Frauen

Immer noch Gänsehaut

Rebecka Blomqvist ist nach der erfolgreichen WM mit Schweden zurück beim VfL Wolfsburg.

Die VfL-Wolfsburg-Spielerin Rebecka Blomqvist lächelt in die Kamera.

Ein Sonnenschein ist sie ohnehin, aber gerade strahlt sie sogar noch etwas mehr als sonst: Wölfin Rebecka Blomqvist ist mit dem Start des Trainingslagers zu den Frauen des VfL Wolfsburg zurückgekehrt. Als Gewinnerin einer Bronzemedaille bei der Fußballweltmeisterschaft in Australien und Neuseeland und mit einem verlängerten Vertrag beim VfL. Im Trainingslager erzählt sie von ihrem größten Gänsehautmoment bei der WM und warum sie in Wolfsburg geblieben ist.

Mit Vertrauen zu Bronze

Rund zwei Wochen ist die WM für die Schwedin nun her. Wenn Blomqvist zurückschaut, dann hat sie „gemischte Gefühle“: „Wir sind sehr stolz auf unsere Leistung, aber natürlich ist durch das verlorene Halbfinale gegen Spanien immer noch ein bisschen Enttäuschung mit drinnen.“ Spanien war in der 81. Minute der Partie mit 1:0 in Führung gegangen. Sieben Minuten später gelang der Wölfin der Ausgleich für Schweden. Die Freude über den Anschluss währte aber nicht lange: Rund 60 Sekunden später traf Spanien zum 2:1-Entstand. Für die Schwedinnen war es ein kleines Deja-vu: Bereits bei der WM 2019 und der EM 2022 waren sie im Halbfinale ausgeschieden. „Uns hat in einem kleinen Moment der Fokus gefehlt, sodass es wieder das Spiel um Platz drei geworden ist“, analysiert Blomqvist. Gleichzeitig betont sie: „Wie wir dann aber gegen Australien gespielt haben, macht mich sehr stolz.“ Daran, dieses letzte WM-Spiel und Bronze gewinnen zu können, habe im Team nie jemand Zweifel gehabt: „Wir hatten immer das Gefühl, dass wir das gemeinsam hinbekommen, wenn wir alles geben. Wir haben wirklich großes Vertrauen ineinander.“

Gänsehaut bleibt

Blomqvist selbst war während der WM in einer Joker-Rolle: Immer wieder wechselte sie Schwedens Coach Peter Gerhardsson gegen Ende der regulären Spielzeit ein. Auch deshalb, weil sich Blomqvist dann als sehr wertvoll erwies: In insgesamt 163 Einsatzminuten traf sie dreimal. „Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Ich habe mehr gespielt als bei den vergangenen Turnieren und es war schön, ein paar Tore zu schießen, die der Mannschaft helfen“, sagt die VfL-Stürmerin. Besonders in Erinnerung bleiben wird ihr das Achtelfinale gegen die USA, in dem es nach 120 Minuten noch 0:0 stand: „Wenn ich die Bilder von diesem Elfmeterschießen angucke, dann kriege ich die meiste Gänsehaut. In diesem Spiel waren so viele Gefühle drinnen und als es vorbei war, haben wir alle pure Euphorie gespürt.“ Sie selbst hatte ihren Elfmeter vergeben, beide Teams mussten lange zittern. Erst nach einem Videobeweis war schließlich klar, dass Schweden mit 5:4 ins Viertelfinale einzieht. Siege wie der gegen die USA und der im Viertelfinale gegen Japan helfen Blomqvist, die Bronzemedaille als Erfolg zu sehen: „Natürlich wollten wir eigentlich ins Finale kommen und hatten das Gefühl, dass dieses Jahr unser Jahr ist. Aber man muss auch die Spiele sehen, in denen wir sehr gut gespielt und gewonnen haben.“ Es sei schön gewesen, mit einem Erfolg nach Hause zu fliegen: „Natürlich war die Stimmung mit der Medaille deutlich besser, als sie es ohne gewesen wäre!“

Ich bin sehr glücklich, dass ich noch hier bin und kann mir gerade auch gar nicht vorstellen, irgendwo anders zu sein. Ich freue mich sehr auf die neue Saison!
Rebecka Blomqvist

Vorfreude auf den VfL

Jetzt gilt Blomqvists Fokus wieder dem VfL Wolfsburg. Nachdem die Zeichen kurzzeitig auf Abschied standen, hat sie ihren Vertrag im Juli doch verlängert: „Ich bin sehr glücklich, dass ich noch hier bin und kann mir gerade auch gar nicht vorstellen, irgendwo anders zu sein. Ich freue mich sehr auf die neue Saison“, betont die Wölfin. Am VfL schätzt sie vor allem das familiäre Umfeld und die hervorragenden sportlichen Bedingungen. In der kommenden Spielzeit möchte sie „natürlich so viel wie möglich spielen, Tore schießen und damit der Mannschaft helfen.“ Mit dem Team hat die Stürmerin ehrgeizige Ziele: „Wir sind Wolfsburg und wir sind gut genug, um mit um Titel zu spielen – um alle drei.“