18.05.2019
Männer

„Das kann man sich nicht erträumen“

Die Trainerstimmen zum 8:1-Heimsieg der Wölfe gegen Augsburg.

Mit dem furiosen und gleichzeitig denkwürdigen Saisonfinale, in dem die Wölfe den FC Augsburg mit 8:1 aus dem Stadion und gleichzeitig sich selbst nach Europa geschossen haben, verabschiedete sich Bruno Labbadia als VfL-Cheftrainer. Während sein Gegenüber Martin Schmidt sich für die „nicht konkurrenzfähige“ Leistung seiner Elf entschuldigen musste, zeigte Labbadia sich nicht nur „extrem stolz“ auf das, was sein Team zum Abschluss auf den Platz gebracht hat, sondern vor allem über die Gesamtentwicklung seiner Schützlinge in der abgelaufenen Saison.
 
Bruno Labbadia: Es ist ein schöner Tag heute. Alles, was man über die gesamte Saison von dieser Mannschaft gesehen hat, hat sie heute nochmal extrem in die Waagschale geworfen: Leidenschaft. Die Bereitschaft, den Gegner permanent ins Pressing zu schieben, dazu Torchancen zu kreieren. Nie aufzugeben und immer dran zu bleiben. Das kann man sich gar nicht erträumen, dass man solch ein Finalspiel so hinlegt. Es passt einfach zu der ganzen Saison, es passt vor allem Dingen aber zu der Mannschaft. Ich habe der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, dass ich extrem dankbar bin, dass ich diese Zeit mit ihr verbringen konnte und sie einem auch den Glauben gibt, dass möglich ist, vieles zu drehen, indem man eine Bereitschaft, Mentalität und Freude für das Spiel an sich weckt. Das ist uns miteinander gelungen. Ich bin extrem stolz – egal, wie dieses Spiel ausgegangen ist – wie sie sich als Mannschaft entwickelt hat. Das ist beachtenswert und es ist einfach klasse zu sehen, was da zusammengewachsen ist. Ich freue mich jetzt riesig, die Mannschaft im kommenden Jahr zu sehen – vor dem Fernseher oder auch live. Darauf freue ich mich und darüber, dass dieser Verein nach zwei Jahren der Depression, jetzt wieder in Europa ist. Das ist hammermäßig und ein krönender Abschluss für eine wirklich intensive Zeit. Man glaubt ja, bei einem Werksklub könne man keine Emotionen entfachen, aber hier habe ich in den letzten Wochen so viele Emotionen von Menschen erlebt, die mir begegnet sind. Auch das nehme ich mit und bin sehr froh, dass ich diese Station hier gehabt habe.

Martin Schmidt: Klar waren wir heute mit dem allerletzten Aufgebot hier und es standen drei, vier Spieler auf dem Platz, die seit längerem keine Bundesliga mehr gespielt haben. Viele Möglichkeiten hatten wir nicht mehr, weil fast die komplette Stammelf daheim ist. Und trotzdem darf das nicht passieren, was passiert ist. Es ist eine Riesenenttäuschung für mich und das komplette Team – und auch für den gesamten Verein. Das war eine historisch hohe Niederlage. Das darf auch im letzten Spiel nicht passieren. Wir kamen von Anfang an nicht in die Zweikämpfe, so stand es zur Pause 0:3. Dann mussten wir schon wieder verletzungsbedingt wechseln und wollten trotzdem raus, um den Fuß nochmal reinzukriegen. Die Wechsel in der Innenverteidigung haben uns nochmal durcheinandergebracht, die Viererkette hat so noch nie trainiert oder gespielt. So kassieren wir dann in vier Minuten drei Tore zum 0:6. Dann wurde es schwierig. Ich glaube, heute waren nicht alle mit der richtigen Mentalität auf dem Platz. Ich muss mich auch bei der Liga entschuldigen, denn das, was wir geboten haben, war heute nicht konkurrenzfähig. So nehme ich sehr viel Arbeit mit – fußballerisch, athletisch, aber auch von der Mentalität her. Wir haben heute nicht den richtigen FC Augsburg gesehen. Ich kann garantieren, dass wir in der nächsten Saison ganz anders zurückkommen.

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