Ewa Pajor nach ihrem Führungstreffer. Springt in die Luft und jubelt mit der Faust.
16.11.2019
Frauen

Nicht zu stoppen

Die VfL-Frauen gewinnen das DFB-Pokal-Achtelfinale beim FC Bayern München mit 3:1.

Ewa Pajor nach ihrem Führungstreffer. Springt in die Luft und jubelt mit der Faust.

Die letzte Niederlage der VfL-Frauen im DFB-Pokal liegt auf den Tag genau sechs Jahre zurück – und ein Ende der grün-weißen Dominanz in diesem Wettbewerb ist vorerst nicht in Sicht: In einem bis zum Schluss spannenden Achtelfinale in der aktuellen Runde setzte sich der Titelverteidiger mit 3:1 (1:1) beim FC Bayern München durch. Die VfL-Tore vor 1.400 Zuschauern im FC Bayern Campus erzielten Ewa Pajor (2) und Dominique Janssen, zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf Münchens Jovana Damnjanovic. Der Tabellenführer der FLYERALARM Frauen-Bundesliga gewann damit auch sein 15. Pflichtspiel in der laufenden Spielzeit. Der Viertelfinal-Gegner der Wölfinnen wird erst am 9. Februar 2020, dann im Rahmen der ARD-Sportschau, ermittelt. Die Partien werden am 21./22. März 2020 ausgetragen. Nicht so lange warten müssen die deutschen Frauenfußball-Fans auf das nächste Aufeinandertreffen der beiden Top-Teams: Am kommenden Samstag, 23. November (Anstoß um 13 Uhr/live auf ARD ONE), stehen sich die Frauen des VfL Wolfsburg und der FC Bayern München in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga gegenüber. Für dieses Highlight im AOK Stadion www.vfl-wolfsburg.de/stadien/aok-stadion/ sind noch Tickets erhältlich

Popp wieder zurück

Im Vergleich zum 8:0-Auswärtssieg gegen den SC Freiburg vor der Länderspielpause nahm VfL-Cheftrainer Stephan Lerch zwei Änderungen in der Startformation vor: Joelle Wedemeyer rückte für Sara Doorsoun ins Team, Alexandra Popp ersetzte Zsanett Jakabfi. Popp stand erstmals nach ihrem beim Auswärtsspiel in Frankfurt erlittenen Außenbandriss im rechten Fuß wieder in der Startformation der Grün-Weißen, die ebenfalls seit dem Frankfurt-Spiel ausgefallene Fridolina Rolfö wurde eingewechselt.

Bayern kontert Pajors Führung

Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Partie mit vielen Zweikämpfen, ohne dass sich ein Team nennenswerte Vorteile erarbeitete. Torszenen waren in dieser Phase rar gesät: Ein 22-Meter-Freistoß von Dominique Janssen stellte Bayern-Keeperin Laura Benkarth vor keine Schwierigkeiten (14.), in der 20. Minute legte sich Pajor nach einer Popp-Flanke in die Luft – knapp vorbei. Nur eine Minute später war die Torjägerin dann zur Stelle: Wieder war es Popp, die mit einem lang geschlagenen Ball aus der eigenen Hälfte die Vorarbeit leistete. Pajor entledigte sich ihrer Gegenspielerinnen und lupfte das Leder über Benkarth hinweg ans Aluminium.  Im zweiten Versuch zappelte der Ball schließlich im Netz – 1:0. Die Gastgeberinnen pressten nun etwas höher und versuchten, die Wölfinnen bereits im Spielaufbau zu stören. Wenn dieser Plan einmal aufging, eroberte sich der VfL den Ball meist schnell zurück. Und so musste VfL-Torhüterin Hedvig Lindahl auch weiterhin nicht entscheidend eingreifen und eher fußballerische Qualitäten unter Druck denn spektakuläre Paraden zeigen. Den Gegentreffer konnte sie allerdings nicht verhindern: Linda Dallmann setze sich auf der linken Seite durch und legte für Damnjanovic auf, die aus kurzer Distanz traf – 1:1 (45.). Es war die erste Torchance der Münchnerinnen überhaupt. Aus grün-weißer Sicht ein Rückschlag zur Unzeit.
 

Sara Björk Gunnarsdottir im Zweikampf mit Gegenspielerin Linda Dallmann.

Dramatische Schlussphase

Die zweite Hälfte begann mit druckvoll agierenden Wolfsburgerinnen, die nun ihrerseits früh anliefen und den Gegner unter Druck setzten. Nach einer Viertelstunde kam Rolfö in die Partie, realisierte damit ihr Comeback an alter Wirkungsstätte. Immer mehr entwickelte sich nun ein wahrer Pokal-Fight, der seine Attraktivität durch die Spannung und hart geführte Zweikämpfe bezog. Eine große Chance zum 2:1 vergab Popp, die nach einer Pajor-Vorlage aus elf Metern frei zum Schuss kam (70.). Fünf Minuten später hatten dann die Bayern-Fans den Torschrei auf den Lippen, als Simone Laudehr nach einem Freistoß von Carolin Simon per Kopf knapp verpasste. In der 85. Minute packte Rolfö einen Hammer von der linken Seite aus, der noch zur Ecke abgelenkt wurde. Und aus diesem Standard resultierte die erneute Wolfsburger Führung: Nach einer von Lena Goeßling ausgeführten Ecke konnte Benkarth nicht entscheidend klären, den Nachschuss nagelte Janssen unter die Latte – 2:1 (85.). Und das war noch nicht der Schlusspunkt: Nachdem ein Konter zum möglichen 3:1 ungenutzt blieb, rettete im Gegenzug das Aluminium für die VfL-Frauen. Den Sack endgültig zu machte Pajor, die den Ball im leeren Tor unterbrachte, nachdem Benkarth aufgerückt war. Kurz darauf war Schluss – und eine hohe Hürde auf dem erneuten Weg ins Finale nach Köln übersprungen.

„Eine sehr offen geführte Partie“

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch: Wir freuen uns sehr, dass wir diese schwere Aufgabe gemeistert haben – aber es hätte auch anders laufen können. Gerade in der zweiten Hälfte war es eine sehr offen geführte Partie, in der Bayern auch Chancen hatte und wir zu einem glücklichen Zeitpunkt das 2:1 gemacht haben. Die Zuschauer haben ein packendes, spannendes und auch hochklassiges Spiel gesehen und wir sind sehr glücklich, dass wir die nächste Runde erreicht haben.

FC Bayern München: Benkarth – Hendrich, Wenninger (87. Islacker), Laudehr, Simon – Lohmann, Magull – Skorvankova (67. Ilestedt), Dallmann (77. Schweers), Beerensteyn – Damnjanovic

VfL Wolfsburg: Lindahl – Maritz (80. Wolter), Wedemeyer (62. Doorsoun), Goeßling, Janssen, Rauch – Engen, Harder (61. Rolfö), Gunnarsdottir – Pajor, Popp 

Tore: 0:1 Pajor (21.), 1:1 Damnjanovic (45.), 1:2 Janssen (85.), 1:3 Pajor (90.)

Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Baunatal)

Zuschauer: 1.400 am Samstagnachmittag im FC Bayern Campus

Gelbe Karten: Ilestedt – Goeßling, Popp


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