26.03.2019
Frauen

Tag der Entscheidung

Die VfL-Frauen fiebern dem UWCL-Viertelfinal-Rückspiel gegen Olympique Lyon entgegen.

Der Traum vom Endspiel in Budapest lebt – doch bereits im Halbfinale der UEFA Women’s Champions League ist auf Grund der Auslosung nur Platz für eines der in den letzten Jahren dominierenden Teams: Nach der 1:2-Niederlage in Frankreich wollen sich die Frauen des VfL Wolfsburg am Mittwoch, 27. März (Anstoß 18.15 Uhr) für die Final-Niederlage von Kiew 2018 revanchieren und den Rekord-Titelträger Olympique Lyon mit einem Sieg im Viertelfinal-Rückspiel aus dem Wettbewerb kegeln. Ein 1:0-Sieg würde ebenso dafür reichen wie jeder Erfolg mit mindestens zwei Toren Differenz. Bei diesem Vorhaben können sich die Wölfinnen auf die Unterstützung ihrer Fans verlassen: Das AOK Stadion ist ausverkauft und noch vor dem Anpfiff sorgt Fabian Riaz mit seiner Live-Performance von „Immer nur du“ für Gänsehautstimmung. Eine rechtzeitige Anreise wird empfohlen, Stadionöffnung ist bereits um 16.45 Uhr. Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können: Sport1 überträgt die Partie live, präsentiert von Winora.

Auch Lyon ist verwundbar

Drei Mal standen sich der VfL Wolfsburg und Olympique Lyon bereits in einem Champions-League-Endspiel gegenüber, sieben der letzten acht Titel gingen entweder an die Rhône oder an die Aller. Klar, dass es sich auch diesmal nicht um ein „normales“ Viertelfinal-Rückspiel handelt – dafür geht es um zu viel. Seit 2016 hat es sich Olympique Lyon auf dem europäischen Thron bequem gemacht, nun droht der erste vorzeitige K.o. seit dem Achtelfinal-Aus gegen Paris Saint-Germain im November 2014. Den Beweis, dass die seit vielen Jahren im Kern gewachsene Mannschaft um Kapitänin und Abwehrchefin Wendie Renard, Mittelfeld-Regisseurin Dzsenifer Marozsán sowie den Top-Stürmerinnen Ada Hegerberg und Eugénie Le Sommer verwundbar ist, haben die Wölfinnen im Hinspiel selbst erzwungen: Nach schwacher erster Hälfte riss das Team von Cheftrainer Stephan Lerch die Spielkontrolle an sich und ließ den französischen Serienmeister kaum noch zur Entfaltung kommen. „Ich hatte den Eindruck, dass sie keine Lust mehr hatten“, meinte Wölfin Alexandra Popp, die den wichtigen Anschlusstreffer von Nilla Fischer vorbereitete. Nun gilt es, diesen Faden aufzunehmen, am besten gleich von Beginn an.

Goeßling meldet sich fit

Die Augen der zahlreichen Journalisten, die den öffentlichen Teil des VfL-Abschlusstrainings besuchten, waren überwiegend auf Lena Goeßling gerichtet. Beim Kantersieg gegen Borussia Mönchengladbach musste die Nationalspielerin mit Erkältungssymptomen passen, eine Prognose für das Champions-League-Spiel war kaum möglich. Nun folgte die Entwarnung: Goeßling nahm an der Einheit teil und ist damit ebenso einsatzfähig wie Sara Doorsoun, die gegen das Liga-Schlusslicht nach überstandenen muskulären Problemen ihr Comeback realisierte. Damit fehlen allein Lara Dickenmann (Reha nach Kreuzbandriss) und Zsanett Jakabfi (Innenbanddehnung).

„Wir wollen die Zuschauer mitreißen“

Im Rahmen der offiziellen Pressekonferenz äußerte sich Lerch über…

…die nötige Balance: Wir haben eine 1:2-Niederlage wettzumachen, daher gilt es, zu Hause dominant aufzutreten und unser Spiel durchzubringen. Das wird natürlich sehr schwer gegen eine absolute Top-Mannschaft. Keinesfalls dürfen wir blind stürmen und dann hinten den Gegner zu Toren einladen. Genau das haben wir auch thematisiert. Wir wollen eine Reaktion zeigen, aber die Balance ist dabei ganz wichtig!

…die Kulisse: Ich freue mich sehr darüber, dass das AOK Stadion ausverkauft ist und wir eine tolle Stimmung erleben werden. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, indem wir die Zuschauer mit einem engagierten Auftreten mitreißen. Für uns ist das wie ein Finalspiel, ein absolutes Highlight, auf das wir uns zurecht freuen dürfen!

…die Ausrichtung des Gegners: Wir haben uns ja bereits vor dem Hinspiel schon sehr intensiv mit Lyon beschäftigt und wir wissen, dass sie mehrere Systeme spielen können – das hat man ja auch während des Hinspiels gesehen, als sie von einer Raute auf ein 4-1-4-1 umgestellt hatten. Klar kann man sich fragen, wie es der Gegner angehen wird. Man könnte erwarten, dass Lyon erst einmal kompakt stehen und auf Konter setzen wird. Oder sie treten so selbstbewusst auf wie in der ersten Halbzeit in Lyon. Für uns spielt das nicht die entscheidende Rolle, wir sind auf alles vorbereitet. Letztendlich wollen wir viel Ballbesitz haben und den Gegner laufen lassen – darum geht es.

…Lehren aus der ersten Hälfte in Lyon: Vielleicht haben wir uns von der Kulisse anstecken lassen, auch die Kommunikation kann eine Rolle gespielt haben. Die Spielerinnen auf der Gegenseite hatten mich nicht verstanden. Wir haben es aufgearbeitet und thematisiert, dass wir gerade gegen eine solche Mannschaft mutig und selbstbewusst auftreten müssen. Eine gute Körpersprache und Präsenz auf dem Platz sind wichtig – genau das wollen wir morgen von der ersten Minute an zeigen!

…die Bedeutung der Taktik: Die Taktik spielt auf jeden Fall eine Rolle, aber die Entschlossenheit, diese in den jeweiligen Situationen auch umzusetzen, ist mindestens genauso wichtig. Wenn es um Kleinigkeiten geht, sind Einstellung und Wille entscheidende Faktoren. Man braucht eine gute Mischung aus Taktik und Mentalität – das Gesamtpaket ist entscheidend.

Wölfe TV: Der Vorbericht zum Spiel

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