04.02.2021
Männer

„Wir sind sehr gut aufge­stellt“

Interview mit Sportdirektor Marcel Schäfer über die ungewöhnlich ruhige Transferperiode.

In der 24. Saison ist der VfL Wolfsburg Mitglied der Bundesliga, aber das gab es bislang nicht oft: Während viele andere Klubs wie üblich am Spieleraufgebot für den Saisonrest nachfeilten, hielten sich die Grün-Weißen vornehm zurück und verzichteten zum erst zweiten Mal seit dem Aufstieg auf einen Winterneuzugang. Warum die Wölfe diesmal nur Spieler abgaben, wie er die VfL-Kaderstruktur bewertet und worin er die Hauptgründe für die aktuelle Erfolgswelle sieht, das erläutert Sportdirektor Marcel Schäfer im Kurzinterview.

Marcel Schäfer, wenn man viermal am Stück zu Null gewonnen hat, im Pokal unter den letzten Acht steht und in der Liga nur zwei Andere vor sich hat: Wohin soll das noch führen?

Marcel Schäfer: Wir haben uns in der Liga und im DFB-Pokal in sehr gute Ausgangspositionen gebracht. Die Mannschaft zeigt sehr konstante Leistungen und lässt sich von Rückschlägen, auch innerhalb eines Spiels, nicht unterkriegen. Man sieht eine extrem hohe Einsatzbereitschaft und Leidenschaft. Und man merkt: Die Mannschaft weiß, was sie will.

Gegen Schalke lief zum dritten Mal in Folge die gleiche Startelf ins Stadion. Was sagt so etwas aus?

Schäfer: Erstmal zeigt es, dass die Jungs sehr stabil spielen und körperlich in einem richtig guten Zustand sind. Hinzu kommt natürlich, dass wir aktuell keine Verletzten mehr haben und im Gegensatz zum Herbst auch keine Ausfälle in Zusammenhang mit Corona. So konnte sich die Mannschaft finden.

Andere Klubs haben im Januar noch einmal nachjustiert. Beim VfL ist der Kader dagegen schlanker geworden. Wie kam das?

Schäfer: Wir haben wenig verändert, weil es keine größere Veranlassung gab. Wir waren und sind auch in der Breite sehr gut in allen Mannschaftsteilen aufgestellt. Für Felix Klaus und Yunus Malli waren die festen Wechsel perspektivisch die beste Lösung. Bei William, der nach seiner Verletzung seinen Stammplatz bei uns verloren hatte, und Omar Marmoush war eine Ausleihe sinnvoll, weil beide Spielpraxis sammeln müssen.

War es trotzdem zu keinem Zeitpunkt ein Thema, noch einen Spieler dazuzuholen?

Schäfer: Die Augen nach möglichen Verstärkungen offenzuhalten, ist ja ein permanenter Prozess. Aber eine Verpflichtung muss sportlich und wirtschaftlich Sinn ergeben. Und in eine solche Situation sind wir in diesem Fall nicht gekommen. Wir sind grundsätzlich von Wintertransfers keine Freunde, im Vergleich zum Sommer ist diese Periode wesentlich schwieriger. Nun ist dieser Winter auch zusätzlich speziell. Es gibt keine richtige Vorbereitung und kaum Zeit, sich einzugewöhnen. Der Hauptgrund aber ist, dass wir ein riesiges Vertrauen haben in die Spieler, die hier sind. Und es ist gerade toll zu erleben, wie die Mannschaft dieses Vertrauen zurückbezahlt.

Wie haben Sie grundsätzlich den Transfermarkt erlebt? Was war anders als sonst? 

Schäfer: Man hat gesehen, dass noch mehr Leihgeschäfte abgewickelt wurden. Das war auch vorher schon ein gängiges Modell. Aber durch die Unsicherheiten infolge von Corona hat sich dieser Trend sicherlich noch verstärkt. Insgesamt war weniger Bewegung auf dem Markt, würde ich sagen. Wie es für uns gelaufen ist, damit sind wir insgesamt hochzufrieden. Wir sehen uns sehr gut aufgestellt und sind fest überzeugt, mit dieser Mannschaft unsere Ziele erreichen zu können.

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