31.08.2021
Frauen

„Stabilität ist das Aller­wichtigste“

VfL-Cheftrainer Tommy Stroot vor dem Hinspiel gegen Bordeaux in der UWCL-Qualifikation.

Finnland, Island, Kosovo – der Auftakt der UEFA Women’s Champions League führte die Frauen des VfL Wolfsburg in den letzten Jahren zwar in interessante Länder, aus sportlicher Sicht waren die Hürden im Sechzehntelfinale allerdings nicht allzu hoch. Das ändert sich nun mit dem neuen Format der europäischen Königsklasse. An die Stelle des Sechzehntelfinals rückt eine Qualifikationsrunde für die erstmals installierte Gruppenphase. Und die hat es durchaus in sich: Im Hinspiel treffen die Wölfinnen am morgigen Mittwoch, 1. September (Anstoß um 18 Uhr/live auf SPORT1 und Wölfe TV), im AOK Stadion auf den letztjährigen französischen Liga-Dritten FC Girondins de Bordeaux. Das Rückspiel an der Atlantikküste findet dann am kommenden Mittwoch, 8. September (Anstoß um 19 Uhr/live auf SPORT1 und Wölfe TV), statt.

Ex-Coach von Lyon

Folgt man der Logik der UEFA, so ist es durchaus gewollt, dass sich die Zweit- und Drittplatzierten der besten Nationalverbände bereits in der Qualifikation zur Gruppenphase begegnen – denn nicht umsonst wird in der Qualifikation zwischen Meister- und Liga-Weg unterschieden. So wird es im Liga-Weg auf alle Fälle entweder Manchester City oder Real Madrid „erwischen“, während der Sieger des Duells zwischen Apollon Ladies aus Zypern und dem ukrainischen Meister Charkiw in der Gruppenphase steht. Ziel ist es, aus der Champions League keine Eliteliga der Top-Verbände zu machen, sondern die Vielfalt des europäischen Vereinsfrauenfußballs abzubilden. Und so bekommen es die Wölfinnen eben nicht mit einem vermeintlichen Leichtgewicht in der Qualifikation zu tun. Auf der anderen Seite: Es ist die erste UWCL-Teilnahme von Bordeaux, in Sachen Erfahrung spricht also deutlich mehr für Grün-Weiß. Ausgenommen ist der Trainer der Französinnen: Patrice Lair war vier Jahre lang Coach von Olympique Lyon – unter anderem beim ersten Triumph der Wolfsburgerinnen 2013.

„Eine gute Basis legen“

Nach dem erfolgreichen Saisonstart in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga mit dem klaren 3:0-Erfolg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam können die Wölfinnen durchaus optimistisch in die erste internationale Aufgabe der Saison gehen, die für Lena Lattwein, Sandra Starke und Tabea Waßmuth zugleich die Champions-League-Premiere sein könnte. Für Starke gilt dies zumindest eingeschränkt: In der Saison 2012/2013 zählte die 28-Jährige bei UWCL-Partien dreimal zum Kader des 1. FFC Turbine Potsdam, kam aber nicht zum Einsatz. Wölfinnen-Cheftrainer Tommy Stroot erreichte mit dem FC Twente zweimal das Achtelfinale der Königsklasse, zuletzt in der Saison 2019/2020. Seinerzeit war ausgerechnet gegen seinen aktuellen Arbeitgeber Endstation: Im Hinspiel gab es eine 0:6-Niederlage im AOK Stadion, das Rückspiel in Enschede endete 0:1. Vor seinem ersten Champions-League-Spiel als Trainer des VfL Wolfsburg sprach der Coach nach dem heutigen Abschlusstraining über…

…den Gegner: Ich verfolge Bordeaux schon seit einiger Zeit – da wusste ich noch nicht, dass wir gegen sie spielen. Es ist schon auffällig, dass sie Montpellier den Rang als Nummer drei in Frankreich abgelaufen haben. Das spricht für die Qualität dieser Mannschaft. Sie haben einige Persönlichkeiten im Team, wie etwa die Niederländerin Katja Snoeijs, die ich noch aus ihrer Zeit bei der PSV Eindhoven kenne, oder meiner ehemaligen Spielerin Catharine Folkertsma. Natürlich haben sie auch einige Leistungsträgerinnen verloren, sodass sie über eine neue Kaderstruktur verfügen. Zu ihren Stärken auf dem Platz zählt ganz klar das Umschaltspiel.

…die Vorbereitung auf Bordeaux: Wir haben Bordeaux sehr genau beobachtet und waren beim Spiel gegen Kristianstad auch mit einer unserer Co-Trainerinnen vor Ort. Dementsprechend konnten wir uns schon sehr frühzeitig ein Bild vom Gegner machen, was sehr angenehm war in der Vorbereitung.

…den neuen UWCL-Modus: Wir wussten ja, dass nach der Wettbewerbsreform schon früh ein starker Gegner auf uns wartet, von daher ist das keine Überraschung. In der Vorbereitung hat diese Qualifikation natürlich eine Rolle gespielt, auch in der Vorbereitung auf das Potsdam-Spiel. 

…die Personalsituation: Im Vergleich zum Potsdam-Spiel hat sich nichts am Zustand der verletzten Spielerinnen geändert. Aber wir haben in der Champions League ja die Möglichkeit, einen größeren Kader zu nominieren, sodass wir diesmal 20 Spielerinnen dabeihaben werden.

…eine mögliche Rotation: Wir werden immer mal wieder das eine oder andere Stellschräubchen verändern, aber in dieser Phase ist Stabilität das Allerwichtigste. Wir müssen Vertrauen ineinander bekommen, da ja auch viele Veränderungen im Kader und im Trainerstab gab. Es geht darum, dass wir unsere Spielidee weiterentwickeln. Nach drei Wochen mit dem kompletten Kader können wir noch nicht da sein, wo wir hinwollen. 

…die abgeschaffte Auswärtstor-Regel: Diese Änderung verändert die Herangehensweise natürlich. Klar wollen wir weiter eine gute Stabilität auf den Platz bringen, wie über weite Strecken gegen Potsdam. Aber ein Gegentor in einem Heimspiel wiegt nicht ganz so schwer wie zuvor. Ich finde, dass es nun auch noch ein größerer Vorteil ist, das Rückspiel zu Hause zu haben, da die Zuschauer eine Rolle spielen können. Das ist bei uns nun nicht der Fall. Umso wichtiger ist es, eine gute Basis zu legen, damit wir es in Bordeaux einen Tick einfacher haben.

Wölfe TV: Livestream heute ab 18 Uhr

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