Felix Klaus, Admir Mehmedi und zwei weitere Spieler der Wölfe jubeln lautstark nach dem 4:2.
02.02.2020
Männer

Überzahl genutzt

Die Wölfe entführen durch 4:2-Auswärtssieg drei Punkte aus Paderborn.

Felix Klaus, Admir Mehmedi und zwei weitere Spieler der Wölfe jubeln lautstark nach dem 4:2.

Der VfL hat sich am Sonntagabend zum Abschluss des 20. Spieltags beim Aufsteiger SC Paderborn 07 schadlos gehalten und das Spiel trotz zwischenzeitlichen Rückstandes mit 4:2 (2:1) gewonnen. Den Führungstreffer der Gastgeber durch Ben Zolinski (21.) glich Robin Knoche postwendend aus (26.), ehe Daniel Ginczek die Partie per Doppelpack komplett drehen konnte (40., 60.). Zu diesem Zeitpunkt agierten die Ostwestfalen nach dem Platzverweis für Gerrit Holtmann (33.) bereits in Unterzahl. Nichtsdestotrotz machten es die Gastgeber durch Sebastian Vasiliadis noch einmal spannend (72.), ehe Maximilian Arnold die Partie endgültig entschied (76.). Somit empfangen die Grün-Weißen am kommenden Samstag, 8. Februar, als Tabellen-Neunter in der heimischen Volkswagen Arena Fortuna Düsseldorf (Anstoß um 15.30 Uhr).

Weghorst verpasst Pongracics Premiere

Ohne ihren Goalgetter Wout Weghorst (Oberschenkelzerrung) mussten die Wölfe in Ostwestfalen antreten. Ginczek ersetzte den Niederländer im Sturmzentrum, in dem Renato Steffen im neuen 4-4-2-System die zweite Spitze übernahm. Neben diesem Wechsel drehte VfL-Cheftrainer Oliver Glasner gegenüber dem jüngsten 1:2 gegen Hertha BSC weitere drei Mal am Personalkarussell: Winterneuzugang Marin Pongracic übernahm für Marcel Tisserand einen Part der Innenverteidigung und feierte damit sein Bundesliga-Debüt. Zudem rückten William und Admir Mehmedi für Kevin Mbabu und Josip Brekalo in die Startformation. Beim Gastgeber fehlte Linksverteidiger Jamilu Collins aufgrund seiner Gelb-Rot-Sperre aus dem letzten 2:0-Auswärtstriumph beim SC Freiburg, Holtmann übernahm. Zudem musste Paderborn-Coach Steffen Baumgart auf Klaus Gjasula (Gelbsperre) verzichten und brachte Zolinski.

Zolinski trifft nach Ecke…

Kampfbetont und etwas zerfahren begann die Sonntagabend-Partie. Dann aber folgten furiose Minuten und ein hochunterhaltsames Spiel. Es dauerte bis zur elften Minute, ehe die Gastgeber erstmals gefährlich in der VfL-Gefahrenzone auftauchten. Doch Dennis Srbeny scheiterte bei einem Konter am stark reagierenden Koen Casteels im grün-weißen Gehäuse. Nur eine Minute später sollten dann auch die Wölfe ihre erste Torchance erhalten, aber Ginczek wurde im allerletzten Moment vom bereits fast umspielten Leopold Zingerle gestoppt (12.). Und nun war der VfL drin in der Partie und kam durch Mehmedi zu zwei schnellen weiteren Offensivaktionen: Nach 16 Minuten setzte der Schweizer eine allerdings schwer zu kontrollierende Direktabnahme zu hoch an, kurz darauf scheiterte er dann nach guter Steffen-Vorarbeit am glänzend reagierenden Zingerle. Trotz des Chancenplus` sollte die Glasner-Elf kurze Zeit später zurückliegen – nicht zum ersten Mal war es ein Standard, der zum Gegentreffer führte: Eine Rechtsecke verlängerte der sträflich freie Christian Strohdiek an den linken Pfosten, wo Zolinski abstaubte (21.).

...doch Grün-Weiß nutzt die Überzahl

Die Wölfe brauchten jedoch nicht lange, um den Schock zu verdauen. Fünf Minuten nach der Gastgeberführung servierte Arnold einen Freistoß in den Sechzehner und Knoche beförderte das Leder gemeinsam mit seinem Gegenspieler Sebastian Schonlau per Hinterkopf in die Maschen – der 1:1-Ausgleich (26.)! Kurze Zeit später waren die Grün-Weißen dann plötzlich in Überzahl. Holtmann hatte nach einem Duell mit Steffen diesem leicht in dessen Gesicht geschlagen und dafür den Platzverweis kassiert (33.). Und die Wölfe nutzten diesen numerischen Vorteil prompt: Über Xaver Schlager landete die Kugel rechts bei Ginczek, der Zingerle mit einem Schuss aus spitzem Winkel ins kurze Eck überwinden konnte (40.) – das erste Saisontor der lange ausgefallenen Nummer 33. Und gleichzeitig der Schlusspunkt einer unterhaltsamen ersten Spielhälfte.

Maximilian Arnold jubelt auf Knie nach seinem Freistosstor zum 4:2 in Paderborn.

Ginczek schnürt Doppelpack, Arnold entscheidet

Paderborn kam trotz einem Mann weniger mit viel Schwung aus der Kabine. Zunächst schlug Zolinski in aussichtsreicher Abschlussposition über den Ball (47.), dann scheiterten zunächst Vasiliadis per Fuß (52.) und dann Kai Pröger per Kopf mit zu zentralen Abschlüssen an Casteels (55.). Erstmals selbst gefährlich wurden die Wölfe durch Jerome Roussillon, der aber am linken Giebel vorbeizielte (53.). Nachdem Mehmedi und Steffen zunächst auch noch die Vorentscheidung (58.) verpassten, schlug Ginczek zum zweiten Mal zu. Roussillon hatte von links auf Steffen geflankt, dieser seinen Sturmpartner perfekt per Kopf eingesetzt. Ginczek verwandelte eiskalt und schnürte den Doppelpack (60.). Doch wer geglaubt hätte, die Hausherren wären geschlagen, irrte. Mit großer Moral meldete sich der Tabellenletzte zurück. Vasiliadis schickte einen Flatterball auf die Reise, der Casteels überraschte – nur noch 2:3 (72.). Doch nur weitere vier Zeigerumdrehungen später war der alte Abstand wiederhergestellt: Arnold zirkelte einen direkten Freistoß aus 23 Metern unnachahmlich und unhaltbar ins rechte Toreck (76.). Das Traumtor des VfL-Standardspezialisten sollte dann auch der Schlussakkord unter einem ansehnlichen und erfolgreichen Auftritt der Wölfe gewesen sein.

SC Paderborn 07: Zingerle – Jans (46. Hünemeier), Strohdiek, Schonlau, Holtmann – Vasiliadis, Zolinski (60. Mamba), Sabiri, Pröger, Antwi-Adjei, Srbeny (74. Michel)

VfL Wolfsburg: Casteels – William, Knoche, Pongracic, Roussillon – Guilavogui (84. Gerhardt), Schlager, Arnold, Mehmedi (90.+3 Victor)– Ginczek (74. Klaus), Steffen

Tore: 1:0 Zolinski (21.), 1:1 Knoche (26.), 1:2 Ginczek (40.), 1:3 Ginczek (60.), 2:3 Vasiliadis (72.), 2:4 Arnold (76.)

Gelbe Karten: Strohdiek, Hünemeier, Vasiliadis / Guilavogui, Steffen, Pongracic

Rote Karte: Holtmann (33., Tätlichkeit)

Zuschauer: 13.926 am Sonntagabend in der Benteler-Arena

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

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