Die Spielerinnen des VfL Wolfsburg bejubeln den Sieg.
13.12.2020
Frauen

Sieg an der Weser

Zum Hinrunden-Abschluss setzen sich die VfL-Frauen mit 5:1 beim SV Werder Bremen durch.

Die Spielerinnen des VfL Wolfsburg bejubeln den Sieg.

Dass die Frauen des VfL Wolfsburg als Tabellenzweiter in die zweite Saisonhälfte der FLYERALARM Frauen-Bundesliga gehen werden, stand bereits vor dem Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen fest. Zum Abschluss der Hinrunde zeigte der aktuelle Deutsche Meister aber noch einmal eine souveräne und abgeklärte Vorstellung: Mit 5:1 (2:1) gewannen die Wölfinnen den Vergleich beim Aufsteiger, der seine letzten beiden Pflichtspiele aufgrund einer Teamquarantäne verlegen musste. Für die Gäste trafen die beiden „Doppelpackerinnen“ Zsanett Jakabfi und Lena Oberdorf sowie Sara Doorsoun. Der als Herbstmeister feststehende FC Bayern München geht nach dem 1:0-Erfolg bei Eintracht Frankfurt mit fünf Zählern Vorsprung auf die Grün-Weißen in die Rückrunde. Für die VfL-Frauen beginnt diese am Sonntag, 20. Dezember (Anstoß um 14 Uhr), mit einem Auswärtsspiel bei der SGS Essen. Das nächste Pflichtspiel steht allerdings schon am kommenden Mittwoch, 16. Dezember (Anstoß um 18 Uhr/live auf Wölfe TV und als Konferenz auf SPORT1), auf dem Programm, wenn das Sechzehntelfinal-Rückspiel in der UEFA Women’s Champions League gegen den serbischen Meister ZFK Spartak Subotica angepfiffen wird.

Drei Änderungen

Wie erwartet rotierte VfL-Cheftrainer Stephan Lerch nach dem 5:0-Erfolg bei ZFK Spartak Subotica in der Königsklasse auf einigen Positionen: Für Lara Dickenmann (aufgrund muskulärer Probleme nicht im Kader), Felicitas Rauch und Karina Saevik rückten Fridolina Rolfö, Joelle Wedemeyer und die Bremerin Pia-Sophie Wolter in die Startformation.

Jakabfi mit Doppelpack

Die ersten Abschlüsse am Bremer Osterdeich hatten die Gäste – und das durch Rolfö: Die Schwedin versuchte es mit dem Kopf (4.) und per Direktabnahme nach Flanke von Svenja Huth (8.). Auch in der elften Minute war Huth die Vorlagengeberin, diesmal setzte Jakabfi einen Kopfball knapp daneben. Wenig später der erste Abschluss der Gastgeberinnen: Ex-Wölfin Agata Tarczynska zielte am rechten Pfosten vorbei (14.). Dann durften die Wölfinnen zum ersten Mal jubeln: Wolter legte mit einer Flanke von der rechten Seite für Jakabfi auf, die den Ball passgenau an die Unterkante der Latte platzierte – von dort sprang das Spielgerät dann über die Linie. Die verdiente Führung für engagierte und konzentrierte Wolfsburgerinnen. Und Jakabfi legte gleich nach: In der 22. Minute spitzelte die Ungarin den Ball nach starker Huth-Vorlage an Werder-Torfrau Lena Pauels vorbei ins lange Eck – 2:0. Es war bereits Jakabfis achter Saisontreffer. Der Anschlusstreffer fiel überraschend, aber durchaus sehenswert: Lührßen zirkelte einen 18-Meter-Freistoß unhaltbar für VfL-Keeperin Kataryna Kiedrzynek in den rechten Winkel (32.). Ein Tor, das die Wölfinnen nicht aus dem Konzept brachte: Die in schwarz gekleideten Grün-Weißen blieben dominant und kamen mit ihrem variablen Offensivspiel auch immer wieder in gute Abschlusspositionen. In der 41. Minute zog Rolfö mit links ab – Pauels zeigte sich reaktionsschnell und entschärfte. Die letzte VfL-Chance vor dem Halbzeitpfiff hatte Oberdorf mit einem Kopfball nach Hereingabe von Kathrin Hendrich (44.). Fazit zur Pause: Führung verdient, Resultat zu knapp.

Die VfL Spielerinnen bejubeln ein Tor.

Oberdorf sorgt für Klarheit

Die zweite Hälfte begann mit einem über Rolfö vorgetragenen Konter, den Jakabfi nicht vollenden konnte (47.). Zwei Minuten später kam Dominique Janssen nach einem Huth-Freistoß zu einer guten Kopfballmöglichkeit. Und Werder? War auch noch da: Margarita Gidion drosch das Leder aus guter Position drüber (50.). Eine Chance, die die Notwendigkeit zeigte, schnellstmöglich das 3:1 zu erzielen. Jakabfi scheiterte bei diesem Vorhaben an Pauels (53.) und traf kurz darauf nur das Außennetz (55.). Auch für Rolfö gab es nach Steilpass von Huth kein Vorbeikommen an Pauels (57.). Gleiches galt für Huth, die bei einem schnellen Gegenzug von Jakabfi in Szene gesetzt wurde (61.). Und Wolter nagelte das Leder an die Latte (63.). Die Partie hätte schon längst entschieden sein können, so aber blieb es aus VfL-Sicht kribbelig. Bis zur 70. Minute: Da nämlich sorgte Oberdorf dafür, dass im Wolfsburger Lager kollektiv durchgeatmet werden durfte. Nach einer Flanke von Jakabfi traf sie per Direktabnahme – 3:1. Das gleiche Muster sorgte kurz darauf für den vierten Treffer: Diesmal kam die Hereingabe von Hendrich und diesmal war Oberdorfs Volley-Abschluss noch deutlich sehenswerter (73.). Und noch war die Partie nicht vorbei: In der 79. Minute hatte die eingewechselte Saevik das 5:1 auf dem Fuß. Besser machte es Doorsoun bei ihrem Bundesliga-Comeback: Ihr 20-Meter-Hammer klatschte an die Latte und dann auf den Rücken von Pauels – 5:1 (81.). Was für ein kurioser Treffer der Abwehrspielerin! Und dabei blieb es dann auch.

„Vollkommen verdienter Sieg“

VfL-Trainer Stephan Lerch: Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden und in der Höhe ist es ein vollkommen verdienter Sieg. Am Ende des Jahres fällt es immer ein bisschen schwerer, weil es wirklich ein sehr langes Jahr war. Da klappt natürlich nicht immer alles. Das haben wir heute auch wieder gemerkt. Wir waren nicht präzise genug im Abschluss. Wir hätten den Sack schon früher zumachen müssen, aber wir haben es am Ende geschafft, das eine oder andere Tor nachzulegen. Wir wollten Bremen immer wieder ins Laufen bringen und auseinanderziehen – sowohl in der Tiefe, als auch in der Breite. Das haben wir gut umgesetzt. Hier und da hätte ich mir eine andere Lösung gewünscht, aber wir sind auf einem guten Weg, was die Flexibilität angeht. Wir müssen aber auch an der Konstanz arbeiten, vor allem an der Chancenverwertung. Da wird uns die Vorbereitung in der Winterpause weiterhelfen, dass wir noch stabiler werden.

SV Werder Bremen: Pauels – Schiechtl, Walter, Ulbrich, Toth – Sehan (63. Volkmer), Gidion (75. Timmermann), Wichmann, Lührßen (63. Radosavljevic) – Tarczynska (82. Keles), Walkling

VfL Wolfsburg: Kiedrzynek – Hendrich, Goeßling, Janssen (79. Doorsoun), Wedemeyer – Oberdorf (79. Cordes), Engen – Wolter (64. Saevik), Huth, Rolfö (75. van de Sanden) – Jakabfi (75. Rauch)

Tore: 0:1 Jakabfi (17.), 0:2 Jakabfi (22.), 1:2 Lührßen (32.), 1:3 Oberdorf (70.), 1:4 Oberdorf (73.), 1:5 Doorsoun (81.)

Schiedsrichterin: Anna-Lena Heidenreich (Sereetz)

Gelbe Karte: Gidion / -


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