Mit Vallotto für Minge wollten die Grün-Weißen in Durchgang zwei noch mehr Offensiv-Power entwickeln – und die Schweizerin hatte sofort eine Gelegenheit, doch ihr Volley ging über die Querlatte (49.). Im Gegenzug hatte Johannes beim zu überhasteten Abschluss Freigangs wenig Probleme (50.). Mit einer Spielerin mehr übernahm Grün-Weiß nun immer mehr die Initiative und drückte auf den Ausglich, zwei Abschlüsse Popps waren knapp zu hoch angesetzt (55.). Wenn dann doch etwas auf das SGE-Gehäuse kam, wie beim Peddemors-Abschluss (63,) und der Großchance der eingewechselten Beerensteyn (70.), präsentierte sich Altenburg immer wieder als starker Rückhalt der Gäste. Der VfL-Druck wurde nun noch größer: Viel Pech hatte Popp mit ihren berüchtigten Kopfbällen. Zunächst strich das Leder nach Levels-Freistoß nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbei (73.), dann musste das Aluminium für die bereits geschlagene Altenburg retten (81.). Mit dem 1:3-Nackenschlag durch die eigewechselte ehemalige Wölfin Blomqvist schien die Partie entschieden, doch Popp gelang dann doch noch einmal der Anschluss (87.). Trotzdem sollte es nicht mehr reichen, ein letzter Versuch der eingewechselten Justine Kielland segelte knapp über den Kasten (90.+1).
Tore
- 1:0 Bussy (7.): Jawoll! Die frühe VfL-Führung! Levels hatte einen perfekten Steilpass in die Box auf Bussy gespielt. Die Französin nimmt einmal kurz den Kopf hoch und hebt das Leder spektakulär und gaaaaanz cool über die Frankfurter Torhüterin! Super Tor! Geiler Auftakt für die Wölfinnen!
- 1:1 Anyomi (26.): Verdammt! Nach einem langen Freistoß von der rechten Seite in den Strafraum ist die VfL-Defensive nicht wirklich wach. Lattwein verliert die einlaufende Anyomi aus den Augen, die dann aus fünf Metern den Ball über die Linie drückt. Total vermeidbares Gegentor!
- 1:2 Freigang (28.): Der Doppelschlag für die Eintracht! Raso geht über die rechte Seite und bringt den Ball flach ins Zentrum. Bei den Wölfinnen passt erneut die Abstimmung nicht. Das Spielgerät rutscht irgendwie durch, sodass Freigang sich vor dem leeren Tor nur noch bedanken muss und einschiebt.
- 1:3 Blomqvist (85.): Ist das bitter! Statt des eigentlich längst fälligen Ausgleichs entscheidet ausgerechnet Rebecka Blomqvist die Partie gegen ihren Ex-Klub. Die Schwedin nutzt in Missverständnis zwischen Dijkstra und Wedemeyer und macht in Unterzahl das 3:1 für die SGE.
- 2:3 Popp (89.): Geht da doch noch was? Endlich trifft Alex Popp! Altenburg kann einen abgefälschten Djikstra-Schuss, der zur Bogenlampe wird, gerade noch an die Latte lenken – und die VfL-Goalgetterin ist da und verkürzt nochmal per Abstauber.
Stephan Lerch: Wir hätten uns auch aufgrund der zweiten Halbzeit mindestens einen Punkt verdient. Wir waren in der ersten Halbzeit nicht immer in den in den Zweikämpfen, so wie wir es uns vorgenommen hatten. Trotz der Führung kriegen wir dann die zwei Gegentore, wo wir uns nicht gut in der Defensive verhalten haben. Damit haben wir Frankfurt wieder zurückgeholt ins Spiel und mussten dann einfach auch viel investieren. Keine Ahnung, was gewesen wäre, wenn der Elfmeter reingeht und wir dann noch mit einer Spielerin mehr auf dem Platz stehen. In der zweiten Halbzeit hat man ja gesehen, dass die Mannschaft alles versucht und viel Druck ausgeübt hat. Wir hatten noch den Pfostenkopfball und viele, viele Möglichkeiten im Sechzehner, da müssen wir dann einfach auch früher ein Tor erzielen. Ich glaube, dann hätten wir das Spiel vielleicht auch noch mal in eine andere Richtung drehen können. Das ist uns nicht gelungen und es ist natürlich auch sehr unglücklich, wie wir dann den Konter zum 3:1 wieder so ein bisschen herschenken oder dazu einladen. Das sind die Kleinigkeiten, die dann am Ende solche Spiele entscheiden können. Heute hat uns auch ein bisschen das Spielglück gefehlt, um dann vielleicht wirklich noch einen Punkt mitzunehmen. Aber vom Einsatz und wie wir dann noch die zweite Halbzeit gestaltet haben, war es gut. Wir müssen das jetzt einfach schnell verdauen, abhaken und den Blick dann natürlich nach vorne richten. Es geht ja Schlag auf Schlag weiter.
Niko Arnautis: Wir sind natürlich megahappy. Mit dem Sieg auf der einen Seite, aber auch, wie wir aufgetreten sind heute. Ich finde, in der ersten Halbzeit sind wir sehr gut reingekommen. Dann kriegen wir die kalte Dusche. Dann haben wir super reagiert und haben das Spiel gedreht. Bis zur Roten Karte war die Führung verdient, weil wir sehr, sehr gut umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen haben. Die Rote Karte veränderte das extrem. Glücklicherweise hat Lina den Elfmeter halten können und dann haben wir in der zweiten Halbzeit eine brutale Energie gebraucht. Natürlich gab es in der zweiten Halbzeit auch viele, viele Angriffe und auch die ein oder andere Torchance von Wolfsburg, die verteidigt werden musste. Natürlich ist es aus Wolfsburger Sicht ärgerlich, dass du diese Chancen dann nicht nutzt. Aber das nötige Quäntchen Glück haben wir uns heute verdient. Ich glaube, aufgrund der ersten Halbzeit und aufgrund der Energie, die wir heute auf dem Platz gelassen haben, hat die Mannschaft sich diesen Sieg auch verdient.
Aufstellungen und Statistiken
VfL Wolfsburg: Johannes – Wedemeyer, Dijkstra, Küver, Levels – Minge (46. Vallotto), Lattwein (73. Kielland), Huth (86. Bjelde), Peddemors (63. Beerensteyn), Bussy (63.Zicai), – Popp
Ersatz: Tufekovic (Tor), Linder, Bergsvand, Pujols
Eintracht Frankfurt: Altenburg – Ivelj, Riesen, Veit, Lührßen – Reuteler, Senß (87. Markou), Gräwe – Anyomi (63. Blomqvist), Raso (63. Teulings), Freigang
Ersatz: Krumme (Tor), D. Acikgöz, Wolter, I. Acikgöz, Memeti, Chiba
Tore: 1:0 Bussy (7.), 1:1 Anyomi (26.), 1:2 Freigang (28.), 1:3 Blomqvist (85.), 2:3 Popp (89.)
Gelbe Karten: Peddemors, Lattwein / Senß, Altenburg
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Lührßen (38., absichtliches Handspiel)
Schiedsrichterin: Riem Hussein (Bad Harzburg)
Zuschauende: 4.345 Zuschauende in der Volkswagen Arena