Nilla Fischer nimmt den Ball in der Luft an.
DO . 24. 05. 2018
Frauen I

Triple-Traum geplatzt

Wölfinnen verlieren trotz aufopferungsvollem Kampf mit 1:4 nach Verlängerung gegen Olympique Lyon.

Nilla Fischer nimmt den Ball in der Luft an.

Es hat nicht sollen sein: Die VfL-Frauen verpassen durch eine 1:4 (0:0, 0:0)-Niederlage am Donnerstagabend gegen Olympique Lyon im Finale der Königsklasse den dritten Titel in dieser Spielzeit. Dabei hatten die Wölfinnen eine kämpferische Leistung geboten, waren durch Pernille Harder in der Verlängerung sogar in Führung gegangen (93. Minute). Doch nachdem Alexandra Popp die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, konnte sich die Elf von VfL-Cheftrainer Stephan Lerch dem Offensiv-Drang Lyons nicht erwehren: Amandine Henry (98.), Eugenie Le Sommer (99.) und Ada Hegerberg (102.) drehten die Partie binnen fünf Minuten zu Gunsten der Französinnen. Camille Abily setzte mit ihrem Tor in der Endphase der Partie den Schlusspunkt unter einen bitteren Abend (116.). Damit war der Traum vom Triple geplatzt.

Das nächste Mal gefordert sind die Wölfinnen bereits am kommenden Sonntag, 27. Mai (Anstoß um 14 Uhr), in der Allianz Frauen-Bundesliga, wenn die Grün-Weißen beim FC Bayern München gastieren.

Popp von Beginn an

Im Vergleich zum Final-Sieg im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München tauschte VfL-Cheftrainer Lerch auf nur einer Position: Für die in der Königsklasse nicht spielberichtigte Claudia Neto rückte Popp – die sich nach überstandenem Muskelfaserriss pünktlich für das Endspiel in Kiew fit meldete – in die Startformation. OL-Trainer Raynald Pedros sah dagegen nach dem 0:0-Unentschieden zuletzt gegen Paris Saint-Germain in der heimischen Liga keinen Grund für personelle Wechsel und bot exakt die gleiche Startelf auf.

Engagierter Start

Beide Teams zeigten vom Start weg bei bestem Fußballwetter und Temperaturen um die 25 Grad, dass sie völlig zurecht das Endspiel der Königsklasse erreicht haben und spielten mutig nach vorne. Die erste Chance der Begegnung hatten die Französinnen: Nach einem Marozsan-Freistoß landete das Leder über Umwege bei Amandine Henry, deren Abschluss allerdings von der grün-weißen Defensive geblockt wurde (6.). Unmittelbar im Gegenzug verpasste Ewa Pajor eine flache Popp-Hereingabe nur haarscharf (8.) – fast die frühe VfL-Führung.

Chancen auf beiden Seiten

In der Folge benötigte Grün-Weiß etwas Zeit, um sich an das schnelle Umschaltspiel Lyons zu gewöhnen, die ihrerseits jedoch weitere Chancen von Marozsan (24.) und Ada Hegerberg (35.) ungenutzt ließen. Zwischenzeitlich hatten die 14.237 Zuschauer im Walerij-Lobanowskyj-Stadion den Torjubel schon auf den Lippen, als die umtriebige Harder mit einem schönen Pass in die Tiefe Pajor einsetzte, diese jedoch in letzter Sekunde am Abschluss gehindert wurde (28.). Die Partie wogte nun hin und her, ohne dass eines der Teams zu zwingenden Torchancen kam. Besonders die Präzision im finalen Anspiel ging den Finalistinnen gegen gut gestaffelte Defensivreihen ab und so ging es ohne Tore in die Kabinen.

Gunnarsdottir muss verletzt runter

Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts bot sich zunächst ein ähnliches Bild, beide Teams standen hinten gut und ließen dem Kontrahenten kaum Räume. Für einen bitteren Schock-Moment sorgte dann Sara Gunnarsdottir: Die Mittelfeldspielerin verletzte sich ohne gegnerisches Einwirken und musste durch Joelle Wedemeyer ersetzt werden (57.). Es folgte eine Drangphase Lyons: Die Wölfinnen kämpften allerdings aufopferungsvoll, konnten die Einschuss-Gelegenheiten von Olympique durch Griedge M’Bock Bathy (63.), Marozsan (65.) und Henry (69.) allesamt vereiteln.

Schult in Topform

Die Grün-Weißen berappelten sich und suchten schließlich ihr Heil in der Offensive: Dabei landete das Spielgerät nach einem Harder-Abschluss aus spitzem Winkel allerdings nur auf dem Tornetz (78.). Immer wieder blitzte das Potenzial der Lerch-Elf im Umschaltspiel mit guten Passstafetten auf, einzig das letzte Zuspiel wollte nicht gelingen. Auf VfL-Keeperin Almuth Schult konnte sich Grün-Weiß derweil stets verlassen: Als Delphine Cascarino eine gelungene Flanke auf Le Sommer spielte, die wiederum aus sieben Metern direkt abzog, war die DFB-Keeperin auf dem Posten und parierte gekonnt (83.). So fand die Begegnung in der regulären Spielzeit keinen Sieger und ging in die Verlängerung.

Erst Jubel, dann Schockstarre

Es war die 93. Spielminute als Harder die Wölfinnen für die kämpferische Leistung endlich belohnte: Nach einem Solo quer durch das Mittelfeld fasste sich die Nummer 22 ein Herz, zog ab und der Ball schlug abgefälscht im linken unteren Eck ein. Kurz darauf sah Popp nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Die nun in Überzahl agierenden Französinnen erhöhten den Druck und drehten binnen fünf Minuten die komplette Partie: Zunächst traf Henry aus spitzen Winkeln in den Knick (98.), ehe Le Sommer nach einem gut vorgetragenen Konter über Shanice Van den Sanden den Ball über die Linie drückte (99.). Die sichere Niederlage war besiegelt, als dann auch noch Hegerberg traf (103.). In der Schlussphase warf Grün-Weiß alles nach vorne und bot im Umkehrschluss immer wieder Räume, die Lyon durch das Tor der eingewechselten Abily schließlich zum 1:4-Endstand nutzte (116.).

VfL Wolfsburg: Schult – Blässe, Fischer, Goeßling, Maritz – Gunnarsdottir (57. Wedemeyer), Popp – Hansen (46. Wullaert), Harder, Dickenmann (89. Kerschowski) – Pajor

Olympique Lyon: Bouhaddi – Bronze, M`Bock Bathy, Renard, Bacha (64. Cascarino) – Kumagai (95. Van de Sanden), Henry – Marozsan, Majri – Hegerberg, Le Sommer (114. Abily)

Gelbe Karten: Maritz / Bacha, Cascarino

Gelb-Rote Karte: Popp (95.)

Tore: 1:0 Harder (93.), 1:1 Henry (98.), 1:2 Le Sommer (99.), 1:3 Hegerberg (102.), 1:4 Abily (116.)

Zuschauer: 14.237 am Donnerstagabend im Walerij-Lobanowskyj-Stadion

Schiedsrichterin: Jana Adamkova (Tschechien)

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