Frauen

Vom Punkt gestoppt

Die Wölfinnen unterliegen bei Inter Mailand im Elfmeterschießen und verpassen die UWCL-Ligaphase.

Die Frauen des VfL Wolfsburg haben den Einzug in die Ligaphase der UEFA Women’s Champions League verpasst. Nach dem 2:0-Erfolg im Hinspiel unterlagen die Grün-Weißen Inter Mailand im Rückspiel nach 120 Minuten mit 1:3 und mussten anschließend ins Elfmeterschießen. Elisa Bartoli brachte die Gastgeberinnen kurz vor der Pause in Führung (40.), ehe Elisa Polli in der Schlussphase auf 2:0 erhöhte (84.) und damit das Hinspielergebnis egalisierte. In der Verlängerung gelang Weronika Arasniewicz der wichtige Anschlusstreffer (111.), doch Marija Milinkovic traf mit der letzten Aktion zum 3:1 (120.+1) und erzwang damit das Elfmeterschießen. Vom Punkt verwandelten Janina Minge, Ella Peddemors, Sarai Linder und Arasniewicz für den VfL, ehe Mara Alber scheiterte und Inter die Entscheidung perfekt machte. Damit verpassen die Wölfinnen den Einzug in die UWCL-Ligaphase und spielen nun in der zweiten Qualifikationsrunde des UEFA Women’s Europa Cup weiter.

Personal

Gegenüber dem 2:1-Erfolg bei Bayer 04 Leverkusen nahm VfL-Cheftrainer Stephan Lerch drei Veränderungen in seiner Startformation vor. Lieske Carleer begann für Sophia Kleinherne, Smilla Vallotto rückte für Weronika Arasniewicz zurück in die Anfangsformation und Lara Prasnikar ersetzte Anny Kerim-Lindland. Damit setzte Lerch auf dieselbe Startelf wie beim 2:0-Hinspielsieg gegen die Mailänderinnen.

Spielverlauf

Beide Mannschaften gingen mit viel Tempo in die Partie und suchten von Beginn an den Weg nach vorne. Die erste gefährliche Aktion gehörte den Gastgeberinnen: Inter spielte sich über die linke Seite durch, Bartoli brachte den Ball scharf in die Mitte, fand dort allerdings keine Abnehmerin (6.). Auch die Wölfinnen versuchten früh, sich offensiv festzusetzen, kamen zunächst aber nicht entscheidend zum Abschluss. Nach einem Ballverlust unmittelbar vor dem eigenen Strafraum wurde es auf der Gegenseite gefährlich. Inter kam zum Abschluss und forderte anschließend einen Strafstoß, die Schiedsrichterin ließ jedoch weiterspielen (18.). In der Folge blieb die Partie umkämpft, ohne dass sich eine Mannschaft klare Vorteile erspielen konnte. Nach gut einer halben Stunde kamen die Grün-Weißen zu ihrer ersten nennenswerten Möglichkeit. Ein zu kurz geratener Abschlag der Mailänder Torhüterin landete bei Zicai, die ins Zentrum zog und abschloss. Ihr Versuch bereitete der Keeperin allerdings keine größeren Probleme (33.). Kurz vor der Pause schlugen stattdessen die Gastgeberinnen zu. Bartoli setzte sich über die linke Seite durch, zog in den Strafraum und traf mit dem rechten Außenrist ins rechte untere Eck zum 1:0 (40.). Inter erhöhte danach noch einmal den Druck, die Wölfinnen ließen bis zum Pausenpfiff jedoch keinen weiteren Gegentreffer zu. Somit ging es mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Grün-Weißen den besseren Start und wurden schnell gefährlich. Zicai setzte sich auf der linken Seite durch, zog in den Strafraum und suchte den Abschluss. Inters Torhüterin parierte zunächst, ehe die Defensive der Gastgeberinnen den Abpraller in höchster Not klärte (50.). Danach gestaltete sich die Partie wieder ausgeglichener. Inter hatte längere Ballbesitzphasen, während die Wölfinnen versuchten, nach Ballgewinnen schnell nach vorne zu spielen. Große Möglichkeiten blieben in dieser Phase allerdings auf beiden Seiten aus. Erst in der Schlussphase wurde der VfL wieder gefährlicher. Peddemors brachte eine Ecke von der linken Seite in den Strafraum, wo Küver beinahe mit dem Kopf an den Ball kam. Die Mailänder Defensive klärte jedoch im letzten Moment (80.).

Dramatik bis zur letzten Sekunde

Nur vier Minuten später folgte der nächste Rückschlag. Magull brachte den Ball von der rechten Seite in den Wolfsburger Strafraum, wo Polli zur Stelle war und zum 2:0 einschob (84.). Damit hatte Inter das Ergebnis aus dem Hinspiel egalisiert. In der Schlussphase drängten die Gastgeberinnen weiter nach vorne, während die Wölfinnen einen weiteren Gegentreffer verhinderten. Nach 90 Minuten blieb es beim 0:2 aus VfL-Sicht, sodass die Entscheidung in der Verlängerung fallen musste. Dort blieben klare Torchancen zunächst aus. Erst kurz vor dem Ende der ersten 15 Minuten wurden die Wölfinnen gleich zweimal gefährlich. Bussy setzte sich über die linke Seite durch, zog in die Mitte und schloss ab, doch die Inter-Keeperin lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. Nur wenige Sekunden später kam Küver per Kopf zur nächsten großen Möglichkeit, scheiterte jedoch ebenfalls an der Torhüterin (105.+1). Die Grün-Weißen nahmen den Schwung mit in die zweite Hälfte der Verlängerung und belohnten sich in der 111. Minute. Huth brachte einen hohen Ball von der rechten Seite in den Strafraum, wo Arasniewicz in die Hereingabe ging und den Ball auf das Tor brachte. Dieser rutschte unter der Mailänder Torhüterin hindurch und über die Linie – 1:2 (111.). Damit lagen die Wölfinnen in der Gesamtrechnung wieder vorne und waren erneut auf Kurs Ligaphase. Der VfL verteidigte den Vorsprung anschließend bis tief in die Nachspielzeit, doch mit der letzten Aktion gelang Inter der erneute Ausgleich in der Gesamtrechnung. Nach einer Ecke fiel der Ball Milinkovic vor die Füße, die direkt abzog und zum 3:1 traf (120.+1). Damit musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Dort verwandelten Minge, Peddemors, Linder und Arasniewicz die ersten vier Wolfsburger Versuche, während auch Inter fehlerfrei blieb. Alber scheiterte anschließend mit dem fünften Elfmeter des VfL. Die Gastgeberinnen verwandelten daraufhin ihren entscheidenden Versuch und machten den Sieg perfekt. Damit verpassen die Wölfinnen den Einzug in die Ligaphase der UEFA Women’s Champions League und setzen ihre internationale Saison in der zweiten Qualifikationsrunde des UEFA Women’s Europa Cup fort.

Trainerstimme

Stephan Lerch: Direkt nach dem Spiel fühlt sich erstmal alles sehr leer an und es fehlen einem ein Stück weit die Worte. Es war ein sehr emotionales Spiel, und natürlich tut es brutal weh, auf diese unglückliche Art und Weise auszuscheiden. Wir hatten uns viel vorgenommen und uns das natürlich ganz anders vorgestellt. Die Mannschaft hat bis zum Schluss alles gegeben, aber leider haben wir unser Ziel nicht erreicht. Heute fällt es deshalb schwer, schon wieder nach vorne zu schauen, und ich glaube, das ist auch völlig in Ordnung. Wir müssen uns jetzt die Zeit nehmen, das Ganze gemeinsam zu verarbeiten. So bitter es im Moment auch ist: Das gehört zum Fußball dazu. Natürlich werden wir die Köpfe wieder hochbekommen, denn die nächsten Aufgaben warten auf uns. Aber für heute ist es wichtig, dieses Spiel und das Ausscheiden erstmal zu verdauen.

Aufstellungen und Statistiken

Inter Mailand: Runarsdottir – Bartoli, Milinkovic, Ivana, van Diemen – Glionna (75. Schough), Vilhjalmsdottir (60. Magull), Santi (60. Tomasevic), Le Bihan (61. Payne) – Raphino (53. Bugeja), Polli (98. Detruyer)

Ersatz: Forcinella (Tor), Robbioni (Tor), Garcia, Giudici, Oyedupe, Tomaselli

VfL Wolfsburg: Johannes – Bjelde (77. Wedemeyer), Carleer (94. Kleinherne), Küver, Linder – Vallotto (46. Arasniewicz), Minge, Peddemors – Huth (119. Alber), Prasnikar (63. Kerim-Lindland), Zicai (78. Bussy)

Ersatz: Tufekovic (Tor), Schönwetter (Tor), Bogaert, Landenberger, Piljic

Tore: 1:0 Bartoli (40.), 2:0 Polli (84.), 2:1 Arasniewicz (111.), 3:1 Milinkovic (120.+1)

Elfmeterschießen: Minge verwandelt, Magull verwandelt, Peddemors verwandelt, Bugeja verwandelt, Linder verwandelt, Schough verwandelt, Arasniewicz verwandelt, Milinkovic verwandelt, Alber verschießt, Andres verwandelt

Gelbe Karten: Milinkovic, Tomasevic, Runarsdottir / Minge, Kerim-Lindland, Wedemeyer

Schiedsrichterin: Olatz Rivera Olmedo (Spanien)

Zuschauende: 350 im Stadio Ernesto Breda.

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