Tempo, Konzentration und Lernprozesse
Für Zielinska stehen im Winter-Trainingslager vor allem die sportlichen Unterschiede zwischen Nachwuchs- und Profibereich im Fokus. „Für mich ist der größte Unterschied zwischen der U20 und der ersten Mannschaft das Tempo. Auf diesem Niveau muss man seine Entscheidung bereits getroffen haben, bevor man den Ball erhält – sonst verliert man ihn sehr schnell“, sagt sie. Neben der körperlichen Intensität sei vor allem die mentale Komponente entscheidend: „Das Spiel ist deutlich anspruchsvoller und erfordert permanente Konzentration.“ Im Trainingsalltag versucht Zielinska zunehmend, Inhalte bewusster zu verarbeiten. „Ich denke mehr darüber nach, wie die Übungen aus dem Training in realen Spielsituationen angewendet werden. Beobachtung spielt dabei eine große Rolle – sie hilft enorm und macht einen als Spielerin schneller.“ Durch das Beobachten von Mitspielerinnen und Gegnerinnen könne sie Situationen besser antizipieren und schneller Entscheidungen treffen.
Zusammenleben, zusammenwachsen
Abseits des Platzes spielt vor allem das gemeinsame Leben im Hotel eine große Rolle. Kerim-Lindland betont, wie sehr das Trainingslager das Teamgefühl stärkt. „Das Leben im Trainingslager ist ziemlich anders als zu Hause, weil wir hier alle zusammen in einem Hotel leben. Wir verbringen viel mehr Zeit miteinander – auch abseits des Platzes. Das hilft uns, uns noch besser kennenzulernen und als Einheit zusammenzuwachsen.“ Die Atmosphäre beschreibt sie als besonders positiv: „Es ist eine fantastische Gruppe – alle sind sehr freundlich, und es fühlt sich wie eine Familie an.“ Auch Arasniewicz hebt die Bedeutung der gemeinsamen Zeit außerhalb des Platzes hervor. „Nicht weniger wichtig ist die Zeit außerhalb des Trainings, um Teamgeist aufzubauen“, sagt sie. Gerade weil man im Trainingslager ganze Tage miteinander verbringe, entstünden neue Verbindungen: „Neue Beziehungen können entstehen oder bestehende Freundschaften wachsen – das hilft dem Team, enger zusammenzuwachsen.“
Fokus, Geduld und Verantwortung
Die intensiven Trainingstage verlangen den Spielerinnen viel ab – umso wichtiger ist der bewusste Umgang mit Belastung und Regeneration. Kerim-Lindland legt dabei Wert auf Details: „Nach intensiven Trainingstagen lege ich großen Fokus auf Ernährung, Schlaf und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Außerdem versuche ich, mich mental neu auszurichten, damit ich am nächsten Tag meine beste Leistung abrufen kann.“ Saelen beschreibt ihre Gefühlslage zwischen Vorfreude und Verantwortung. „Ich fühle mich aufgeregt und stolz, bin mir aber auch der Erwartungen bewusst, die die Trainer an uns haben.“ Entscheidend sei für sie, ruhig zu bleiben und den Druck positiv zu nutzen: „Ich versuche, den Druck als Motivation zu nehmen, um in jedem Training, jeden Tag, mein Bestes zu geben.“ Für Zielinska gehört aktuell auch Geduld zum Entwicklungsprozess. Nach einer Verletzung arbeitet sie derzeit individuell. „Ich würde natürlich gerne mit der Mannschaft trainieren, aber die Gesundheit steht an erster Stelle“, erklärt sie. „Ich weiß, dass die richtigen Schritte jetzt mir helfen werden, stärker zurückzukommen und zukünftige Probleme zu vermeiden.“
Wertvolle Tage auf Malta
Das Wintertrainingslager auf Malta bietet Weronika Arasniewicz, Anny Kerim-Lindland, Linnea Saelen und Maja Zielinska eine wertvolle Gelegenheit, Profi-Luft zu schnuppern, sich auf hohem Niveau weiterzuentwickeln und als Team zusammenzuwachsen – im Training, im gemeinsamen Alltag und auf dem Weg zu den nächsten Schritten ihrer sportlichen Entwicklung.