Der VfL Wolfsburg schlägt nach fast drei Jahrzehnten ein neues Kapitel auf: Mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern startet für die Grün-Weißen am heutigen Samstagabend die Saison in der 2. Bundesliga. Nach einem ereignisreichen Sommer und zahlreichen personellen Veränderungen blickt die Mannschaft des neuen Cheftrainers Tobias Strobl mit großer Vorfreude auf den Auftakt. Die Gäste aus der Pfalz reisen nach einer erfolgreichen Vorsaison ebenfalls mit viel Selbstvertrauen nach Wolfsburg. Schon vor dem Anstoß um 20.30 Uhr erwartet alle Zuschauenden daher eine Partie, die mit Blick auf die Historie den Voraussetzungen eines ersten Topspiels der Saison gerecht wird.
Zwischen Hölle, Höhenflug und Rückschlägen
Auf dem Betzenberg – oder besser bekannt als „Betze“ – zu Hause zählt der 1. FC Kaiserslautern seit der Geburtsstunde der Bundesliga zu den festen Bestandteilen des deutschen Profifußballs. Dass die Fans sprichwörtlich durch die Hölle gehen mussten, zeigt vor allem der sportliche Verlauf des Klubs in den vergangenen Jahren. Bei den Roten Teufeln liegen Freud und Leid nah beieinander: Bestes Beispiel dafür ist die Saison 1995/1996, als der FCK sich zwar zum zweiten Mal zum DFB-Pokalsieger krönte, aber nur ein paar Tage zuvor erstmals aus der Bundesliga abgestiegen war. Direkt in der Folgesaison gelang Kaiserslautern der Wiederaufstieg. Doch das Comeback war für die Rheinland-Pfälzer noch lange nicht vorbei: Der 1. FC Kaiserslautern schaffte unter dem damaligen Trainer Otto Rehhagel Einmaliges – und wurde 1998 als Aufsteiger Deutscher Meister. Im Schnelldurchlauf an die Spitze: Kein anderer Fußballklub schaffte dies in Deutschland.
Erinnerungen an ein Herzschlagfinale
Vielen Wolfsburgern ist das Duell gegen Kaiserslautern aus der Saison 2005/2006 gut im Gedächtnis geblieben. Denn nicht nur für die Grün-Weißen ging es damals um den Verbleib in der ersten Liga, auch die Pfälzer erhofften sich an diesem Samstagnachmittag in der Volkswagen Arena einen Sieg und den damit verbundenen Klassenerhalt. Und bis zur 66. Spielminute sah das auch fast noch so aus – bis Cedric Makiadi per Linksschuss zum 1:1 ausglich. Aufgrund des zwischenzeitlichen Führungstreffers durch Diego Klimowicz tat der zweite Treffer der Lauterer in der Schlussphase den VfL-Anhängern nur halb so weh. Denn durch den Punkt sicherten sich die Wölfe den 15. Platz und den von beiden Klubs erhofften Klassenerhalt. Kaiserslautern, das sich bei einem eigenen Sieg nicht nur gerettet, sondern auch Grün-Weiß ins Unterhaus geschickt hätte, kam damit nicht über den 16. Platz hinaus und stieg mit einem Punkt weniger ab.













