Beide Teams kamen ohne Wechsel aus der Kabine. Frankfurt hatte durch Kristensen (47.) den ersten Annäherungsversuch, danach folgte jedoch die bis dahin beste Phase der Wölfe. Zunächst blieb Patrick Wimmer nach erneut genialem Pass von Eriksen mit seinem Schuss am letzten Verteidiger Robin Koch hängen (52.). Kurz darauf zog der Österreicher an der Torlinie nach innen und fand beinahe Eriksen am kurzen Pfosten (53.). In der 59. Minute bot sich die Doppelchance zur Führung: Eriksen durfte zentral vor dem Strafraum abschließen, Zetterer ließ den Ball nach vorn abklatschen, parierte den Nachschuss von Amoura aber stark (59.). In der 67. Minute sorgte schließlich Aaron Zehnter nach Hereingabe von Sael Kumbedi auf ebenso starke Weise für die fällige Führung der Wölfe. Angetrieben vom Rückstand zeigte die SGE deutlich mehr Zug zum Tor. Die Wölfe verteidigten jedoch weiter konzentriert und leidenschaftlich – und hatten in der 78. Minute die Möglichkeit zu erhöhen. Nach einer Flanke von Mattias Svanberg waren sich Kumbedi und der eingewechselte Pejcinovic vor dem Tor uneinig, sodass keine große Gefahr entstand. Die Adlerträger rauschten in der Schlussphase immer wieder in den Strafraum, doch die Bauer-Elf ließ lange nichts mehr anbrennen. In der dritten Minute der Nachspielzeit ging Schiedsrichter Harm Osmers dann aber zum Bildschirm und sah sich eine Szene noch einmal an. Er entschied auf Strafstoß für Frankfurt – nach einem Foulspiel von Denis Vavro an Theate. Michy Batshuayi trat an den Punkt und schockte die Wolfsburger mit dem späten Ausgleich (90.+6). Kurz darauf sorgte Doan beinahe noch für den Frankfurter Siegtreffer, doch sein artistischer Versuch ging knapp über das Tor. In der neunten Minute der Nachspielzeit betrat Pharell Hensel mit dem letzten Wechsel den Platz und feierte sein Bundesliga-Debüt.
Tore
- 0:1 Zehnter (67.): Das ist die Führung für den VfL – und sie ist verdient! Gerhardt schickt Kumbedi auf der rechten Seite in den Strafraum. Dessen Flanke findet am langen Pfosten den mit perfektem Timing eingelaufenen Zehnter, der per Direktabnahme durch die Beine von Zetterer ins Netz trifft.
- 1:1 Batshuayi (90.+6): Der eingewechselte Batshuayi übernimmt die Verantwortung und schweißt den Ball unter die Latte. Ausgleich. Ist das bitter.
Trainerstimmen
Daniel Bauer: Wir konnten uns ein bisschen abreagieren und haben die Szene, die allen auf der Seele brennt, nun fünfmal gesehen. Den Jungs tut es unglaublich weh. Dass der Schiedsrichter mit VAR-Eingriff am Ende so entscheidet, tut mir in meiner Fußballer-Seele weh: Denn wenn er so entscheidet, muss der VAR zehnmal bei zehn Ecken eingreifen. Ja, es gab einen Kontakt, aber es war kein aktiver Kontakt. Unterm Strich haben wir heute ein sehr gutes Auswärtsspiel gezeigt. Wir wussten, es wird eine sehr heiße Atmosphäre und dass die Eintracht logischerweise nachlegen will und nach dem Spiel gegen Atalanta direkt in der Liga eine Reaktion zeigen will. In der ersten Halbzeit waren wir zu passiv, da hätten wir uns mehr hohe Ballgewinne gewünscht. In der zweiten Halbzeit war es 30 bis 35 Minuten der Fußball, den wir spielen wollen. Wir hätten nach dem 1:0 das 2:0 nachlegen müssen – das müssen wir uns ankreiden. Trotzdem fahren wir unter dem Strich mit gesenkten Köpfen nach Hause. Vorher hätte der ein oder andere den Punktgewinn unterschrieben. Unser Ziel als Mannschaft war es trotzdem hier heute zu gewinnen. Wir wissen um die Stärke der Eintracht, trotzdem waren drei Punkte unser klares Ziel – und die haben wir heute nicht geholt. Das tut uns weh.
Dino Toppmöller: Wir wollten von Anfang an eine Reaktion auf das Spiel am Mittwoch zeigen, das haben wir in den ersten Minuten auch ordentlich gemacht. In der ersten Halbzeit hatten wir viele Aktionen in Richtung Box und auch viele Boxeintritte. Das waren letztlich aber nur zwei klare Torchancen. Bei dem Feldvorteil, den wir hatten, hat der letzte Punch gefehlt, um daraus Kapital zu schlagen. Dann gehen wir in der zweiten Halbzeit in Rückstand. Die Mannschaft ist stabil geblieben, was am Mittwoch nicht der Fall war. Da haben sie heute eine gute Moral gezeigt und sind standhaft geblieben. Man hat gesehen, dass die Jungs mit ihrem Einsatz das Spiel unbedingt auf unsere Seite ziehen wollten. Es war zwar nur diese Elfmetersituation, in der wir das 1:1 gemacht haben, aber danach hat man gesehen, dass die Jungs unbedingt gewinnen wollten. Die Einstellung der Jungs war richtig gut. Wir hatten uns mehr vorgenommen und wollten unbedingt zuhause gewinnen. Jetzt ist es ein Punkt geworden und damit fokussieren wir uns auf das, was vor uns liegt.
Aufstellungen und Statistiken
Eintracht Frankfurt: Zetterer – Kristensen, Koch, Theate, Brown – Skhiri (76. Dahoud) – Chaibi, Götze (62. Batshuayi) – Doan, Knauff (82. Ngankam), Bahoya (62. Collins)
Ersatz: Kaua Santos (Tor), Amenda, Baum, Chandler, Höjlund
VfL Wolfsburg: Grabara – Kumbedi, Seelt, Koulierakis, Zehnter – Gerhardt (86. Souza), Arnold – Eriksen (86. Vavro), Majer (90.+9 Hensel), Wimmer (71. Svanberg) – Amoura (71. Pejcinovic)
Ersatz: Müller (Tor), Bürger, Skov Olsen, Katz
Tore: 0:1 Zehnter (67.), 1:1 Batshuayi (90.+6)
Gelbe Karten: Brown / Wimmer, Vavro, Koulierakis, Arnold
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Zuschauende: 58.000 im Deutsche Bank Park
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