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„Niemand hat erwartet, dass es so läuft“

Im Interview spricht Vivien Endemann über ihre ersten Monate beim VfL und das Trainingslager.

VfL-Wolfsburg-Spielerin Vivien Endemann klatscht ihre Mitspielerinnen ab.

Im Sommer ist Vivien Endemann (22) von der SGS Essen zum VfL Wolfsburg gewechselt.  Während sie mit dem Team in den ersten Monaten Höhen und Tiefen erlebte, war es für sie persönlich eine sehr erfolgreiche Zeit: Über 750 Einsatzminuten sammelte das Sturmtalent bisher in der Liga, im DFB-Pokal und in der Champions-League-Qualifikation, außerdem schoss Endemann insgesamt fünf Tore. Im Interview erzählt sie, wie sie die ersten Monate bei den Wölfinnen erlebt hat und gibt Einblicke in den Alltag im Trainingslager in Portugal

Vivien Endemann, wie gefällt es dir hier in Almancil?

Vivien Endemann:  Sehr gut. Wir haben super Wetter, eine tolle Anlage, einen sehr guten Rasen und die Stimmung im Team ist top. Von daher können wir uns absolut nicht beschweren.

Wie habt ihr die ersten Tage hier verbracht?

Vivien:  Am Samstag haben wir eine erste kleine Einheit auf dem Platz gemacht, um uns ein bisschen an den Ball zu gewöhnen und in ein paar Abläufe reinzukommen. Gestern Vormittag gab es Gespräche, in denen es darum ging, wie wir hier im Trainingslager vorgehen wollen. Am Nachmittag hatten wird dann noch eine Einheit auf dem Platz.

Wie verbringst du die Zeit, wenn ihr gerade kein Programm habt?

Vivien: Wir sitzen viel mit den Spielerinnen zusammen und tauschen uns über Themen aus, gehen auf der Anlage spazieren oder ruhen uns einfach mal aus und liegen auf dem Balkon. Es ist alles dabei.

Es waren am Anfang sehr viele neue Eindrücke, Abläufe und neue Menschen, die man kennengelernt hat. Ich habe aber schnell reingefunden, weil ich super aufgenommen wurde. Die Saison hatte für uns bislang Höhen und Tiefen, von daher war in dem halben Jahr eigentlich alles dabei, was hätte sein können.
Vivien Endemann

Du bist mittlerweile seit einem halben Jahr in Wolfsburg. Wie hast du dich beim VfL eingelebt?

Vivien: Die Zeit ging total schnell vorbei. Es waren am Anfang sehr viele neue Eindrücke, Abläufe und neue Menschen, die man kennengelernt hat. Ich habe aber schnell reingefunden, weil ich super aufgenommen wurde. Die Saison hatte für uns bislang Höhen und Tiefen, von daher war in dem halben Jahr eigentlich alles dabei, was hätte sein können.

Was würdest du sagen, war für dich persönlich das Highlight in deiner bisherigen Zeit beim VfL?

Vivien: Das ist gar nicht so einfach zu sagen. Jeder Sieg war auf seine Art und Weise toll. Gerade das erste Ligaspiel gegen Leverkusen, bei dem wir eine ganz gute Leistung gezeigt haben, war natürlich cool. Und obwohl ich es nicht als Highlight bezeichnen würde, war es für mich persönlich natürlich etwas Besonderes, die Champions-League-Quali mitzuerleben.  Auch wenn sie für uns nicht das gewünschte Ende genommen hat. 

Für dich persönlich liefen die ersten Monate beim VfL fußballerisch sehr erfolgreich, du durftest mehrfach von Beginn an spielen, insgesamt fünf Tore gehen auf dein Konto. Wie hast du diese Entwicklung selbst erlebt?

Vivien: Es kam, wie es kam. Ich habe mir da überhaupt gar keinen Stress gemacht. Erst habe ich die Spielzeit bekommen und dann konnte ich glücklicherweise gewisse Leistungen zeigen. Durch das Training und die Mitspielerinnen lief es irgendwie ein bisschen wie von selbst. 

Würdest du sagen, dass es dein Ziel war, hier in den ersten Monaten so durchzustarten?

Vivien: Nein. Mein Ziel war, gut anzukommen, mich einzugewöhnen und verletzungsfrei zu bleiben. Um dann zu schauen, wohin es geht. Ich glaube, es hat kaum jemand erwartet, dass es so läuft. Aber dadurch ist es natürlich umso schöner.

Hast du dir für die zweite Saisonhälfte konkrete Ziele gesetzt?

Vivien: In erster Linie möchte ich verletzungsfrei und gesund bleiben. Mit dem Team möchten wir alles gewinnen, was es noch zu gewinnen gibt. Wir wollen an unsere Leistungen aus den letzten Spielen anknüpfen und uns weiter verbessern. Dann wird es hoffentlich eine super Rückrunde für uns.

Wie gefällt es dir abseits des Platzes in Wolfsburg?

Vivien: Ich fühle mich sehr, sehr wohl. Wir unternehmen auch neben dem Platz viel mit der Mannschaft. Ich weiß, dass ich zu jedem kommen kann, wenn irgendetwas ist oder ich Hilfe brauche. Das gibt mir ein gutes Gefühl.

Ihr wart mit einigen VfL-Spielerinnen auch Silvester zusammen unterwegs, oder?

Vivien: Ja! Anneke, Kiara und ich verstehen uns super und haben zusammen mit Lily Reimöller aus Essen an der Ostsee gefeiert. Wir hatten da irgendwann mal drüber gesprochen und haben das dann relativ spontan gebucht und gemacht.

Bis zum 15. Januar bleibt ihr noch an der Algarve. Was nehmt ihr euch für die nächsten Tage vor? 

Vivien: Wir haben zwei Testspiele, die wollen wir gut bestreiten. Wir wollen auf dem Platz das, was wir uns vorgenommen haben und woran wir hier im Trainingslager arbeiten, umsetzen. Natürlich geht es bei den Testspielen auch darum zu schauen, woran wir noch arbeiten können und was schon gut läuft. Das Ziel ist, optimal vorbereitet in das erste Pflichtspiel gegen Essen zu gehen.

Du sprichst das Match gegen Essen am 29. Januar an. Auch wenn es noch etwas hin ist: Für dich ist es bestimmt eine besondere Partie, oder?

Vivien: Auf jeden Fall! Ich freue mich enorm darauf, mal wieder an die Hafenstraße zu kommen. Das ist ein super Stadion. Für mich wird es sicherlich ein bisschen komisch, da plötzlich in die andere Kabine zu gehen (lacht). Essen macht es in dieser Saison spielerisch sehr gut. Ein Montagabendspiel bei Fluchtlicht kann dort eklig werden, denke ich.