28.12.2020
Männer

„Sehr, sehr gut besetzt“

VfL-Torwarttrainer Pascal Formann im Interview.

Seit Sommer 2017 ist Pascal Formann verantwortlich für die Torhüter der Lizenzmannschaft der Wölfe. Der Torwarttrainer hat großen Anteil daran, dass sich die grün-weiße Nummer eins Koen Casteels, sein Stellvertreter Pavao Pervan sowie Lino Kasten und Niklas Klinger kontinuierlich weiterentwickeln und Woche für Woche Top-Leistungen abliefern. Wie die tägliche Arbeit mit dem Quartett aussieht und warum ihm der Kontakt zu seinen Torwarttrainerkollegen in der VfL-Fußball.Akademie so wichtig ist, verrät der 38-Jährige im Interview.

Pascal, wie siehst du den VfL auf der Torhüterposition besetzt?

Pascal Formann: Wenn man sich unsere vier Torhüter anschaut, sind wir auf dieser Position in der Bundesliga schon sehr, sehr gut aufgestellt. Mit Koen haben wir eine überragende Nummer eins, die alles mitbringt, was ein moderner Torhüter heute braucht. Pavao ist eine außergewöhnliche Nummer zwei, was sowohl sportlich wie menschlich gilt, der schon das ein oder andere Mal in die Bresche springen musste und das mit Bravour gemeistert hat. Die beiden haben zudem ein gutes Verhältnis, was dabei hilft, dass sie immer wieder ihre Leistungen abrufen können. Und mit Lino und Niklas haben wir zwei talentierte Jungs aus dem eigenen Nachwuchs, die sich gegenseitig pushen und den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen wollen. Dadurch ist das eine homogene Truppe, die konzentriert und fokussiert arbeitet und sich immer weiter entwickeln möchte.

Wie sieht deine tägliche Arbeit mit den Vieren aus?

Formann: Das hängt auch ein bisschen davon ab, wie viele Spiele anstehen. Das Trainingsziel ist klar, sehr intensiv und qualitativ zu arbeiten, um sich stetig weiter zu entwickeln. Wir werten nicht jedes Spiel immer gleich intensiv aus, sondern gehen punktuell auf die Dinge ein, die wichtig sind, wo man sich verbessern kann und wo vielleicht die Gefahr besteht, dass sich Fehler einschleichen könnten. Am wichtigsten ist, dass wir viel miteinander kommunizieren. Ich spreche mit den Jungs sowohl in der Gruppe als auch individuell, jeder kann seine Meinung sagen und jede Meinung ist auch wichtig, es muss ein Miteinander sein. Der regelmäßige und intensive direkte Austausch ist das A und O in der sehr vertrauten Zusammenarbeit. Dazu werten wir immer wieder Spiele per Videoanalyse aus, je nach Spielplan punktuell oder intensiver.

Bei den Spielen des VfL sieht man dich meistens direkt nach dem Halbzeitpfiff mit dem Torhüter, der an diesem Tag spielt, intensiv sprechen. Was besprecht ihr da?

Formann: Es geht da nicht primär um die Leistung des jeweiligen Torhüters, sondern vielmehr darum, ihm auch Sachen mitzugeben, die man von der Bank vielleicht besser als von seiner Position aus sieht, wie zum Beispiel wo sich in der Spieleröffnung Räume auftun, da wir als Trainer auch das TV-Bild haben und so das ganze Spielfeld sehen. Aber es geht auch darum, dem Torhüter das Gefühl zu geben, dass ich da bin und wir auch am Spieltag eine Einheit sind. Es gibt ja während der Partie auch immer Blickkontakt und man hat fast ein blindes Verständnis in den Spielsituationen. Das zeugt von großem Vertrauen beiderseits!

Von 2013 hast du vier Jahre in der Akademie gearbeitet. Wie ist heute der Kontakt zu deinen Torwarttrainerkollegen aus dem Nachwuchsbereich?

Formann: Es ist mir wichtig zu zeigen, dass wir eine Einheit sind und Entscheidungen in der Akademie zusammentreffen. Es gibt keinen hermetisch abgeschlossenen Bereich der Lizenzmannschaft. Wir tauschen uns regelmäßig aus und wir unterstützen uns so gut es geht. So wurde ich von meinen Kollegen vertreten, wenn ich auf meinen Trainer-Lizenz-Lehrgängen war. Durch das Fördertraining der Torwart-Top-Talente stehen wir als Torwarttrainer zudem auch mal gemeinsam auf dem Platz. Als Torwartcoach der Lizenzmannschaft ist es für mich wichtig, zu wissen, wie der Stand bei den Torhütern im Nachwuchs ist, wo wir nachjustieren müssen, wie die jeweilige Entwicklung aussieht und was wir tun können, um unsere Kollegen in der Akademie bestmöglich zu unterstützen. Das ist wie beim Austausch mit unseren vier Torhütern: Wir Trainer müssen uns jetzt nicht jeden Tag treffen und sprechen, halten uns aber immer auf dem Laufenden. Mir ist es zudem wichtig, dass unsere Nachwuchstorhüter von unseren Torwarttrainern bestmöglich auf die Anforderungen vorbereitet werden, die auf sie bei der Lizenzmannschaft und im Profibereich warten würden.

Mehr zum Torwarttraining im Nachwuchs: Im Unter Wölfen Magazin Ausgabe 3 2019/2020 stand Nachwuchstorwarttrainer Patrick Platins ab Seite 124 Rede und Antwort.

Die VfL-Torhüter und ihre Trainer (jeweils von links nach rechts) - Lizenz: Niklas Klinger, Koen Casteels, Pavao Pervan, Lino Kasten; U23: Tobias Stirl, Sebastian Mellack, Niclas Müller; U19: Rene Bernet, Philipp Schulze, Niklas Wienhold, Tobias Dahncke; U17: Flynn Schönmottel, Maximilian Mohwinkel; U16: Louis Krüger, Tom Dahlke; U15: Ioannis Dangalis, Benedikt Börner, Bennett Bytyqi; TW-Trainerteam: Patrick Platins, Pascal Formann, Norman Becker, Heiko Kretschmar, Marco Fritschka.

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