Stephan Lerch gibt Anweisungen während einer Trainingseinheit in Portugal.
01.02.2020
Frauen

„Sehr gut gearbeitet“

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch zieht ein positives Trainingslager-Fazit.

Stephan Lerch gibt Anweisungen während einer Trainingseinheit in Portugal.

Die Sonne strahlte von einem wolkenlosen Himmel, als zum Abschluss des Wölfinnen-Trainingslagers an der portugiesischen Algarve ein Teamevent auf dem Programm stand. Der letzte war zugleich der schönste Tag während des zwölftägigen Aufenthalts im Stammquartier der Grün-Weißen an der Atlantikküste – zumindest was das Wetter betrifft. Denn abgesehen vom regnerischen Beginn mit der Wasserschlacht im Testspiel gegen den FC Twente und einigen wolkenverhangenen Tagen in Folge fand die Mannschaft sowie das Trainer- und Betreuerteam des fünfmaligen Deutschen Meisters wieder optimale Bedingungen vor – sowohl in der Hotelanlage als auch auf den Trainingsplätzen in Vila Real de Santo Antonio. Im Interview zieht VfL-Cheftrainer Stephan Lerch ein ausführliches Trainingslager-Fazit und blickt auf die mit dem Top-Spiel in der FYLERALARM Frauen-Bundesliga bei der TSG 1899 Hoffenheim (Freitag, 14. Februar, Anstoß 19.15 Uhr/live auf Eurosport) beginnende zweite Saisonhälfte.

Herr Lerch, wie fällt Ihr Fazit nach diesen zwölf Tagen mit intensiver Arbeit auf dem Platz aus?

Stephan Lerch: Das Wetter hat zwar nicht ganz so wie in den letzten Jahren mitgespielt, aber wir konnten uns hier sehr konzentriert und fokussiert auf die vor uns liegenden Aufgaben vorbereiten. Die Mannschaft hat sehr gut gearbeitet, sodass wir durchaus optimistisch in die letzte Phase der Vorbereitung gehen können. Jetzt genießen wir aber erst noch den letzten Abend hier in Portugal.

Fassen wir den Rückblick noch etwas weiter: Wie zufrieden sind Sie mit der ersten Saisonhälfte?

Lerch: Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann können wir einfach nur sehr zufrieden sein. In der Liga haben wir wieder viele Tore geschossen, während wir defensiv nicht allzu viel zugelassen haben. Dazu kamen souveräne Auftritte in der UEFA Women’s Champions League – und im DFB-Pokal haben wir mit dem Sieg beim FC Bayern München eine sehr große Hürde genommen. Und dennoch gibt es, wenn man die Hinrunde genauer analysiert, noch Dinge, die man verbessern kann. Dazu zählen das Pressingverhalten und der Zugriff in der Defensive. Wir müssen auch in Drucksituationen cool bleiben und unsere Zweikämpfe gewinnen – das war auch ein Schwerpunkt in den letzten Tagen. Und in der Offensive bleibt die Herausforderung, gegen tiefstehende Gegner Lösungen zu finden. 

Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus dem 1:1 gegen den FC Twente und dem 5:0-Erfolg gegen den 1. FFC Frankfurt?

Lerch: Wir haben eine Entwicklung gesehen, die am ersten Tag nach der Winterpause begonnen und sich auch in diesen beiden Partien fortgesetzt hat. Gerade unsere Arbeit im taktischen Bereich findet ja nicht nur auf dem Platz, sondern auch in vielen Teamsitzungen statt. Die Spielerinnen waren sehr offen und haben proaktiv mitgearbeitet. Wir wissen alle, dass wir in der zweiten Saisonhälfte noch eine Schippe drauflegen müssen, da die Aufgaben nicht einfacher werden. Daher gilt es, auch noch nach dem Spiel in Hoffenheim Dinge zu verfeinern und an uns zu arbeiten.

In der letzten Saison gab’s zum Start ins neue Jahr auch gleich das Auswärtsspiel beim ersten Verfolger, damals unterlag der VfL Wolfsburg beim FC Bayern München. Die Konstellation ist diesmal exakt gleich. Gehen Sie davon aus, dass dies nicht noch einmal passieren wird?

Lerch: Davon gehe ich auf jeden Fall aus. Die Erfahrung aus dem letzten Jahr ist eine Warnung, wir haben in München wirklich kein gutes Spiel abgeliefert. Aber das thematisieren wir gar nicht, weil es aus meiner Sicht nun eine komplett andere Situation ist. Wir müssen von Anfang an voll da sein, das ist klar. Ich habe die Mannschaft in den letzten Jahren so kennengelernt, dass sie mit solchen Drucksituationen umgehen kann. Im Hinspiel in Wolfsburg hat es Hoffenheim sehr gut gemacht, sie hatten mehr Ballbesitz. Damit können wir zwar umgehen, aber das wollen wir in zwei Wochen ändern.

In drei Wettbewerben geht es in den nächsten Wochen und Monaten um Titel. Haben Sie in diesen Tagen mit dem Team über konkrete Ziele gesprochen?

Lerch: Klar ist, dass jede Spielerin, die beim VfL Wolfsburg spielt, den maximalen Erfolg anstrebt. Aber das muss man nicht jeden Tag thematisieren, sondern eher von Spiel zu Spiel schauen – so abgedroschen das auch klingen mag. Natürlich ist die Champions League unser großer Traum. In der Liga, für mich der ehrlichste Wettbewerb, wollen wir unseren aktuellen Platz verteidigen. Und das Pokalfinale in Köln ist ohnehin jedes Jahr ein besonderes Event, es ist immer wieder schön, dort zu sein. Es gibt bei diesen Wettbewerben aber keine Prioritäten. Fest steht: Auch dieses Jahr ist wieder einiges möglich!
 

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