03.07.2017
Mein Werk. Mein Verein. Eine Geschichte.

Einer für alles

Bei Volkswagen hatte Edwin Meyer seine feste Position. Im VfL-Team war er Allrounder. 

Westfalenstadion, Flutlicht, 25.000 Zuschauer. „Das war für uns ein Riesending. Da brauchst du keine Extra-Motivation“, sagt Edwin Meyer, und seine Augen funkeln noch heute. Angestachelt von der  ungewohnten Kulisse sorgten die Grün-Weißen für eine kleine Sensation. Bei Borussia Dortmund, Topfavorit auf den Bundesliga-Aufstieg, erkämpfte der Underdog VfL im Mai 1975 ein 2:2-Remis. Zwei Treffer von Wölfi Krause sicherten den Punkt, Meyer war über 90 Minuten mit von der Partie. Es war in der einzigen gemeinsamen Zweitligaspielzeit das zweite Pflichtspielduell überhaupt mit den Schwarzgelben. Und für die Wölfe zugleich das größte Abenteuer der gesamten Saison.

Für Meyer könnte die Partie als Blaupause seiner gesamten VfL-Karriere dienen, denn exemplarisch bewies er in der Kietzmann-Elf an diesem Freitagabend seine besondere Flexibilität. Bei Anpfiff noch spielte er im defensiven Mittelfeld. Als sich Toni Matz jedoch verletzte, rückte Meyer nach hinten und half als Libero, den Punktgewinn über die Zeit zu bringen. Solche Rochaden war die spielstarke Allzweckwaffe gewohnt. Vom rechten Verteidiger bis zum Linksaußen besetzte Meyer im VfL-Trikot mit der Zeit alle Positionen. Ausgestattet mit zwei starken Füßen, einer unwahrscheinlichen Kondition und einem guten Kopfballspiel war Meyer für seine Trainer Gold wert.

Dass er seine Talente bei den Grün-Weißen überhaupt einbringen konnte, war der Überzeugungskraft und der Beharrlichkeit von Trainer Imre Farkaszinski sowie Spartenleiter Günther Brockmeyer zu danken. „Ich kam 1971 vom SSV Vorsfelde. Eigentlich war mit Eintracht Braunschweig schon alles klar, aber am Ende überzeugten mich die beiden.“ Auslöser der intensiven Bemühungen war ein Freundschaftsspiel zwischen Vorsfelde und dem VfL. Meyer zeigte ein bärenstarkes Spiel, unterschrieb bei den Grün-Weißen – und blieb sechs Jahre lang ein Wolf. Dabei absolviert er 125 Spiele und erzielte fünf Tore.

Ganz anders verlief seine Karriere im Werk. Dort hatte der gebürtige Bergfelder ab 1973 einen festen Stammplatz, als kaufmännischer Angestellter begann er in der Abteilung Nachkalkulation, die inzwischen Finanzen und Controlling heißt. Bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2012 kümmerte sich Meyer um Kostenrechnungen und Kalkulationen. „Wichtig bei der Arbeit wie beim Fußball war mir vor allem die Gemeinschaft. Dieses soziale Miteinander bei Volkswagen hat mir immer gefallen.“ Auch für seine sportliche Karriere war seine Anstellung ein Glücksfall, denn Volkswagen gestand „seinen“ Fußballern einiges zu. „Die Belastung durch Sport und Beruf war hoch, aber uns wurde auch vieles ermöglicht. Wir durften meist gegen 14 Uhr Feierabend machen, um rechtzeitig auf den Platz zu kommen.“

Um in der neuen 2. Bundesliga, wo die Wölfe 1974/1975 zu den Gründungsmitgliedern zählten, mithalten zu können, reichte das nicht ganz aus. Speziell die Konkurrenz aus dem Westen arbeitete bereits unter Profibedingungen. „In unserem ersten Jahr hätten wir es trotzdem packen können. Oft haben nur das letzte Quäntchen Kraft und eine gewisse Sicherheit gefehlt“, so der 62-Jährige. So verpassten die Wölfe den Klassenerhalt 1975 nur ganz knapp – am Ende fehlten drei Punkte. Es folgte der sofortige Wiederaufstieg 1976. Doch die Etablierung in der zweiten Liga gelang auch im zweiten Anlauf nicht. Trotzdem fällt Edwin Meyers VfL-Fazit positiv aus: „Es waren sechs schöne Jahre, und wir haben viele tolle Momente erlebt.“ Einige blieben für immer im Gedächtnis. Wie der Erfolg im Dortmunder Hexenkessel, den die Wölfe noch zwei Stunden nach Abpfiff im Entmüdungsbecken des Westfalenstadions feierten.

Veröffentlicht in „Unter Wölfen“ am 27. September 2014.

Westfalenstadion, Flutlicht, 25.000 Zuschauer. „Das war für uns ein Riesending. Da brauchst du keine Extra-Motivation“, sagt Edwin Meyer, und seine Augen funkeln noch heute. Angestachelt von der  ungewohnten Kulisse sorgten die Grün-Weißen für eine kleine Sensation. Bei Borussia Dortmund, Topfavorit auf den Bundesliga-Aufstieg, erkämpfte der Underdog VfL im Mai 1975 ein 2:2-Remis. Zwei Treffer von Wölfi Krause sicherten den Punkt, Meyer war über 90 Minuten mit von der Partie. Es war in der einzigen gemeinsamen Zweitligaspielzeit das zweite Pflichtspielduell überhaupt mit den Schwarzgelben. Und für die Wölfe zugleich das größte Abenteuer der gesamten Saison.

Für Meyer könnte die Partie als Blaupause seiner gesamten VfL-Karriere dienen, denn exemplarisch bewies er in der Kietzmann-Elf an diesem Freitagabend seine besondere Flexibilität. Bei Anpfiff noch spielte er im defensiven Mittelfeld. Als sich Toni Matz jedoch verletzte, rückte Meyer nach hinten und half als Libero, den Punktgewinn über die Zeit zu bringen. Solche Rochaden war die spielstarke Allzweckwaffe gewohnt. Vom rechten Verteidiger bis zum Linksaußen besetzte Meyer im VfL-Trikot mit der Zeit alle Positionen. Ausgestattet mit zwei starken Füßen, einer unwahrscheinlichen Kondition und einem guten Kopfballspiel war Meyer für seine Trainer Gold wert.

Dass er seine Talente bei den Grün-Weißen überhaupt einbringen konnte, war der Überzeugungskraft und der Beharrlichkeit von Trainer Imre Farkaszinski sowie Spartenleiter Günther Brockmeyer zu danken. „Ich kam 1971 vom SSV Vorsfelde. Eigentlich war mit Eintracht Braunschweig schon alles klar, aber am Ende überzeugten mich die beiden.“ Auslöser der intensiven Bemühungen war ein Freundschaftsspiel zwischen Vorsfelde und dem VfL. Meyer zeigte ein bärenstarkes Spiel, unterschrieb bei den Grün-Weißen – und blieb sechs Jahre lang ein Wolf. Dabei absolviert er 125 Spiele und erzielte fünf Tore.

Ganz anders verlief seine Karriere im Werk. Dort hatte der gebürtige Bergfelder ab 1973 einen festen Stammplatz, als kaufmännischer Angestellter begann er in der Abteilung Nachkalkulation, die inzwischen Finanzen und Controlling heißt. Bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2012 kümmerte sich Meyer um Kostenrechnungen und Kalkulationen. „Wichtig bei der Arbeit wie beim Fußball war mir vor allem die Gemeinschaft. Dieses soziale Miteinander bei Volkswagen hat mir immer gefallen.“ Auch für seine sportliche Karriere war seine Anstellung ein Glücksfall, denn Volkswagen gestand „seinen“ Fußballern einiges zu. „Die Belastung durch Sport und Beruf war hoch, aber uns wurde auch vieles ermöglicht. Wir durften meist gegen 14 Uhr Feierabend machen, um rechtzeitig auf den Platz zu kommen.“

Um in der neuen 2. Bundesliga, wo die Wölfe 1974/1975 zu den Gründungsmitgliedern zählten, mithalten zu können, reichte das nicht ganz aus. Speziell die Konkurrenz aus dem Westen arbeitete bereits unter Profibedingungen. „In unserem ersten Jahr hätten wir es trotzdem packen können. Oft haben nur das letzte Quäntchen Kraft und eine gewisse Sicherheit gefehlt“, so der 62-Jährige. So verpassten die Wölfe den Klassenerhalt 1975 nur ganz knapp – am Ende fehlten drei Punkte. Es folgte der sofortige Wiederaufstieg 1976. Doch die Etablierung in der zweiten Liga gelang auch im zweiten Anlauf nicht. Trotzdem fällt Edwin Meyers VfL-Fazit positiv aus: „Es waren sechs schöne Jahre, und wir haben viele tolle Momente erlebt.“ Einige blieben für immer im Gedächtnis. Wie der Erfolg im Dortmunder Hexenkessel, den die Wölfe noch zwei Stunden nach Abpfiff im Entmüdungsbecken des Westfalenstadions feierten.

Veröffentlicht in „Unter Wölfen“ am 27. September 2014.

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