28.03.2021
Frauen

Pflichtaufgabe gelöst

Die VfL-Frauen wahren ihre Titelhoffnungen mit einem 3:1-Erfolg beim SC Sand.

In der eigenen Hand hat der aktuelle Deutsche Meister eine erfolgreiche Titelverteidigung zwar nicht mehr, doch die Frauen des VfL Wolfsburg bleiben Spitzenreiter FC Bayern München auf den Fersen: Beim SC Sand setzte sich der Tabellenzweite der FLYERALARM Frauen-Bundesliga mit 3:1 (2:0) durch. Die Tore beim souveränen Auswärtssieg der Grün-Weißen unweit der französischen Grenze erzielten Rebecka Blomqvist, Karina Saevik und Pia-Sophie Wolter sowie Chiara Loos für Sand. Nun ist der Blick bereits wieder nach vorne gerichtet, konkreter formuliert: in die ungarische Hauptstadt. Am kommenden Mittwoch, 31. März (Anstoß um 14 Uhr/live auf SPORT1 und Wölfe TV), steigt das Viertelfinal-Rückspiel in der UEFA Women’s Champions League gegen den FC Chelsea.

Gelbsperre und viele Änderungen

Zu einer personellen Änderung im Vergleich zur 1:2-Niederlage gegen den FC Chelsea im UWCL-Viertelfinal-Hinspiel war VfL-Cheftrainer Stephan Lerch gezwungen: Lena Oberdorf musste in Sand die erste von zwei aufeinanderfolgenden Gelbsperren absitzen. Auch am kommenden Mittwoch kann die 19-Jährige nicht aktiv mithelfen, das Halbfinale der Königsklasse zu erreichen. Dass Kathrin Hendrich, Ewa Pajor und Felicitas Rauch zu Hause blieben, fiel hingegen unter den Punkt Belastungssteuerung mit Blick auf Chelsea. Alexandra Popp fehlte aufgrund eines positiven Corona-Tests in ihrem familiären Umfeld, die Kapitänin selbst wurde negativ getestet. Es handelte sich um eine Vorsichtsmaßnahme. In Katarzyna Kiedrzynek, Dominique Janssen und Ingrid Engen blieben im Vergleich zur Partie gegen Chelsea nur drei Spielerinnen in der Startformation.

Effektive Wölfinnen

Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen dauerte es sechs Minuten bis zur ersten Chance: Nach einer guten Flanke von Joelle Wedemeyer war Saevik im Zentrum zur Stelle, die den Ball zu mittig platzierte. Die Gäste waren wenig überraschend das bessere Team, doch allerdings resultierten noch zu wenige Torszenen aus dieser Überlegenheit. Das änderte sich dann nach einer knappen halben Stunde. Zunächst war es Blomqvist, die nach einem abgewehrten Schuss von Shanice van de Sanden erfolgreich nachsetzte – 1:0 (26.). In der 28. Minute nutzte Saevik dann einen Abwehrfehler und traf cool zum 2:0. Die Wölfinnen zeigten sich gnadenlos effektiv, wurden nach dem Doppelschlag aber immer dominanter. In der 38. Minute traf Blomqvist aus halblinker Position das Außennetz, dann zog Janssen nach einer Ecke aus der zweiten Reihe ab – knapp drüber (41.). Treffer Nummer drei wäre also durchaus noch vor dem Pausenpfiff möglich gewesen, aber auch so lagen die Grün-Weißen schon nach dem ersten Abschnitt klar auf Kurs.

Unnötige Spannung

20 Sekunden nach Wiederanpfiff ein Lebenszeichen der Gastgeberinnen: Die gerade erst eingewechselte Dörthe Hoppius zog aus 16 Metern ab und verfehlte den linke Pfosten knapp. Dann übernahm aber der VfL wieder das Ruder – und hätte durch Saevik, die den Pfosten traf, erhöhen können (49.). Doch statt 3:0 stand es kurz darauf nur noch 2:1. Loos sorgte mit einem abgefälschten Schuss, für Kiedrzynek nicht haltbar, für neue Hoffnung beim Sportclub und aus grün-weißer Sicht für unnötige Spannung (51.). In der 58. Minute versuchte es Zsanett Jakabfi mit einem satten Distanzschuss. Dies war noch nicht von Erfolg gekrönt, ein sehenswerter Angriff in der 65. Minute aber umso mehr. Fridolina Rolfö schaltete auf der linken Seite in den Turbo und legte für Jakabfi auf, die – statt selbst abzuschließen – für die drei Minuten zuvor eingewechselte Wolter auflegte. Die Mittelfeldspielerin behielt die Nerven und setzte das Leder ins lange Eck. Der Zwei-Tore-Vorsprung war wiederhergestellt. Der SC Sand blieb auch in der Folge unbequem, versuchte immer wieder mit Tempo in Richtung des Wolfsburger Gehäuses zu kommen. Doch diesmal ließen die Gäste ihren Gegner nicht noch einmal zurück ins Spiel kommen. So stand unter dem Strich kein besonders glanzvoller, aber ein hochverdienter Sieg. Und bekanntlich kommt es allein darauf an.

„Vollen Einsatz gezeigt“

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch: Heute ist vieles so eingetreten, wie wir es im Vorfeld erwartet hatten. Ich hatte ja angekündigt, dass einige Spielerinnen zum Einsatz kommen, die am Mittwoch nicht gespielt haben. Und diese haben vollen Einsatz gezeigt. Es ist aber auch klar, dass nicht jeder Pass ankommt, wenn man so viele Wechsel vornimmt. Aber dass hier nicht alle Automatismen greifen, war uns ebenfalls im Vorfeld bewusst. Sand versucht eben mit seinen Mitteln, jeden Punkt mitzunehmen. Zu Beginn haben wir noch etwas gebraucht, um reinzukommen, dann aber immer mehr die Spielkontrolle übernommen. Und das auch deshalb, weil wir dagegengehalten haben und Präsenz in den Zweikämpfen hatten. Durch den Anschlusstreffer wurde es noch einmal hektischer und wir haben es nicht geschafft, die Ruhe reinzubringen, die nötig gewesen wäre. Nach dem 3:1 wurde es besser, obwohl der SC Sand immer wieder Aktionen, gerade über seine schnellen Spielerinnen hatte. Letztendlich wollten wir die drei Punkte mitnehmen und das haben wir mit diesem Arbeitssieg geschafft.

SC Sand: Pal – Kreil, Georgieva, Moorrees, Jordan, George (72. Browne) – Blagojevic (46. Green), Brandenburg, Gentile (59. Evels) – Plasmann (46. Höppius), Loos

VfL Wolfsburg: Kiedrzynek – Wedemeyer (75. Blässe), Goeßling, Janssen, Svava – Cordes, Engen (75. Dickenmann) – van de Sanden (62. Wolter), Jakabfi, Saevik – Blomqvist (46. Rolfö)

Tore: 0:1 Blomqvist (26.), 0:2 Saevik (28.), 1:2 Loos (51.), 1:3 Wolter (65.)

Schiedsrichterin: Fabienne Michel (Gau-Odernheim)


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