Männer

Später Anschluss reicht nicht

Rogerio trifft beim Comeback, doch Wölfe verlieren Generalprobe in Brighton knapp.

Der VfL Wolfsburg hat seinen letzten Härtetest vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal gegen die SV Hemelingen (Samstag, 16. August, 15.30 Uhr) knapp verloren. Im zweiten Test des Tages unterlag die Elf von Paul Simonis dem Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion mit 1:2 (0:1). Nach einer verhaltenen ersten Halbzeit steigerte sich der VfL deutlich und kam durch Rückkehrer Rogerio, der nach langer Verletzungspause sein Comeback feierte, zum Anschlusstreffer. In der Schlussphase drängten die Grün-Weißen noch auf den Ausgleich, doch Brighton brachte den knappen Vorsprung über die Zeit.

Personal

Ebenso wie Brightons Cheftrainer Fabian Hürzeler ließ auch VfL-Coach Paul Simonis nach dem 0:2 im ersten Test hinter verschlossenen Türen keinen Stein auf dem anderen und schickte im American Express Stadium gleich elf neue Spieler aufs Feld. 

Spielverlauf

Bei strahlendem Sonnenschein hatten die Wölfe zunächst große Mühe im Spielaufbau gegen das aggressive Pressing der Seagulls. Bereits in der 8. Minute brannte es lichterloh im VfL-Strafraum: Erst scheiterte Georginio Rutter an Kamil Grabara, dann parierte der Keeper auch den Nachschuss von Diego Gomez. Brighton blieb am Drücker und ging durch einen platzierten Abschluss von Rutter folgerichtig in Führung (16.). Erst in der 22. Minute kamen die Wölfe zu ihrer ersten Chance: Nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte zündete Mohammed Amoura den Turbo und legte quer auf Andreas Skov Olsen, der den Ausgleich aus bester Position verpasste. Das Geschehen spielte sich jedoch weiterhin meist in der Wolfsburger Hälfte ab. Brighton blieb gefährlich, verfehlte durch Yankuba Minteh per Kopf nur knapp (26.). Kurz darauf hatte der VfL aber erneut den Ausgleich auf dem Fuß: Amoura setzte Lovro Majer in Szene, doch der scheiterte im direkten Duell an Keeper Bart Verbruggen (30.). Kurz darauf musste Grabara auf der anderen Seite zum wiederholten Male eingreifen, als Kaoru Mitoma aus kurzer Distanz abzog (32.). So blieb der Rückstand zur Pause bei 0:1.

Ohne personelle Veränderungen, aber mit neuem Gesicht kamen die Wölfe aus der Kabine. Die Simonis-Elf agierte nach dem Seitenwechsel mutiger und hielt den Ball nun häufiger und länger in der gegnerischen Hälfte. Die erste Chance gehörte jedoch Brighton: Minteh scheiterte aus spitzem Winkel an Grabara (52.). Kurz darauf folgte die nächste dicke Gelegenheit zum Ausgleich: Konstantinos Koulierakis spielte einen Traumpass in die Tiefe auf Patrick Wimmer, der sofort quer auf Amoura legte – der verpasste im Zentrum nur um Haaresbreite (60.). Der VfL blieb am Drücker: Erst wurde Wimmer im Strafraum geblockt, dann setzte Arnold einen Volley aus 20 Metern zu zentral auf Verbruggen (66.). In der 69. Minute machte Vinicius Souza Platz für Rogerio, der nach langer Verletzungspause erstmals wieder dabei war. Trotz der verbesserten Wolfsburger blieb Brighton gefährlich und erhöhte in der 73. Minute durch de Cuyper auf 2:0. Der VfL ließ sich nicht entmutigen: Arnold prüfte Verbruggen aus der Distanz (76.), ehe Rogerio in der 80. Minute sein Comeback mit dem Treffer zum 1:2 krönte. Fast hätte es noch zum Ausgleich gereicht – doch Fischer scheiterte nach feinem Steckpass von Wimmer am Keeper der Engländer (83.). 

Tore

  • 1:0 Rutter (16.): Brighton geht verdient in Führung. Van Hecke behauptet den Ball im Mittelfeld und spielt dann den eröffnenden Pass an die Strafraumgrenze zu Ayari. Der wiederum leitet quer auf Rutter weiter, dessen Abschluss nach einem starken ersten Kontakt im langen Eck einschlägt. 
     
  • 2:0 de Cuyper (73.): Die Wölfe sind besser im Spiel, kassieren aber den zweiten Treffer. Mats Wieffer bringt das Spielgerät flach und scharf auf die lange Ecke. Grabara ist mit den Fingerspitzen dran, doch der Ball landet auf dem Fuß von de Cuyper, der aus spitzem Winkel ins leere Tor einschiebt. 
     
  • 2:1 Rogerio (80.): Geht da noch was? Die Wölfe stecken den Rückschlag schnell weg und schaffen den Anschluss. Rogerio wird von Wimmer links im Strafraum bedient und lässt mit seinem strammen Schuss Verbruggen ins Leere greifen. 

Trainerstimme

Paul Simonis: Der Gegner war wirklich stark – genau das wünscht man sich in der Vorbereitung, besonders zum Ende hin. Mir hat unsere Leistung in der zweiten Halbzeit sehr gut gefallen. Wir haben mit dem Ball mehr Initiative ergriffen und auch im Pressing aggressiver agiert. Das hat uns mehr Selbstvertrauen gegeben, wir haben viele Chancen herausgespielt und hätten mehr als ein Tor erzielen können. In der vergangenen Woche haben wir einen großen Schritt gemacht. Das sollte uns Energie für den Saisonstart in der kommenden Woche geben. Ich freue mich besonders für Rogerio. Hätte ich mir einen Torschützen aussuchen dürfen, wäre es er gewesen. Das ist die Belohnung für seine harte Arbeit im Kraftraum in den vergangenen Monaten.

Aufstellungen und Statistiken

Brighton & Hove Albion: Verbruggen – Wieffer, van Hecke, Dunk, de Cuyper – Ayari, Gomez (78. Yalcouye), O’Riley – Minteh (74. Howell), Rutter (84. Sima), Mitoma

Ersatz: McGill (Tor), Tzimas, Slater, Tasker, Albarus, Simmonds, Oriola, Nti

VfL Wolfsburg: Grabara – Fischer, Vavro, Koulierakis, Maehle – Arnold, Souza (69. Rogerio) – Skov Olsen, Majer, Wimmer – Amoura (64. Katz)

Ersatz: Pervan (Tor), Benedict, Bürger, Neininger

Tore: 1:0 Rutter (16.), 2:0 de Cuyper (73.), 2:1 Rogerio (80.)

Gelbe Karten: Dunk, Minteh / -

Schiedsrichter: Michael Salisbury