Die VfL-Frauen bejubeln in der UWCL beim AC Florenz einen Treffer.
MI .  8.  NOV . 2017
Frauen

Großer Schritt getan

VfL-Frauen gewinnen in der UWCL beim AC Florenz mit 4:0 (0:0).

Die VfL-Frauen bejubeln in der UWCL beim AC Florenz einen Treffer.

Die Wölfinnen haben einen riesigen Schritt in Richtung Viertelfinale der UEFA Women`s Champions League getan. Nachdem das Tor vom AC Florenz in Durchgang eins noch wie vernagelt war, schlug die Lerch-Elf nach Wiederanpfiff gnadenlos zu. Zweimal Sara Gunnarsdottir (49., 60.), Pernille Harder (54.) sowie ein Eigentor der ACF-Torfrau Stephanie Öhrström (73.) sorgten für die grün-weißen Treffer. Damit hat sich Wolfsburg eine blendende Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch (15. November, 18 Uhr) im AOK Stadion geschaffen.

Zwei personelle Änderungen

Im Vergleich zur 0:1-Niederlage in Freiburg brachte VfL-Cheftrainer Stephan Lerch zwei Neue in die Startelf der Wölfinnen. Lara Dickenmann und Ewa Pajor begannen für Vanessa Bernauer und Tessa Wullaert. In der Angriffsreihe der Gastgeber, italienischer Double-Gewinner des vergangenen Jahres, stand unter anderem die noch aus ihrer Zeit in der Bundesliga (Sand, Potsdam) bekannte Ilaria Mauro.

Wölfinnen gewinnen schnell Dominanz

Durchaus angriffslustig und offensiv ausgerichtet startete „La Viola“ vor etwa 3.500 Zuschauern im Stadio Artemio Franchi in die Partie. Der Außenseiter versuchte Grün-Weiß mit schnellen Ballstafetten zu überraschen. Tatjana Bonetti fasste sich aus 18 Metern ein Herz, schoss aber über die Querlatte (9.). Der VfL blieb cool und reagierte seinerseits mit einer ersten gefährlichen Strafraumszene: Nachdem ACF-Keeperin Öhrström zunächst einen Schrägschuss Pernille Harders abwehren konnte, knallte Pajor den Nachschuss über den Kasten (11.). Kurz darauf hatte Harder viel Pech, dass ihre Direktabnahme nur haarscharf am rechten Aluminium vorbeistrich (15.). Nun war die Lerch-Elf im Spiel und drängte die Italienerinnen verstärkter in deren Hälfte. Nach 24 Minuten hätten die Wölfinnen dann eigentlich schon den verdienten Lohn für ihre nun deutliche Überlegenheit erhalten müssen, doch wieder scheiterte Pajor mit Schrägschuss an der famosen Öhrström, der Nachschuss von Caroline Hansen strich dann nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbei.

Immer wieder Öhrström

Wenig später war es dann zunächst Alex Popp, die zu hoch zielte (27.), dann erneut Hansen, die hauchdünn links vorbeischoss (28.). Inzwischen hätten die Wölfinnen eigentlich längst führen müssen, hatten aber ihr Visier noch nicht optimal eingestellt. Defensiv kaum gefordert, offensiv mit guten Kombinationen aufwartend, musste nun nur noch der berühmte Torknoten platzen. Aber auch Dickenmann verfehlte nach einer Ecke aus dem Rückraum das gegnerische Gehäuse (35.), ebenso wie erneut die agile Hansen nach schönem Sololauf (40.). Kurz vor der Pause trauten sich die Gastgeberinnen dann auch mal wieder in die Wolfsburger Hälfte. Doch Valery Vigiluccis Fernschuss brachte VfL-Schlussfrau Almuth Schult nicht in Gefahr (42.). So rettete den Gastgeberinnen grün-weißes Pech, aber auch die fehlende Konsequenz im Abschluss sowie eine starke Florentiner Schlussfrau, die auch bei letzten Versuchen Harders (44.) und Hansens (45.) auf dem Posten war, ein schmeichelhaftes 0:0 in die Pause.

Gunnarsdottir lässt Knoten platzen

In Durchgang zwei holten die Wölfinnen dann schnell das nach, was ihnen in den 45 Minuten zuvor nicht gelungen war: Sie trafen in die Maschen des italienischen Gehäuses. Nach 49 Minuten war es zunächst Sara Gunnarsdottir, die einen abgerutschten Versuch Harders aus kurzer Distanz zum erlösenden 1:0 über die Linie drücken konnte. Nur fünf Minuten später war es Harder selbst, die mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze auf 2:0 stellte. Und weiter fünf Minuten danach gelang dann erneut Gunnarsdottir das 3:0 – die Messe war nun gelesen. Die tapferen Violetten hatten nun kaum noch etwas entgegenzusetzen, am Ende sorgte ausgerechnet die so lange unbezwungene Öhrström durch ein Eigentor für den 4:0-Endstand. Popp hatte eine Hansen-Flanke per Kopf an den Innenpfosten platziert, von wo das Leder an den Körper der ACF-Torfrau und dann über die Torlinie sprang (73.). Kurz darauf durfte sich Katharina Baunach mit ihrer Einwechslung über ihr Pflichtspiel-Debüt bei den Wölfinnen freuen (74.). Mit diesem deutlichen Auswärtserfolg stehen die Grün-Weißen bereits mit einem Bein im Viertelfinale, wollen aber in einer Woche beim Rückspiel nicht nachlassen und an die gute Leistung anknüpfen.

Lerch lobt Leistungssteigerung

VfL-Chefcoach Stephan Lerch haderte zwar mit den vielen vergebenen Möglichkeiten in Durchgang eins, zeigte sich mit der Leistungssteigerung seiner Spielerinnen nach Wiederanpfiff dagegen sehr zufrieden: „Wir wussten, dass wir auf einen starken Gegner treffen, der die Räume engmacht. Florenz hat in Halbzeit eins tatsächlich defensiv sehr kompakt gestanden, wir selbst haben aber auch keine Lösungen dagegen gefunden und zu viele Fehlpässe gespielt. Zwar hatten wir auch hier schon sehr gute Torchancen, die wir aber nicht genutzt haben.“ Der Führungstreffer nach Wiederanpfiff sei dann der entscheidende Brustlöser gewesen. „Nach dem 1:0 haben wir Selbstbewusstsein bekommen und viel entschlossener in der Offensive und besser gespielt.“ Ein Sonderlob gab Lerch auch noch einmal an den AC Florenz, der für eine lautstarke Kulisse gesorgt hatte. „Allergrößten Respekt vor dem Rahmen hier, das war eine tolle Atmosphäre.“

AC Florenz: Öhrström – Tortelli (81. Daniel), Linari, Bartoli – Guagni, Carissimi, Adami, Vigilucci – Bonetti (74. Einarsdottir), Mauro, Caccamo (69. Brazil)

VfL Wolfsburg: Schult – Maritz, Fischer, Peter, Dickenmann – Gunnarsdottir, Goeßling, Hansen (78. Bernauer), Popp, Harder (74. Baunach) – Pajor (67. Blässe)

Tore: 0:1 Gunnarsdottir (49.), 0:2 Harder (54.), 0:3 Gunnarsdottir (60.), 0:4 Öhrström (Eigentor, 73.)

Gelbe Karten: -

Schiedsrichterin: Sara Persson (SWE)

Zuschauer: 3.500 am Mittwochabend im Stadion Artemio Franchi in Florenz

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