25.02.2019
Soziales

Aus einem anderen Blickwinkel

Starkes Zeichen für Inklusion.

Erstmalig hat der VfL Wolfsburg den Schlusspunkt der „Paralympischen Woche“ gesetzt. Vom 18. bis 22. Februar fand im Rahmen des Leuchtturmprojekts Lernort Stadion die dritte von der DFL Stiftung geförderte Veranstaltung statt. Zahlreiche Jugendliche hatten sich an insgesamt elf Fußball-Lernorten in verschiedenen inklusiven Sportarten ausprobiert, um so eine andere Perspektive zu erleben und Berührungsängste abzubauen.

Hochrangige Gäste vor Ort

Die Wölfe setzten am vergangenen Freitag (22. Februar) den Schlusspunkt und begrüßten dabei hochrangige Gäste. Neben VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer waren Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender DFL Stiftung, und Niko Kappel, Para-Leichtathlet und Kurator der DFL Stiftung, vor Ort. Bevor sie in einer Talkrunde über ihre Erfahrungen zum Thema Inklusion in Sport sowie Gesellschaft sprachen, probierten sie sich an den Mitmach-Stationen Walking Football sowie Blinden- und Gehörlosenfußball aus. Im Hygia X-Perience Park schnürte Ex-Profi Schäfer wieder die Fußballschuhe, allerdings ohne Ball und Tor sehen zu können. Waren in seiner aktiven Karriere eher feine Technik und gutes Spielverständnis gefragt, musste sich der Meister und Pokalsieger beim Blindenfußball vertrauensvoll auf seine Mitspieler verlassen. „Eine wertvolle Erfahrung und gute Möglichkeit, einmal die Perspektive zu wechseln. Ohne die gemeinsame Kommunikation wäre man ziemlich verloren“, äußerte sich der Sportdirektor direkt im Anschluss. „Das sind zentrale Werte, die sich auf viele Lebensbereiche in der Gesellschaft übertragen lassen. Es ist wichtig, selbst diese Erfahrungen zu machen, um einen anderen Blickwinkel zu bekommen.“

Teilhabe ermöglichen

Inklusion ist in allen Bereichen ein sehr wichtiges Thema, das beim VfL Wolfsburg im besonderen Maße mit viel Leben gefüllt wird, um Menschen mit und ohne Handicap zusammen zu bringen. Bei der Abschlussveranstaltung der „Paralympischen Woche“ konnten die Teilnehmer (unter anderem aus Berlin, Leverkusen und Dortmund) miterleben, mit welcher Begeisterung alle Beteiligten mitwirkten. Dank dieser Projekte wird Teilhabe ermöglicht und Inklusion vorangetrieben. „Demokratie braucht Inklusion, um in einer vielfältigen Gesellschaft leben zu können. Der Sport im Allgemeinen und der Fußball im Besonderen sind tolle Methoden, um das Thema in die Breite zu tragen“, so Dusel in der Talkrunde im Evencenter der Volkswagen Arena. Der niedersächsische Fußball-Bundesligist initiiert seit vielen Jahren unterschiedlichste Projekte, um Universalität praktisch erlebbar zu machen. Schäfer: „Wir sehen den Sport ganzheitlich und haben in dieser Saison mit der Regenbogen-Kapitänsbinde für alle Teams im Männer- und Frauenbereich ein starkes Zeichen gesetzt. Wir wollen Inklusion nicht nur kommunizieren, sondern vielfältig agieren und unserer Vorbild-Funktion gerecht werden.“ Für den DFL-Vorstandsvorsitzenden Kiefer nehmen die Wolfsburger eine Vorreiterrolle ein. „Die gesellschaftliche Verantwortung ist beim Fußball angekommen. Der Sport kann dazu beitragen, Inklusion im Alltag voranzubringen. Es ist wichtig, dass sich hier die Menschen begegnen.“

Kampf gegen Barrieren

Niko Kappel war Behindertensportler des Jahres 2017, hat paralympisches Gold geholt und ist der amtierende Weltmeister im Kugelstoßen. Der kleinwüchsige Para-Leichtathlet setzt sich ebenfalls stark für Inklusion ein, ohne sein Handicap – der Welzheimer ist 1,40 Meter groß – selbst zu ernst zu nehmen. Seine launigen Kommentare beim Talk in Wolfsburg kamen gut an und sorgten bei den Gästen für einige Lacher. Im Kampf gegen Barrieren und für mehr Akzeptanz von Menschen mit Behinderung ist der 23-Jährige ein großes Vorbild. „Man muss mit seinen Voraussetzungen das Beste im Leben machen und seinen Platz in der Gesellschaft finden. Solche Projekte helfen dabei, sich selbst auszuprobieren, die Perspektive zu wechseln und das Thema zu platzieren.“ Mit der „Paralympischen Woche“ ist es den Verantwortlichen einmal mehr gelungen, Berührungsängste abzubauen und ein besseres Verständnis für Menschen mit Behinderung zu schaffen.

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