05.10.2021
Frauen

Premiere auf der Insel

Die VfL-Frauen bestreiten beim Chelsea Women FC ihr erstes internationales Gruppenspiel.

Nicht weniger als 71 Champions-League-Partien weist die Statistik der Frauen des VfL Wolfsburg seit der erstmaligen Teilnahme 2012 aus – alle fanden im K.o.-Modus statt. Nummer 72 wird das erste Gruppenspiel sein, dazu noch ein Klassiker in der UEFA Women’s Champions League: Am morgigen Mittwoch, 6. Oktober (Anstoß um 21 Uhr/live auf DAZN), tritt der zweimalige Titelträger beim Chelsea Women FC an. Die erste Partie in Gruppe A ist für die Wölfinnen nicht nur eine mögliche Revanche für das Viertelfinal-Aus in der Vorsaison, sondern bereits das neunte Aufeinandertreffen der beiden Teams in der Königsklasse. Eine neue Bestmarke für Grün-Weiß.

Keine guten Erinnerungen

Gut ein halbes Jahr liegt die letzte Begegnung zwischen dem VfL Wolfsburg und Chelsea Women FC erst zurück – aus grün-weißer Sicht keine Partie, an die man sich besonders gerne zurückerinnert. Die Hoffnungen, die 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel noch zu korrigieren, waren ebenso groß wie berechtigt, immerhin hatte Grün-Weiß ein deutliches Chancenplus. Umso ernüchternder, dass das Rückspiel nach einer halben Stunde quasi gelaufen war: Pernille Harder und Sam Kerr hatten da bereits für die „Blues“ getroffen, der 3:0-Endstand durch Fran Kirby war dann nur noch ein Fall für die Statistik. Beide Partien fanden seinerzeit pandemiebedingt in Ungarn statt. Chelsea schaltete mit dem FC Bayern München im Halbfinale gleich den nächsten deutschen Vertreter aus, musste sich im Finale aber einem deutlich überlegenen FC Barcelona geschlagen geben.

Kaum veränderter Kader

Bei der Neuauflage des Duells zwischen dem dreimaligen Englischen und dem sechsmaligen Deutschen Meister geht es – dem neuen UWCL-Modus sei Dank – noch nicht um das Erreichen der nächsten Runde. Klar ist aber ebenso: Im Kampf um einen Platz im Viertelfinale zählt auch in der Gruppe jeder Punkt, erst recht, wenn man als Gruppensieger in die K.o.-Runde einziehen will. Die Papierform spricht zumindest in der Tendenz eher für die Engländerinnen, die als Meister nicht in die Qualifikation mussten und im Sommer keine relevanten Kaderveränderungen hatten. Alle Leistungsträgerinnen wie Ex-Wölfin Harder, Kerr, Kirby oder die deutschen Nationalspielerinnen Ann-Katrin Berger und Melanie Leupolz zählen weiterhin zum Kader von Dauerbrenner-Trainerin Emma Hayes, die seit mittlerweile neun Jahren in Kingsmeadow das Kommando vorgibt.

„Stabilität, Tiefgang und Balance“

Während Chelsea das erste Saisonspiel – ein 2:3 im London-Derby bei Arsenal – verlor und danach drei Mal siegreich war, ließen die Wölfinnen nach drei Siegen in Folge zum ersten Mal Federn: Beim SC Freiburg gab es ein 2:2, das eher wie eine Niederlage schmeckte. Wenig später folgte dann auch noch die Schocknachricht vom Ausfall Ewa Pajors aufgrund einer erneuten Knieverletzung. Alles in allem also durchaus ein wenig Zusatzballast, das die Wölfinnen am heutigen Dienstag mit in ihren Charterflug auf die Insel nahmen. Um 16 Uhr Ortszeit fand das Abschlusstraining statt, anschließend stand VfL-Cheftrainer Tommy Stroot im Rahmen der offiziellen Pressekonferenz Rede und Antwort. Dabei sprach der Coach über…

…die Ausgangslage: Es ist angenehm dieses Mal nicht der Favorit zu sein. Jeder, der sich mit dem FC Chelsea beschäftigt, weiß, was dort investiert wird. Wir haben dennoch die Ambitionen, uns in London gut zu präsentieren und etwas mitzunehmen. In Zeiten des Umbruchs wollen wir unsere eigenen Grenzen testen und schauen, was wir auf diesem Niveau bewegen können. Wir wollen internationale Erfahrung sammeln, zeigen was in uns steckt und gleichzeitig das Spiel genießen.

…die Herangehensweise: Chelsea hat eine Qualität, die man in Europa nur selten findet. Gerade gegen die individuelle Stärke der vordersten Reihe um Kerr und Harder kann man keine 1:1-Lösungen finden. Das Entscheidende ist dabei immer, wie wir mit passenden Verbindungen untereinander einen Mehrwert schaffen. Wir wollen Stabilität, Tiefgang und Balance miteinander kombinieren. Lösungen gegen Gegner wie Chelsea zu finden, macht genau den Reiz des Fußballs aus.

…Felicitas Rauch: Bei Feli haben wir bewusst die Entscheidung getroffen, ihre Rückkehr auf dieses Spiel zu fokussieren. Sie ist jetzt seit einer Woche im Teamtraining, daher muss man natürlich schauen, welche Einsatzzeit wirklich sinnvoll ist. Wir hätten Feli aber nicht mitgenommen, wenn sie nicht voll belastbar wäre.

…den Ausfall von Ewa Pajor: Ewa ist eine Ausnahmestürmerin, die auch auf solch einem hohen Niveau den Unterschied ausmachen kann. Sie zu ersetzen, ist sehr schwierig - das ist uns allen natürlich bewusst. Wir müssen das gemeinsam als Gruppe auffangen.

Wölfe TV: VLOG - London Calling

Interview mit Dominique Janssen


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