24.01.2021
Mein Werk. Mein Verein. Eine Geschichte.

Sekt in der Sauna

Als VfL-Spieler hatte Udo Hoffmann, Mitarbeiter Volkswagen Besucherdienste, trotz vieler Verletzungen eine heitere Zeit.

Im WM-Jahr 1978 hätte es fast schon geklappt. Das Angebot, in die VfL-A-Jugend zu wechseln, schlug Udo Hoffmann allerdings aus. Braunschweig, wo er stattdessen anheuerte, lockte mit der Aussicht auf die Bundesliga. Doch in der Löwenstadt wurde Hoffmann nicht glücklich. „Ich habe gekämpft, bin fünfmal in der Woche mit dem Moped zum Training gefahren. Im Profikader bekam ich aber nie eine richtige Chance.“ Als besser entpuppte sich da die Entscheidung, Wölfi Krause zu folgen. Erst zum MTV Gifhorn, zur Saison 1984/1985 dann doch zum VfL Wolfsburg. „Mit dem Trainer mitzugehen, war goldrichtig. Vor allem, weil ich so die Möglichkeit hatte, bei Volkswagen Fuß zu fassen.“

Internationales Publikum

Eben das tat er. Im Presswerk in Halle 1 fing der gebürtige Wattenscheider 1984 an. Über Lehrgänge und Fortbildungen ebnete er sich den Weg in die Qualitätssicherung. Nach fünf Jahren folgte 2000 der Wechsel in seinen heutigen Job: In der Abteilung Besucherdienste organisiert Hoffmann diverse Veranstaltungen, externe wie werkseigene, betreut Gäste, kümmert sich um die Raumausstattung oder auch die Administration. Ein vielfältiges Aufgabengebiet, an dem der gelernte Maschinenbauschlosser Spaß gefunden hat. „Man hat jeden Tag mit Kunden aus aller Welt zu tun, das gefällt mir am meisten. Ich kann wirklich sagen: Solche Arbeit habe ich mir immer gewünscht.“

Vorbereiter und Verwerte

Als Fußballer, das gibt Hoffmann zu, hätte mehr aus ihm werden können. „Zico“ wurde er von VfL-Tormaschine Peter Ament getauft, was viel aussagt über seine Stärken am Ball. Als Strippenzieher und Antreiber war der schnelle Mann zuständig fürs Kreative. Auch Tore lieferte Hoffmann, ausgesprochen schussstark, in guten Zeiten zuverlässig. Doch was ihn schon bei der Eintracht oft zurückgeworfen hatte, das holte ihn beim VfL wieder ein, nämlich seine Anfälligkeit für Verletzungen. „Damit hatte ich immer zu kämpfen. Mal waren es die Muskeln, dann wieder das Knie. Manchmal habe ich zu früh wieder anfangen und dann erst recht den Anschluss verloren“, berichtet der 53-Jährige, der heute noch in der VfL-Traditionself aktiv ist. „Irgendwann musste ich mir deswegen eingestehen, dass die ganze Quälerei nichts mehr bringt.“

Nickerchen am falschen Ort

Fünf Tore in 26 Spielen kamen zusammen in Hoffmanns zwei Saisons am Elsterweg. Sein Fazit aus heutiger Sicht: immerhin. „Wenn ich an meine VfL-Zeit denke, blicke ich definitiv auf ganz wundervolle Jahre zurück. Ich durfte tollen Menschen begegnen und hatte sehr viel Spaß“, betont Hoffmann und schmunzelt, ehe er von dem „Vorfall“ aus der Sauna erzählt. „Nach einer harten Krafteinheit am Leistungszentrum saßen wir dort einmal mit den Gewichthebern und Judoka zusammen. Einer hatte Sekt dabei, was den anderen wenig anhaben konnte. Olaf Ansorge und mir aber schon: Wir sind da drin eingeschlafen und wurden irgendwann hektisch geweckt.“

Veröffentlicht in „Unter Wölfen“ am 5. Dezember 2015.


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