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Stets verbunden

Volkswagens als Partner der Wölfe und Wölfinnen – ein historischer Streifzug.

Neun rasante Aufbaujahre, fünf Saisons in der erstklassigen Oberliga Nord und danach lange Jahre des Pendelns zwischen Zweit- und Drittklassigkeit – so liest sich die Geschichte der VfL-Fußballer bis zum Anlaufen des Profifußballs. Seit wann Volkswagen den Grün-Weißen zur Seite steht? Laut ihrer Spielkleidung seit der Zweitligasaison 1992/1993. Blickt man aus Anlass des Aktionsspieltags „Hand in Hand“ etwas genauer auf den gemeinsamen Weg, dann wird jedoch deutlich: Die Partnerschaft ist auch deswegen so fest verwurzelt und eng, weil es sie auf vielfältige Weise immer schon gab.

Werksangestellte im VfL-Trikot

Werk, Stadt, Verein – dass es in diesem Erfolgsdreieck nur Gewinner gibt, dafür lieferte die „Schalke-Familie“ ein frühes Exempel. Im Sommer 1946 lotste Volkswagen acht hochveranlagte Fußballer aus dem Raum Gelsenkirchen nach Wolfsburg, versorgte sie mit Arbeitsplätzen, Lebensmitteln und Wohnraum. Im Gegenzug wurden die Wölfe, bis dahin unterbesetzt und ohne Wettbewerbsreife, derart verstärkt, dass Aufstieg um Aufstieg gelang und Grün-Weiß bereits 1954 ganz oben ankam. Auf Jahrzehnte hinaus blieb eine Anstellung im Werk auch für folgende Spielergenerationen eine wesentliche Motivation. In den weiteren 50er, den 60er, den 70er und den 80ern Jahren fand sich kaum ein Amateurfußballer der Wölfe, der nicht hauptberuflich beim Autobauer gearbeitet hätte. VfL-Größen ihrer Zeit wie Günter Leich, Wilfried Reckel, Wölfi Krause oder Uwe Otto verkörperten als einige von vielen Beispielen die Werksmannschaft auf dem Feld und machten andersherum den Fußball zum festen Bestandteil des werktäglichen Alltags. Sogar direkt für Volkswagen schnürten viele die Stiefel, wenn es im Rahmen regelmäßiger Vergleiche im Betriebsfußball gegen andere Abteilungen ging.

Von der Standortförderung zum Sportsponsoring

Auch strukturelle Unterstützung war zu allen Zeiten ein Merkmal der engen Verzahnung. So organisierte der Konzern dem VfL spannende Gegner, stellte Fahrzeuge wie die legendären Bullis zur Verfügung und genauso fachliche Expertise durch Führungspersonal. Manfred Aschenbrenner und Peter Pander beispielsweise, die die entscheidenden Hebel zum Zweitligaaufstieg umlegten, waren zuvor aus dem Werk abgestellt worden. Über das daraufhin startende Trikotsponsoring hinaus förderte Volkswagen die Wölfe – analog zum übrigen Sport in der Region – weiter wie bisher, bis sich die Grün-Weißen in ihrer Entwicklung schlichtweg selbst überholten, binnen kurzer Zeit ins Pokalfinale, die Bundesliga und den UEFA-Cup zogen und die Struktur eines Großvereins zu eng für sie wurde. Mit dem Bau der Volkswagen Arena und der Ausgliederung begann die grün-weiße Neuzeit. Die Konzerntochter VfL Wolfsburg Fußball-GmbH entstand, lokale Standortförderung entwickelte sich weiter zu gezieltem Sportsponsoring. Und die Wölfe zahlten zurück: durch ihre Titeltriumphe 2009 und 2015 plus fast 100 Auftritte im Europapokal ohnehin, aber auch ganz allgemein in Form ihrer vormals nicht annähernd vorhandenen Medienpräsenz.

Auch Arbeitgeber der Wölfinnen

Dieser Gegenwert der konzernseitigen Investitionen potenzierte sich noch einmal mit der steilen Erfolgsentwicklung der VfL-Frauen. Schon zu Zeiten ihrer Vorgängervereine VfR Eintracht Nord und WSV Wolfsburg Wendschott, deren Frauen-Abteilung 2003 zum VfL übertrat, hatte Volkswagen den Frauenfußball in der Region unterstützt. Ob Petra Damm, Doris Fitschen oder Martina Müller, die Jahre später im Champions-League-Finale von London ganz Europa mit ihrem 1:0-Siegtor über Olympique Lyon auf die Wölfinnen aufmerksam machen sollte: Ehe die grün-weißen Frauen zum Profiteam wurden, arbeiteten auch viele Wölfinnen hauptberuflich im Werk. Das Fabeljahr 2013, als sie aus dem Stand das Triple gewannen, war passenderweise das erste mit dem Volkswagen Logo auf dem Trikot. Seither kamen fast jedes Jahr weitere Titel hinzu, genauso wie Auftritte im Europapokal. Aber auch der männliche und weibliche Nachwuchs, die E-Wölfe oder das Traditionsteam, sie alle tragen längst das Emblem des Autobauers auf ihrem Jersey und sind als Botschafter und Aushängeschilder des Konzerns wie auch der Stadt Teile eines ganzheitlichen Förderkonzepts, dessen Wurzeln erheblich tiefer reichen, als manch einer denkt.