Frauen

VfL-Frauen gewinnen Härtetest

Wölfinnen setzen sich im bayerischen Hof mit 3:2 gegen Bayer 04 Leverkusen durch.

Es ist der starke Abschluss eines erfolgreichen Trainingslagers: Die VfL-Frauen haben am Freitagnachmittag ihr letztes Testspiel der Sommervorbereitung gewonnen. Gegen die Ligakonkurrentinnen von Bayer 04 Leverkusen setzten sie sich vor 1.225 Zuschauenden in einer munteren Partie schlussendlich verdient mit 3:2 (1:0; 2:2) durch. Beide Trainer nutzten das Match, um personell verschiedene Optionen durchzutesten. Aus diesem Grund spielten die beiden Teams insgesamt 120 Minuten gegeneinander. Die Spielzeit war dabei in drei Abschnitte unterteilt, von denen der erste 45, der zweite 30 und der dritte 45 Minuten dauerte. Für die Wölfinnen trafen Alexandra Popp (2.), Svenja Huth (69.) und Sharn Freier (80.).

Im Anschluss an das Match machten sich die Wölfinnen auf die Rückreise nach Wolfsburg. Sie haben nun drei Tage frei, ehe die finale Vorbereitung auf das erste Pflichtspiel ansteht: Im Google Pixel Supercup treffen die VfL-Frauen am Samstag, 30. August, ab 14 Uhr auf den FC Bayern München.

Personal

Wie erwartet musste VfL-Cheftrainer Stephan Lerch auf Guro Bergsvand (Fußverletzung), Sophia Kleinherne (Muskel- und Sehnenverletzung) und Sarai Linder (Sprunggelenksverletzung) verzichten, die sich verletzungsbedingt alle noch im Aufbautraining befinden. Ansonsten konnte der Coach nach fünf Tagen Trainingslager aus dem Vollen schöpfen. Mit Maja Zielinska und Linea Saelen gehörten zudem zwei Spielerinnen aus dem U20-Team der Grün-Weißen zum Aufgebot.

Spielverlauf

Im Stadion „Grüne Au“ starteten die Wölfinnen perfekt in die Partie und münzten bereits die erste Chance in ein Tor um: Popp traf nach einer Ecke von Ex-Leverkusenerin Levels mit dem Kopf (2.). In der 14. Minute verpasste die VfL-Kapitänin den Kasten nach einer weiteren Ecke knapp. Auf der anderen Seite entschärfte Janina Minge einen Ball von Leverkusens Carlotta Wamser, ehe dieser wirklich gefährlich werden konnte (15.). Levels sorgte in der 19. Minute für die nächste gute Wolfsburger Möglichkeit, ihr wuchtiger Abschluss flog aber knapp links am Leverkusener Kasten vorbei. Die Wölfinnen präsentierten sich insgesamt spielfreudig und erarbeiteten sich dadurch weitere Chancen, so wie in der 23. Minute über Svenja Huth. Wenig später wurde Leverkusen erstmals gefährlich: Cornelia Kramer verpasste nach einer Hereingabe von Wamser knapp mit dem Kopf (27.). Insgesamt hatten die Bayer-04-Frauen nun eine aktivere Phase, allerdings ohne zwingende Chancen. Bis zur Pause behielten die Wölfinnen in einer temporeichen Partie die Oberhand, weitere Treffer fielen aber nicht mehr.

Die Wölfinnen starteten ohne personelle Änderungen in den zweiten Abschnitt. Lineth Beerensteyn sorgte für den ersten Abschluss in diesem Teil des Spiels, Friederike Repohl parierte den gut geschossenen Ball aus rund 17 Metern aber (49.). Dann verloren die Wölfinnen für zwei Minuten komplett die Konzentration: Zunächst leitete ein Abwehrfehler den 1:1-Ausgleich durch Kristin Kögel (49.) ein, nur Sekunden später verschätzte sich Johannes und Leverkusen ging über Cornelia Kramer in Führung (51.). Die Wölfinnen schüttelten sich kurz und wechselten auf mehreren Positionen, ehe sie damit begannen, am Ausgleich zu arbeiten. Popp versuchte es in der 67. Minute nach Vorarbeit von Huth, die Kugel flog aber deutlich über das Tor hinweg. Nur Sekunden später legte Popp dann auf Huth ab, die sehenswert zum 2:2 traf. Nun präsentierten sich die Grün-Weißen wieder deutlich griffiger als zuvor, unter anderem mussten die Leverkusenerinnen einen Abschluss von Kielland (74.) entschärfen. Nach einem insgesamt lebhaften Abschnitt verabschiedeten sich beide Teams schließlich in eine weitere Pause.

Die Wölfinnen nutzten die Pause für weitere Wechsel, aus der Anfangsformation stand inzwischen nur noch Joelle Wedemeyer auf dem Platz. Die „Neuen“ wussten ihre Möglichkeiten zu nutzen: Neuzugang Sharn Freier machte fünf Minuten nach Wiederanpfiff ihr Debüt-Tor im grün-weißen Trikot (80.). Die Wölfinnen probierten es weiter, unter anderem hatte Kessya Bussy mit dem Kopf eine weitere Chance (104.). Außerdem prüfte Cora Zicai mit einem sehenswerten Abschluss Leverkusens Torhüterin Charlotte Voll (108.). Auch die Gegnerinnen tasteten sich noch einige Mal in Richtung des Wolfsburger Strafraums vor, gefährliche Chancen waren allerdings nicht mehr dabei. Zum Ende hin war die Partie dann etwas zerfahrener, was angesichts der langen Spielzeit allerdings auch wenig verwunderte. Kurz vor dem Abpfiff fing Martina Tufekovic noch zwei Abschlüsse der Leverkusenerinnen ab, dann war Schluss. Die Wölfinnen gewannen eine muntere Partie mit Chancen auf beiden Seiten schlussendlich verdient mit 3:2.

Trainerstimme

Stephan Lerch: Ich habe einen guten Start unserer Mannschaft gesehen, nicht zuletzt durch den frühen Treffer von Poppi. Auch ansonsten sind wir wirklich gut reingekommen und haben das, was wir uns vorgenommen haben, gut umgesetzt. Wir wollten von hinten heraus Lösungen kreieren, um das Pressing, auf das wir uns eingestellt haben, zu lösen. Ich habe dahingehend einige gute Muster gesehen. Im zweiten Drittel haben wir Leverkusen dann leider wieder ins Spiel geholt. Das war unnötig. Gleichzeitig hat mir an der Stelle die Moral der Mannschaft gefallen. Wir haben schnell versucht, zurück in die Spur zu finden und letztlich verdient den Ausgleich gemacht. Mich hat es dann sehr für die Mannschaft gefreut, dass sie das Spiel im dritten Drittel nochmal gedreht und den in meinen Augen verdienten Siegtreffer erzielt hat.

Tore

  • 0:1 Popp (2.): Den Wölfinnen gelingt der Traumstart: Levels bringt eine Ecke von der rechten Seite hoch in den Strafraum. Am ersten Pfosten steht Popp goldrichtig und köpft ein.
     
  • 1:1 Kögel (49.): Die Leverkusenerinnen haben aufgrund einer Unachtsamkeit der Wölfinnen plötzlich Platz. Vanessa Fudalla legt auf die freistehende Kögel ab. Caitlin Dijkstra fälscht den Schuss noch leicht zum Ausgleich ab.
     
  • 2:1 Kramer (51.): Das ist bitter! VfL-Keeperin Johannes spielt beim Abschlag die heraneilende Kramer an. Die trifft aus kurzer Distanz zum 2:1.
     
  • 2:2 Huth (69.): Vivien Endemann und Popp gewinnen an der Strafraumkante einen Ball. Popp legt ab zu Huth, die das Leder perfekt im rechten oberen Eck unterbringt.
     
  • 2:3 Freier (80.): Kielland bedient nach einem Fehler der Leverkusenerinnen Freier, die die Kugel aus kurzer Distanz nur noch über die Linie drücken muss.

Aufstellungen und Statistiken

VfL Wolfsburg: Johannes (76. Tufekovic) – Wedemeyer (91. Saelen), Dijkstra (60. Küver), Minge (60. Bjelde), Levels (60. Pujols) – Lattwein (60. Kielland), Peddemors (60. Papp) – Endemann (76. Bussy), Popp (76. Vallotto), Huth (76. Zicai) – Beerensteyn (76. Freier)

Ersatz: Zielinska

Bayer 04 Leverkusen: Repohl (91. Voll) – Wamser (91. Schwartze/112. Coskun), Wenger (46. Friedrich), Turanyi (91. Wenger), Mickenhagen (91. Vidal) – Grant (46. Zdebel), Pilic (45. Daedelow) – Bartz (91. Lindner), Kögel (91. Fudalla) – Kramer (76. Grant), Fudalla (61. Haim)

Ersatz: Heltemes, Sosnik, Martens

Tore: 0:1 Popp (2.), 1:1 Kögel (49.), 2:1 Kramer (51.), 2:2 Huth (69.), 2:3 Freier (80.)

Gelbe Karten: Wenger / Huth, Popp 

Schiedsrichterin: Angelika Söder (Schwarzenbruck)

Zuschauende: 1.225 am Freitagnachmittag im Stadion „Grüne Au“ in Hof