09.11.2018
Männer

Nur noch der Anschluss

Der VfL verliert das Niedersachsenduell bei Hannover 96 nach großem Kampf mit 1:2.

Trotz allerbester eigener Hochkaräter unterliegen die Wölfe beim niedersächsischen Nachbarn Hannover 96 äußerst unglücklich mit 1:2 (0:1). In einem offenen Schlagabtausch verpasste die Labbadia-Elf Chance um Chance und kam am Ende nur noch zum 1:2-Anschluss durch einen Foulelfmeter Wout Weghorsts (81.), nachdem die Hausherren durch Linton Maina (31.) und Ihlas Bebou (63., FE) mit zwei Treffern in Front gegangen waren. Nach der nun folgenden Länderspielpause geht es für den VfL am Samstag, 24. November, in der Liga weiter mit dem Heimspiel gegen RB Leipzig (Anstoß um 15.30 Uhr).

Malli startet für Brekalo

Zum zweiten Mal innerhalb von nur zehn Tagen waren die Wölfe in der niedersächsischen Landeshauptstadt gefordert. Gegenüber dem 2:0-Erfolg im DFB-Pokal, aber auch im Vergleich zum letzten 0:1 in der Liga gegen Dortmund gab es lediglich eine Änderung in der VfL-Startelf: Yunus Malli übernahm die Position von Admir Mehmedi (Wadenprobleme) bzw. Josip Brekalo (Bank). Wie bereits im Pokal agierte das Team von Bruno Labbadia mit einem Sechser (Maximilian Arnold) in der 4-4-2-Raute. Die Gastgeber tauschten nach der 1:3-Niederlage auf Schalke gleich fünfmal: Der nach Schulterblessur wiedergenesene Michael Esser kehrte für Philipp Tschauner in den Kasten zurück, dazu ersetzten Matthias Ostrzolek, Marvin Bakalorz, Saisondebütant Noah Joel Sarenren Bazee sowie Maina das Quartett Felipe (Muskelfaserriss), Miiko Albornoz, Iver Fossum sowie Genki Haraguchi (alle Bank).

Stürmische Anfangsphase

Das Niedersachsen- Flutlichtduell am Freitagabend begann mit einer durchaus stürmischen Gastgeberelf. Doch ein erster Fernversuch von Josip Elez ging deutlich am linken Pfosten vorbei (2. Minute), Bobby Woods Durchbruchversuch endete bei Koen Casteels (5.) und Bebous Freistoß segelte knapp über die Querlatte (13.). Die beste Gelegenheit der Anfangsphase hatten aber dann die Wölfe nach einer Viertelstunde, als Malli einen Fehler der 96er ausnutzte, schnell Daniel Ginczek in Szene setzte, der aber links im Strafraum aus aussichtsreicher Position zu hoch abschloss. Drei Minuten später hätte der VfL dann aber fast geführt, nachdem Malli nach Pass von Wout Weghorst eingenetzt hatte. Doch Schiedsrichter Marco Fritz annullierte den vermeintlichen Treffer aufgrund eines vorherigen Handspiels von Yannick Gerhardt. Direkt im Anschluss glänzte dieser dann aber wieder als Vorbereiter für Ginczek, der letztlich hart bedrängt aber nicht zum Abschluss kam (20.). In einer von beiden Seiten mit offenem Visier geführten Partie fand Bebou nach Ballverlust von John Anthony Brooks in Casteels seinen Meister (23.). 

Mainas Volley sitzt

In der 31. Minute führten die Gastgeber dann aber doch: Bebou flankte aus dem rechten Halbfeld links in den Sechzehner, wo Maina sträflich alleingelassen das Leder mit vollem Risiko mit links per Volley nahm und Casteels per Flachschuss ins lange Eck keinerlei Abwehrchance ließ – das erste Bundesligator des Youngsters in Reihen der Roten. Nur zwei Minuten später verpasste Bakalorz eine scharfe Hereingabe Sarenren Bazees – und damit das 2:0 gegen nun verunsicherte Wolfsburger. Kurz darauf erneutes Riesenglück, dass Casteels gegen den alleine auf ihn zustürmenden Bebou fantastisch reagierte (35.). So brauchte der VfL den Weckruf Maximilian Arnolds, der einen gefährlichen Distanzschuss absetzte, den Esser jedoch ebenso stark parieren konnte (37.). Wenige Sekunden später war es Ginczek, der nur haarscharf am rechten Pfosten vorbeizielte. Kurz nach dem möglichen Knockout hätte die Labbadia-Elf damit gleich zweimal ausgleichen können, verpasste dies aber und ging so mit einem 0:1 in die Kabine.

Nur der VfL – doch Bebou trifft vom Punkt

Zweimal tauschte VfL-Chefcoach Labbadia in der Halbzeit. Für Elvis Rexhbecaj und den angeschlagenen Ginczek kamen Brekalo sowie der erst 18-Jährige John Yeboah. Und die Wölfe brannten nun ein wütendes Offensivfeuerwerk ab. Doch die Kugel wollte trotz aller Hochkaräter den Weg in Essers Kasten einfach nicht finden. Gleich dreimal vergab Brekalo aus teils besten Positionen (48., 54., 55.), Arnold scheiterte zudem per Freistoß (50.) am 96-Schlussmann, Marcel Tisserand verpasste knapp (52.) und Jerome Roussillon brachte das Spielgerät auch nicht über die Linie (53.). Längst wäre der Ausgleich und sogar mehr verdient gewesen, aber so sollte die fehlende Effizienz bestraft werden. Bei einem der wenigen Befreiungsvorstöße der Hausherren wurde Bakalorz im Strafraum von William gelegt. Den fälligen Strafstoß ließ sich Bebou nicht nehmen (63.) – somit stand es 0:2 statt 1:1!

Weghorst Anschluss per Strafstoß zu spät

Nach diesem Schock wurde es natürlich noch schwieriger für die Gäste, die jedoch weiterhin alles versuchten. Der Kopfball des agilen, aber unglücklichen Brekalo fand aber erneut nicht das Ziel (69.), Yeboahs Abschluss geriet zu unplatziert (75.). Auch Weghorst scheiterte zunächst gleich zweimal aus dem Feld an Esser (78., 79.), ehe er vom Punkt doch noch in die Maschen treffen sollte. Gerhardt war von Walace gefoult worden, der Niederländer machte die kuriose Partie per Elfmeter wieder spannend (81.). Nun blieben zehn Minuten – und immer wieder war es Brekalo, der es versuchte. Doch zunächst strich sein Schuss von der Strafraumgrenze knapp am langen Aluminium vorbei (86.), dann blieb er erneut an einer starken Esser-Parade hängen (90. +1). Es war ein Arbeitstag, an dessen Ende es einfach nicht sein sollte für den bärenstarken, aber sowas von glücklosen Kroaten – ebenso wie für die Wölfe im Gesamten, deren allerletzte Gelegenheit schließlich Brooks liegenließ (90. +4).

Hannover 96: Esser – Korb, Anton, Elez, Ostrzolek – Bakalorz, Walace, Maina (74. Weydandt), Sarenren Bazee (70. Albornoz) – Bebou, Wood (87. Haraguchi)

VfL Wolfsburg: Casteels – William, Tisserand, Brooks, Roussillon – Arnold, Gerhardt, Rexhbecaj (46. Yeboah), Malli –  Ginczek (46. Brekalo), Weghorst

Tore: 1:0 Maina (31.), 2:0 Bebou (63., FE), 2:1 Weghorst (81., FE)

Gelbe Karten: Ostrzolek, Walace , Anton / William

Zuschauer: 35.800

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)

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