Die grün-weißen A-Junioren stehen im Viertelfinale des DFB-Pokals. Am heutigen Samstagmittag drehte die Elf von Cheftrainer Daniel Bauer spät einen Rückstand gegen den Nachwuchs der TSG 1899 Hoffenheim und siegte im heimischen AOK Stadion schließlich in Überzahl deutlich mit 5:1 (0:1, 1:0) nach Verlängerung. Nachdem Tamay Dügdü die Gäste in Front gebracht hatte (31.) sorgte Till Neininger für den späten Ausgleich (80.) in der regulären Spielzeit. Nach einer Ampelkarte für die Kraichgauer in der Nachspielzeit sorgten erneut Neininger (93.), zweimal Carl-Anton Sticherling (105., 115.) sowie Marko Mandity (119.) für den am Ende klaren Sieg. In der Liga geht es für den grün-weißen Nachwuchs am Samstag, 22. November, zuhause gegen RB Leipzig weiter (Anstoß um 13 Uhr).
Rückstand, Überzahl, Erlösung und Rausch
U19-Chefcoach Daniel Bauer hatte wenig Grund, seine zuletzt beim 5:1-Auswärtserfolg in der Nachwuchsliga bei Carl Zeiss Jena erfolgreiche Startelf zu verändern. Lediglich Yasin Chebil rückte für Dinaylo Furtado Brito (Bank) in die erste Elf.
Eine halbe Stunde lang hatte der grün-weiße Nachwuchs Anlaufschwierigkeiten gegen mutig agierende Gäste. Dann führte ein Standard zur zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Führung der Kraichgauer: Im Anschluss an einen Freistoß landete die Kugel über Umwege bei TSG-Stürmer Tamay Dügdü, dessen Kopfball den chancenlosen VfL-Schlussmann Jakub Zielinski überwand (31.). Nun musste der VfL dem Rückstand hinterherlaufen und erspielte sich in der Folge immer mehr Feldvorteile. 80 Minuten sollt es aber dauern, bis der Dauerdruck endlich zum Erfolg führte, die Jungwölfe erzwangen den Ausgleich: Nach einer Ecke parierte TSG-Keeper Niko Biedermann zunächst noch, ließ den Ball aber nach vorne abklatschen, wo Neininger keine Mühe hatte, zum verdienten und bejubelten Ausgleich einzuschieben. Noch vor Ende der regulären Spielzeit folgte dann die Schlüsselszene der Partie: Tief in der Nachspielzeit kassierte der Hoffenheimer Tristan Spranger innerhalb weniger Sekunden zwei gelbe Kartons – und damit die Ampelkarte (90.+6). Somit gingen die Grün-Weißen mit dem Vorteil der Überzahl in die Verlängerung. Und den wussten sie prompt zu nutzen: Nach einer ausgespielten Ecke war erneut Neininger zur Stelle, dieses Mal nach Flanke Darwin Soylus per Kopf (93.). Der Widerstand der Hoffenheimer war spätestens mit dem 3:1 des eingewechselten Sticherling gebrochen, der nach einem Konter ins lange Eck abschloss (105.). Doch das sollte es aus VfL-Sicht noch nicht gewesen sein. Nach Flanke von Isaiah Seretis war es erneut Sticherling, der per Kopf traf (115.). Auch der letzte Torjubel ging dann an einen Joker: Der gerade gekommene Mandity profitierte von einer erneuten Seretis-Vorarbeit (119.) – auch der Assist-Geber war von der Bank gekommen.
Daniel Bauer: Das war ein Topspiel – und ich glaube, das ist fast untertrieben. Es war ein höheres Niveau, als man es normalerweise auf dem U19-Level findet. Wir haben sehr schlecht ins Spiel reingefunden und waren am Anfang einfach nicht präsent in den Zweikämpfen und waren gedanklich immer irgendwie einen Schritt zu langsam, was eigentlich untypisch für uns ist. Wir hatten die Jungs eigentlich darauf vorbereitet, dass Hoffenheim extrem aggressiv presst und von Anfang an Vollgas gibt. Trotzdem wurden wir überrumpelt und hatten eine echt schwere Phase. Es ist aber trotzdem total beeindruckend, wie die Jungs schon innerhalb der ersten Halbzeit den Schalter umlegen konnten. Ab etwa der 20. Minute ist das Spiel komplett auf unsere Seite gekippt. Und was die Jungs dann abgeliefert haben über 120 Minuten Spielzeit, das war heute einfach sensationell. Das war ein total verdienter Sieg, wenn auch nicht in der Höhe.
VfL Wolfsburg U19: Zielinski – Bürger (94. Mandity), Boog (117. Greger), Neininger, Chebil (72. Furtado Brito) – Dittrich, Hensel (84. Licht), Soylu (106. Seretis) – Benedict, Simic (72. Sticherling), Katz
Tore: 0:1 Dügdü (22.), 1:1 Neininger (80.), 2:1 Neininger (93.), 3:1 Sticherling (105.), 4:1 Sticherling (115.), 5:1 Mandity (119.)
Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte für Spranger (TSG, 90.+6)


