Männer

„Wir müssen hellwach bleiben“

Christian Eriksen über die neue Ausgangslage und das Ziel fürs Heimspiel gegen die Bayern.

Kein Befreiungsschlag, doch eine Wohltat für die Köpfe und die Tabelle: Seit dem Remis in Freiburg sind die Wölfe nicht mehr hintendran, sondern haben nun etwas zu verteidigen. Wenn Grün-Weiß am Samstagabend, 9. Mai (Anstoß um 18.30 Uhr), den FC Bayern München empfängt, dann werden noch mehr als sonst bei dieser Paarung bundesweit die Augen auf die Volkswagen Arena gerichtet sein. Wie Christian Eriksen die neue Konstellation bewertet, das verriet der VfL-Mittelfeldspieler im Interview.

Christian Eriksen, nach neun Wochen auf dem 17. Platz hat sich der VfL am Sonntag in der Tabelle endlich vorwärtsbewegt. Wie fühlt sich das an?

Christian Eriksen: Es bestärkt uns in dem, was wir tun. Und es gibt uns ein weiteres Stück vom Glauben an uns selbst zurück. Wir haben durch diesen kleinen Schritt noch nichts erreicht, das ist völlig klar. Aber es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Das Spiel in Freiburg war wieder genauso eng wie fast alle Partien in dieser Zeit. Es war sowohl mehr als auch weniger drin.

Christian: Völlig richtig. Am Anfang der Saison ist es ja auch schon so gewesen. Häufig haben wir aber dann noch verloren, was auch der Grund dafür ist, dass wir jetzt in dieser schwierigen Lage sind. Dass wir jetzt punkten in diesen eng umkämpften Spielen, ist unheimlich wichtig für unser Selbstvertrauen.

Es ist nicht zu übersehen, dass das Team gewachsen ist. Wir hatten Schwankungen in dieser schwierigen Saison. Aber jetzt spüre ich Zusammenhalt. Alle gehen in die gleiche Richtung, kämpfen und wollen verhindern, dass der Klub absteigt.
Christian Eriksen

Nach nun drei ungeschlagenen Spielen: Wie nimmst du, als ihr Kapitän, die Mannschaft wahr in den letzten Wochen?

Christian: Es ist nicht zu übersehen, dass das Team gewachsen ist. Wir hatten Schwankungen in dieser schwierigen Saison. Aber jetzt spüre ich Zusammenhalt. Alle gehen in die gleiche Richtung, kämpfen und wollen verhindern, dass der Klub absteigt. Nun stehen wir vor der Chance, es über die Relegation zu schaffen. Das schweißt uns zusammen. 

Was bedeutet die neue Ausgangslange für die Köpfe? Ihr seid jetzt nicht mehr Jäger, sondern Gejagter.

Christian: Im Grunde verändert es gar nichts. Wir sind immer noch in einer heiklen Situation und müssen weiterhin Punkte holen. Im Hinterkopf spielt es bestimmt eine Rolle, aber es darf natürlich kein Ruhekissen sein. Wir müssen hellwach bleiben, weil die Konkurrenz nah dran ist an uns und wir am Ende besser sein müssen als die anderen. Trotzdem bleibe ich dabei: Wir sind auf dem richtigen Weg.

Gut möglich, dass am Ende das Torverhältnis ausschlaggebend sein wird. Was bedeutet das für das Heimspiel gegen die Bayern?

Christian: Das erinnert mich natürlich ans Hinspiel, das wir so einfach nicht stehen lassen können. Da haben wir also eine Rechnung offen. Wenn wir unsere letzten Auftritte zum Maßstab nehmen, dann werden wir ihnen am Samstag aber einiges entgegenzusetzen haben, da bin ich sicher. Ich kann nur sagen: Wir werden alles reinwerfen, was uns möglich ist. Und dann wird man sehen, wofür es reicht.

Du bist einer von vier VfL-Profis, die mit vier Gelben Karten ins Spiel gehen. Hat das für dich irgendeinen Einfluss auf dem Platz?

Christian: Stimmt, aber diese vierte Gelbe schleppe ich jetzt schon eine ganze Weile mit mir rum. Insofern habe ich sie also schon recht lange im Hinterkopf. Deshalb gehe ich aber nicht anders in die Begegnung als sonst.

Letztes Wochenende habt ihr zusammen im Mannschaftshotel die Spiele der Konkurrenz verfolgt. Am Samstag wird es ähnlich sein: Wenn in der Volkswagen Arena der Anpfiff ertönt, werdet ihr schon wissen, wie St. Pauli gespielt hat. Ein Vorteil?

Christian: Das hängt davon ab, wie das Spiel ausgeht (lächelt). Man weiß nicht, ob uns das dann einen Schub geben oder auch ausbremsen kann. Aber in dem Moment wird unser Fokus ohnehin ein ganz anderer sein. Insofern ist es egal, wie St. Pauli abschneidet: Wir müssen es hinbekommen, eine starke Leistung abzuliefern. Und danach werden wir sehen, von welcher Position wir ins letzte Spiel gehen.

Unabhängig von den anderen: Was ist das Ziel für Samstag?

Christian: Wir werden auf den Platz gehen und zusehen, Zugriff aufs Spiel zu bekommen. Man wird sehen, was die Bayern einbringen und was wir entgegenzusetzen haben. Für uns geht es darum, etwas Zählbares herauszubekommen. Letztlich ist das Vorhaben aber kein anderes als sonst: Wir treten an, um das Spiel zu gewinnen. 

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