SA . 25. 08. 2018
Männer

Ginczek lässt Wölfe jubeln

Erfolgreicher Ligastart: Grün-Weiß schlägt Königsblau spät mit 2:1.

Was für ein Saisonauftakt! Die Wölfe schlagen zum Liga-Auftakt den deutschen Vize-Meister FC Schalke 04 durch einen Treffer Daniel Ginczeks in der Nachspielzeit mit 2:1 (1:0). In einer hochemotionalen Partie mit neun Karten – darunter ein Platzverweis für den Schalker Matija Nastasic – hatte John Anthony Brooks die Labbadia-Elf in Front gebracht (33.), ehe Königsblau nach 85 Minuten in Unterzahl durch ein Elfmetertor Nabil Bentalebs ausgeglichen hatte. Dann stach Joker Ginczek!

Pflichtspiel-Debüt für Weghorst

Zum Ligaauftakt gegen den letztjährigen Vize-Meister FC Schalke 04 veränderte VfL-Cheftrainer Bruno Labbadia seine mit 1:0 siegreiche Pokal-Startelf aus Elversberg auf zwei Positionen: Ignacio Camacho und Neuzugang Wout Weghorst ersetzten Yannick Gerhardt und den unter der Woche leicht angeschlagenen Ginczek. Der neue Kapitän der Grün-Weißen, Josuha Guilavogui, trug erstmals die für Vielfalt und Toleranz stehende Regenbogenbinde. Die Königsblauen starteten gegenüber ihrem 2:0-Pokalerfolg in Schweinfurt mit Neuzugang Suat Serdar für Bentaleb, blieben ansonsten aber unverändert.

Mutige Wölfe mit Chancenplus

Die Grün-Weißen starteten durchaus forsch in die neue Spielzeit, hielten die Gäste erst einmal vorm eigenen Gehäuse fern und suchten selbst die Initiative. In der 4. Minute ging erstmals ein Raunen durch die Volkswagen Arena, als der von Maximilian Arnold eingesetzte Guilavogui vom rechten Strafraumeck zum Abschluss kam, aber am langen Eck vorbeizielte. Auch wenn der VfL den Gelsenkirchenern in der Folge mehr Spielanteile gönnte, wurde es nicht wirklich gefährlich im eigenen Sechzehner, auch die gefürchtete Standardstärke der Tedesco-Elf kam zunächst nicht zum Tragen. Im Gegenteil: Es war ein Wolf, der per direktem Freistoß gefährlich wurde: William schlenzte das Leder aus 19 Metern aufs linke Eck und zwang S04-Keeper Ralf Fährmann zur ersten Parade (22.).

Brooks trifft zum Jubiläum

Die Grün-Weißen witterten ihre Chance und blieben am Drücker. Erneut versuchte es Guilavogui von der Strafraumgrenze, traf Kugel aber nicht richtig und brachte so nur ein Schüsschen zustande (26.). Strammer, allerdings zu unplatziert, war da schon Arnolds Geschoss kurze Zeit später (30.). Nach 33 Minuten gelang der Labbadia-Elf die durchaus verdiente Führung – im Anschluss an einen Eckball. Die Schalker Defensive zeigte sich bei Arnolds Hereingabe von rechts indisponiert, ließ Jubilar Brooks in seinem 100. Bundesliga-Einsatz vollkommen alleine, so dass dieser Fährmann per Kopfballaufsetzer überwinden konnte – der erste Treffer des früheren Berliners im Wölfe-Trikot! Erst in der 36. Minute musste VfL-Schlussmann Koen Casteels gegen Mark Uths allerdings zu schwachen Kopfball erstmals und auch das einzige Mal in Durchgang eins eingreifen – ein Nachweis des wirklich guten VfL-Auftritts.

VfL verpasst Vorentscheidung

Zur Pause musste dann Guilavogui das Spielfeld angeschlagen, und zudem bereits verwarnt, verlassen. Gerhardt ersetzte ihn, Casteels übernahm die Kapitänsbinde. Den ersten Torschuss konnten erneut die Hausherren verbuchen, doch der von Jerome Roussillon auf die Reise geschickte Weghorst verzog (50.). Kurz darauf war es Renato Steffen, dessen Kopfball knapp den kurzen Pfosten verfehlte (57.). Inzwischen mit deutlich mehr Ballbesitz agierend verpassten die Grün-Weißen in dieser Phase den vorentscheidenden Punch. So musste man immer auf der Hut sein, dass der Revierklub nicht eine seiner wenigen Gelegenheiten nutzte – so als Serdar nach 56 Minuten nur knapp am langen Aluminium vorbeizielte.

Überzahl, Hektik, Gegentor – dann trifft Ginczek

Nach 65 Minuten wurde es dann hektisch und kurios: Zunächst waren die Wölfe plötzlich in Überzahl, nachdem S04-Innenverteidiger Nastasic überhart mit offener Sohle gegen Weghorst agiert hatte und nach Studium der Videobilder Rot sah. Nur wenige Zeigerumdrehungen später gerieten dann im Schalker Strafraum Guido Burgstaller und erneut Weghorst aneinander. Der Schalker Stürmer kassierte für sein Foul Gelb, der Niederländer für einen leichten Rempler überraschend den Platzverweis. Diesen nahm Schiedsrichter Patrick Ittrich aber nach erneuter Konsultierung des Video-Referees zurück und tauschte den roten zurecht gegen den gelben Karton ein. Dann wurde auch wieder Fußball gespielt: Brooks Versuch von der Strafraumgrenze geriet aber zu schwach und unplatziert (78.). So passierte das, was so oft passiert, wenn man die eigenen Chancen nicht nutzt: In Minute 84 rettete Casteels zwar zunächst glänzend gegen den einschussbereiten Breel Embolo, doch im Anschluss an die folgende Ecke kam Embolo dann im Duell mit Brooks zu Fall – Elfmeter! Der gerade eingewechselte Bentaleb verwandelte sicher zum 1:1 (85.). Doch die Wölfe zeigten Moral – und bissen in der langen Nachspielzeit tatsächlich noch einmal zu! Der allein vor Fährmann auftauchende Gerhardt scheiterte zunächst am Schlussmann der Blau-Weißen, doch Joker Ginczek knallte das Leder im Nachschuss von der Strafraumgrenze in die Maschen. Die späte, aber verdiente Entscheidung war geschafft – und damit die ersten drei Punkte der neuen Saison gesichert.

VfL Wolfsburg: Casteels – William, Knoche, Brooks, Roussillon – Camacho, Gulavogui (46. Gerhardt), Arnold, Steffen, Brekalo (85. Mehmedi) – Weghorst (74. Ginczek)

FC Schalke 04: Fährmann – Sané, Naldo, Nastasic – Caligiuri, Serdar (83. Bentaleb), McKennie, Baba, Harit (58. Embolo), Uth – Burgstaller (73. Teuchert)

Tore: 1:0 Brooks (33.), 1:1 Bentaleb (85, FE), 2:1 Ginczek (90.+4)

Gelbe Karten: William, Guilavogui, Weghorst, Gerhardt, Brooks / Sané, McKennie, Burgstaller

Besondere Vorkommnisse: Nastasic sieht Rot (65.)

Zuschauer: 26.621 am Samstagnachmittag in der Volkswagen Arena

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

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