Ingo Eismann, ehemaliger Spieler des VfL Wolfsburg.Er führt den Ball bei einem Spiel.
24.05.2020
Geschichte

Trockene Grätsche

In 21 Jahren beim VfL hat Ingo Eismann eine Menge erlebt. Bei Volkswagen auch.

Ingo Eismann, ehemaliger Spieler des VfL Wolfsburg.Er führt den Ball bei einem Spiel.

Was in den USA angeblich jederzeit möglich ist, das geht in Wolfsburg schon lange. Zumindest zu Zeiten Ingo Eismanns. „Meine Laufbahn bei Volkswagen gleicht ein bisschen einer Tellerwäscher-Karriere“, sagt er. „Ich hatte gewaltiges Glück und bin dankbar dafür, wie sich alles entwickelt hat.“ Als Lehrling zum Maschinenschlosser fing Eismann 1969 wahrlich klein an, arbeiten sollte er in diesem Beruf aber nie. Nach einer Weiterbildung in der Abendschule wechselte er stattdessen in die Systemanalyse und von dort 1982 für über zwei Jahrzehnte dann in den Audi Vertrieb. Nach zwei Jahren im Marketing Management Institut (MMI) in Braunschweig folgte die spannendste Zeit: Als Unterabteilungsleiter im After Sales war Eismann 15 Jahre lang in der Welt unterwegs, erstellte Studien zur Kundenzufriedenheit und war außerdem zuständig für die Koordination des Volkswagen Audi-Händlerverbandes. „Ich war in Peking, Moskau und vielen anderen Metropolen, von meiner Berufszeit kann ich daher nur schwärmen. Meine Arbeit bei Volkswagen hat mir vom ersten Tag bis zu meiner Rente vor zwei Jahren riesigen Spaß gemacht.“ 

Ingo Eismann, ehemaliger Spieler des VfL Wolfsburg, lächelt in die Kamera und blättert im Stadion Magazin Unter Wölfen.

VfL-Gesicht einer ganzen Dekade

Dass Ingo Eismann vielen Menschen in Wolfsburg ein Begriff ist, hat aber noch einen anderen Grund: In jungen Jahren war er einer der bekanntesten Fußballer der Stadt. Genau 352 Ligaspiele bestritt er für den VfL, führte einige Jahre die Grün-Weißen als Kapitän. Ganz anders als sein Vater, der in der DDR-Oberliga als Stürmer aktiv gewesen war, bevorzugte der im thüringischen Suhl geborene Eismann dabei eher das Rustikale. „Wir hatten viele gute Techniker im Team. Dazu gehörte ich nicht“, schmunzelt der 65-Jährige. „Aber wenn man so hart gespielt hat wie ich, dann bekam man auch weniger ab.“ Tatsächlich findet man aus den 70ern kaum eine VfL-Elf ohne den Namen Eismann. Der Außenverteidiger war so gut wie nie verletzt, gehörte von 1969/1970, seiner ersten Saison in der Ersten, bis zum Karriereende neun Jahre später fast immer zum Stamm. Nimmt man die Zeit ab der C-Jugend dazu, in der Eismann mit zehn Jahren bei den Grün-Weißen anfing, dann kommen 21 Jahre VfL Wolfsburg zusammen. Für einen anderen Verein hat er niemals gespielt. „Die Möglichkeit hätte es schon mal gegeben, aber ein Bedürfnis nach Veränderung hatte ich nie. Allein schon meine sichere Arbeit bei Volkswagen hat immer den Ausschlag gegeben, zu bleiben.“

Aus Versehen vom Platz gestellt

Je zweimal stieg Eismann mit Wölfen von der Amateur-Oberliga in die zweite Liga auf und sowie jeweils direkt wieder ab. Als seine stärksten Gegenspieler erinnert er sich an Werner Greth vom FC St. Pauli sowie an Schalkes Reinhard „Stan“ Libuda. Illustre Figuren gab es mitunter aber auch im eigenen Klub. „Wir hatten mal einen Trainer, der nicht wirklich aus dem Fußball kam. Der hat uns im Training das trockene Grätschen üben lassen“, erinnert sich Eismann. Am meisten geprägt habe ihn ein anderer Chefcoach, nämlich VfL-Trainerdenkmal Imre Farkaszinski www.vfl-wolfsburg.de/der-vfl/geschichte/chronik/1960-bis-1979/den-wolf-im-namen/. „Er hat sehr viel körperliche Fitness verlangt, das kam meinem Spiel nur entgegen.“ Hart zum Gegner und zu sich selbst ist der Fußballer Eismann gewesen, hat in all der Zeit aber nur eine rote Karte gesehen. Und die war auch noch unberechtigt: „Das war eine Szene, in die mehrere Spieler verwickelt waren. Der Schiri hat mich runtergeschickt und kam mir wenig später dann in die Kabine hinterher“, lacht Ingo Eismann. „Er sagte, dass ich jetzt doch wieder mitspielen könne. Er hätte mich leider verwechselt.“    

Veröffentlicht in „Unter Wölfen“ am 27. April 2013. 

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