommer 1954 ist der VfL endlich reif für die höchste deutsche Spielklasse. Die Mannschaft von Trainer Ludwig Lachner wird Zweiter in der Amateur-Oberliga Niedersachsen Ost und kann sich in der Aufstiegsrunde durchsetzen. Im entscheidenden Spiel besiegen die Grün-Weißen den Heider SV mit 2:1. Die Aufstiegsmannschaft besteht aus Torwart Helmut Bräutigam, Karl-Heinz Güldner, Hugo Lüthe, Manfred Müller, Günther Litzenberg, Kapitän Alfred Heider, Günter Leich, Siegfried Höhn, Walter Plate, Helmut Englert, Lothar Ullrich, Harald Wilemski, Heinz Bollin und Erwin Hartmann und Otto Kiebich.

1. Oktober 1954: Sensationssieg gegen den HSV

Fünf Spielzeiten verbringt der VfL in der Oberliga Nord. Dabei trifft er auf ein paar der größten Klubs des Landes. So kommen Teams wie Werder Bremen, Hannover 96, Eintracht Braunschweig oder der FC St. Pauli an den Elsterweg. Eine ganz besondere Partie erleben die Zuschauer am 31. Oktober 1954. 15.260 Zuschauer kommen, um den übermächtigen Dauermeister Hamburger SV zu erleben. Mit von der Partie sind viele Stars des HSV, unter anderem Uwe Seeler und Josef Posipal. Den Sieg trägt jedoch der VfL davon. Außenläufer Manfred Müller, Schütze des einzigen Treffers beim sensationellen 1:0-Erfolg, wird anschließend nur noch „HSV-Müller“ genannt.

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