Bernd Idziak jubelt mit seinen Teamkollegen.
14.11.2018
Geschichte

Verhandlungen am Vatertag

Für den VfL ließ Bernd Idziak eine Männertour sausen. Vor allem beruflich zahlte sich das für ihn aus.

Bernd Idziak jubelt mit seinen Teamkollegen.

Sein letztes Spiel war noch einmal wegweisend. Nicht, weil er die Wölfe zum Sieg geschossen oder mit ihnen aufgestiegen wäre. Sondern weil Bernd Idziak auf dem Rasen ganz neue Qualitäten an sich entdeckte. „Wilfried Kemmer hat mich einfach mal als Verteidiger ausprobiert. Das ist so gut gelaufen, dass man mich doch noch zum Bleiben überreden wollte“, sagt Idziak, der von diesem Tag an ein Abwehrspieler blieb, die Grün-Weißen nach zwei Saisons am Ende der Spielzeit 1980/1981 aber trotzdem verließ. Seine Bilanz: 33 VfL-Einsätze in der Amateur-Oberliga Nord und drei Tore.

Lüneburger SK ausgestochen

Verpflichtet hatten die Wölfe ihn noch als Stürmer. Als Knipser im Trikot des SC Uelzen war Idziak in der Region auffällig geworden. Sich im Sommer 1979 für den VfL Wolfsburg zu entscheiden, fiel ihm nicht leicht. „Zeitgleich hatte ich ein gutes Angebot aus Lüneburg. Das wäre bequemer gewesen, weil ich mich beruflich nicht hätte verändern müssen“, so der 62-Jährige „Allerdings war ich auch ehrgeizig. Und der VfL hatte die bessere sportliche Perspektive.“ An die Autofahrt nach Wolfsburg, wo er in der Geschäftsstelle mit Präsident Willy Wolf, Fußballboss Günther Brockmeyer und Coach Kemmer verhandelte, erinnert sich Idziak gut. „Ich hatte meinen Kumpels absagen müssen, die am Vatertag mit mir feiern wollten. Das war schade, hat sich aber gelohnt.“

Mit Verzögerung ins Werk

Idziak sagte dem VfL zu. Mit einer Bedingung: „Dann müsst ihr mir aber auch Arbeit und eine Wohnung besorgen.“ Beides bekamen die Grün-Weißen hin. Für drei Monate fand der VfL-Neuzugang zunächst Beschäftigung bei der Stadt, im Januar 1980 fand sich dann für den gelernten Landschaftsgärtner bei Volkswagen ein Platz in der Haus- und Hofmeisterei. Auf dem Werksgelände und auch drumherum pflegte Idziak fortan die Außenanlagen. Als er die Wölfe verließ, wurde die Sportlerkostenstelle gebraucht. „Zu meinem Glück wurde genau in dieser Phase aber eine Stelle frei.“ Über 35 Jahre lang blieb er jetzt noch im Werk, übernahm zur Jahrtausendwende im Bereich Gärtnerei/Hofmeisterei sogar die Leitung. Zum Zeitpunkt seiner Altersteilzeit 2017 führte Idziak eine Abteilung von rund 30 Mitarbeitern plus Dienstleistern. Heute blickt er hochzufrieden zurück: „Ich hatte bei Volkswagen eine ausgesprochen gute Zeit, dem Konzern habe ich viel zu verdanken.“   

Bernd Idziak bei einer Grätsche.

Nach Knie-OP lange auf Eis

Weniger glücklich verlief die Zeit im Wölfe-Trikot. Obwohl er von einem Bezirksligisten kam, arbeitete sich Idziak ins Team und spielte, meist an der Seite von Klaus-Dieter Schäfer, eine ordentliche erste Saison. Nach dem Sommer verletzte sich der bissige und laufstarke Stürmer aber früh am Meniskus. Beim eigentlich harmlosen Eingriff kam es zu Komplikationen, die ein langes Sportverbot erforderten. Über die Zweite kämpfte sich Idziak mühsam heran, kam ganz oben aber kaum mehr zum Zug. Bis Kemmer plötzlich einen Verteidiger brauchte. „Parallel war ich in dieser Zeit aber schon in Verhandlungen mit dem LSK, bei dem ich dann doch noch landete“, sagt Idziak, für den bald eine lange Zeit des Pendelns begann. Erst nach Lüneburg, dann zwischen Wolfsburg und seinem heutigen Wohnort Uelzen. „Die Energieleistung, dass ich es geschafft habe, allein aus vertrauter Umgebung nach Wolfsburg zu gehen“, sagt er passenderweise, „ist meine schönste Erinnerung.“  

Veröffentlicht in „Unter Wölfen“ am 3. März 2018. 

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