Ab Juli nimmt Stephan Lerch seine Aufgabe als neuer Cheftrainer der VfL-Frauen auf – er kehrt damit gleichzeitig an seine alte Wirkungsstätte zurück. Im Interview spricht er unter anderem über seine baldige Rückkehr nach Wolfsburg, seine Spielphilosophie, die sportliche Situation der VfL-Frauen und seine Ziele mit den Wölfinnen.
Stephan Lerch, wie schnell hast du die Entscheidung für den VfL getroffen?
Stephan Lerch: Mit dem Anruf von Ralf Kellermann begann bei mir das Gedankenkarussell und ich habe sofort gemerkt, dass bei mir im Herzen etwas passiert. Die Zeit, die ich hier erleben durfte, war sehr prägend und erfolgreich. Deshalb war für mich schnell klar, dass ich mich genauer mit dieser Anfrage beschäftigen muss. Je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto mehr hat mich die Herausforderung gepackt. Es ist eine große und besondere Aufgabe für mich – und ehrlich gesagt: Wenn ich einen Wunsch für meine Rückkehr ins Traineramt hätte äußern dürfen, dann wäre es genau so eine Aufgabe gewesen.
Wie siehst du die Ausgangslage des Teams?
Stephan: Ich weiß, dass die Situation heute nicht mit der vor vier Jahren vergleichbar ist. Es wurde zuletzt häufig von einem „Umbruch“ beim VfL gesprochen. Vielleicht kann man stattdessen eher von einer „Neustrukturierung“ mit dem Ziel eines Neustarts sprechen. Auch zu meiner Zeit hier haben regelmäßig Spielerinnen den Verein verlassen und wir haben diese Abgänge immer gut kompensieren können. Aufgrund der großen Anzahl an Wechseln und des strukturellen Umbruchs sind die Veränderungen aktuell größer als in anderen Jahren, das ist nicht von der Hand zu weisen. Aber genau das ist das, was mich an dieser Aufgabe reizt. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, damit wir als Team und als Verein neu angreifen.
Wofür stehen der VfL und die VfL-Frauen aus deiner Sicht?
Stephan: Ich kenne die Werte, die Mentalität und die Ambitionen des Vereins sehr gut. Sie haben mich ein Stück weit geprägt und ich identifiziere mich zu 100 Prozent damit. Wir sind nach wie vor sehr ambitioniert und wollen den maximalen Erfolg. Insofern greifen wir wieder an und spielen, um zu gewinnen. Das bedeutet auch, dass wir um Titel spielen wollen. Wir sind in der aktuellen Situation der Herausforderer und wollen das auf eine für den Gegner unangenehme und starke Art und Weise sein.
Was können die Fans in der kommenden Saison vom Team erwarten? Für welche Art von Fußball wollt ihr stehen?
Stephan: Mir ist wichtig, dass wir eine Kultur schaffen und eine Haltung festlegen, wie wir auf dem Platz agieren wollen. Für mich steht außerdem fest, dass wir sehr intensiven und aggressiven Fußball spielen wollen – nicht nur gegen den Ball, sondern auch mit dem Ball. Wir wollen mit einer großen Laufbereitschaft Räume freiziehen und mit einer hohen Aktivität spielen. Es geht darum, dass wir dem Gegner unsere Spielidee aufzwingen. Wie gut das funktioniert, hat für mich viel mit der Haltung und Mentalität des Teams zu tun. Deshalb möchte ich diese Aspekte erstmal in den Vordergrund stellen.











