23.05.2019
Frauen

„War schön, wieder dabei zu sein“

Lara Dickenmann spricht über die Rückkehr ins Teamtraining der VfL-Frauen.

Die Saison 2018/2019 war für Lara Dickenmann früh beendet: Im Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid riss sich die Rekord-Nationalspielerin der Schweiz am 17. Oktober 2018 das linke Kreuzband, wenige Tage nach ihrer Vertragsverlängerung beim VfL Wolfsburg bis 2021. Während sie in der Reha auf ihr Comeback hinarbeitete, verpasste die Schweizer Auswahl die Qualifikation für die WM in Frankreich. Die 33-Jährige kann sich also voll und ganz auf die neue Saison mit den Wölfinnen und die im Juli beginnende Vorbereitungsphase konzentrieren. Im Interview spricht Dickenmann über ihre Verletzung, schwierige Momente in der Reha – und sie verrät, wem sie bei der WM die Daumen drücken wird.

Lara Dickenmann, du hast in der Endphase der abgelaufenen Saison bereits wieder Teile des Mannschaftstrainings absolviert. Wie fühlst du dich?

Lara Dickenmann: Mir geht es sehr gut. Mein erstes Training auf dem Platz war schon im Februar, das hat aber kaum jemand mitbekommen. Im Anschluss haben wir versucht, dass ich es einmal pro Woche schaffe – auch für den Kopf. Ich bin schließlich Fußballerin und mit dem Ball macht es am meisten Spaß. Es war wirklich schön, wieder dabei zu sein und es hat sich nicht so angefühlt, als wäre ich für längere Zeit weg gewesen.

Der Heilungsverlauf verlief demnach planmäßig.

Dickenmann: Die Dauer, bis ich wieder fit bin, wurde auf etwa sechs Monate geschätzt. Die sind zwar schon vor Saisonende vorbei gewesen, allerdings hätte es keinen Sinn mehr gemacht, kurz vor der Sommerpause noch etwas zu riskieren. Alle Spielerinnen waren fit und ich wäre nicht im Rhythmus gewesen.

Gab es in der Reha auch Momente, in denen es dir schwerfiel, dich zu motivieren?

Dickenmann: Ich musste anfangs viele Übungen machen, bei denen mir die Kraft fehlte. Natürlich kam da auch mal so etwas wie Verzweiflung in mir hoch. Aber das gehört dazu. Ich hatte befürchtet, dass mir die Reha irgendwann wirklich zum Hals raushängen würde. Aber dieser Moment ist nicht gekommen. Die Akademie ist ein guter Ort, um wieder gesund zu werden, die Leute dort haben sich toll um mich gekümmert. Zudem war ich auch nie wirklich alleine im Trainingsraum – mal kamen verletzte Eishockeyspieler, mal Nachwuchsakteure vom VfL. Die Stimmung dort ist einfach sehr gut.

Ist die Situation, in der du dich verletzt hast, weiterhin präsent?

Dickenmann: Ich kann mir die Bilder vom Spiel grundsätzlich ohne Probleme angucken. Aber die Szene, bei der es passiert ist, habe ich mir nicht mehr angeschaut. Das würde mir nichts bringen.

Blicken wir voraus auf das große Highlight im Sommer: Wie wirst du die WM verfolgen und wem drückst du die Daumen?

Dickenmann: Ich bin zu dem Zeitpunkt im Urlaub, aber die interessanten Spiele werde ich mir sicherlich im Fernsehen anschauen. Vor allem, wenn es nach der Gruppenphase in die entscheidenden K.o.-Partien geht. Natürlich drücke ich Deutschland die Daumen, aber ich kenne auch viele Spielerinnen von Frankreich, Norwegen und Schweden. Ich wünsche allen, dass sie eine gute Zeit haben, ein gutes Turnier spielen – und gesund bleiben!

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