Wenn in der Bundesliga Geschichte geschrieben wurde, war der VfL oft mittendrin.
Ob mit einem englischen Trainer oder dem ersten chilenischen Profi, der Einführung der Regenbogenbinde oder als E-Sport-Pionier – als sogenannter „First Mover“ ist der VfL Wolfsburg in der Bundesliga schon häufiger aufgefallen. Manchmal aber, so wie am kommenden Samstag wieder mit der Partie beim 1. FC Union Berlin, schreibt man sogar Geschichte fast ohne eigenes Zutun. Und auch das passiert den Grün-Weißen, wie ein unvollständiger Blick in die Historie beweist, keineswegs zum ersten Mal.
Die Wasserschlacht von Nürnberg
Nebel, Flaschenwurf, Pfostenbruch – Spielabbrüche hatte es in der Bundesliga durchaus schon gegeben. Nicht aber aus diesem Grund: Beim Gastspiel der Wölfe in Nürnberg am 11. April 2008 machten nahezu biblische Regenmengen den Rasen nach und nach unbespielbar. Beim Stand von 0:0 setzte der Schiedsrichter kurz nach der Halbzeit dem unwürdigen Schauspiel ein Ende und besiegelte den fünften Abbruch der Ligageschichte sowie den allerersten wegen Regens. Das Nachholspiel neun Tage später verlor Grün-Weiß mit 0:1.
Die erste ausländische Startelf
Dieses Ereignis feierte erst kürzlich Jubiläum: Vor gut 25 Jahren, am 6. April 2001, lief erstmals eine Mannschaft ohne deutschen Spieler auf. Während heute niemand mehr auf die Idee käme, Ausländer auf dem Rasen zu zählen, war dies rund um die Partie des FC Energie Cottbus gegen die Wölfe ein großes Thema. Jahrzehntelang waren in der Bundesliga nur zwei ausländische Spieler erlaubt gewesen. Nachdem 1995 das Bosman-Urteil diese Regel aufbrach, galt sie für Profis aus EU-Ländern nicht mehr, wurde bald weiter aufgeweicht und verschwand 2006 komplett. Ohne diese Vorgeschichte wäre das Freitagabendduell wohl auch schnell in Vergessenheit geraten: Es endete 0:0.
Einführung der „Torfabrik“
Nicht besonders prickelnd, aber historisch: Seit der Saison 2010/2011 wird in der Bundesliga mit einheitlichen Bällen gespielt. Ihre Premiere feierte die „Torfabrik“, bis 2017/2018 im Einsatz, beim Eröffnungsspiel der Bayern gegen den VfL Wolfsburg, für den nebenbei bemerkt der eingangs erwähnte Steve McClaren an diesem Freitagabend erstmals an der Seitenlinie stand. Edin Dzeko brachte die nagelneue Kugel immerhin direkt mal im Bayern-Netz unter. Allerdings siegte der Rekordmeister noch mit 2:1.
Das späteste Tor
Auf diese Premiere hätte man allzu gern als Grün-Weißer verzichtet. Deshalb nur kurz und knapp: Der 3:3-Ausgleich des 1. FC Köln in der Volkswagen Arena in der laufenden Saison versaute den Wölfen nicht nur die Jubiläumsstimmung. Der Treffer in Spielminute 90.+ 14 war auch in der zugleich längsten Nachspielzeit der späteste der Ligahistorie. Hätte überhaupt nicht sein gemusst.
Premieren-Duellant des FCH
Als 57. Mitglied seit Gründung des eingleisigen Oberhauses zog der 1. FC Heidenheim vor knapp drei Jahren in die Bundesliga ein. Zur Bühne des ersten Auftritts um Punkte wurde die Volkswagen Arena. Seit dem grün-weißen Aufstieg 1997 waren die Ostalbstädter damit auch der einzige Klub, der sein allererstes Bundesliga-Duell gegen die Wölfe bestritt. VfL-Angreifer Jonas Wind sorgte beim 2:0-Heimerfolg am 19. August 2023 gleich auch für die ersten Gegentreffer des FCH in der Ewigen Tabelle.
Erste Partie gegen eine Cheftrainerin
Am Samstag, wenn es beim Gastspiel an der Alten Försterei die viel beachtete Premiere einer Bundesliga-Cheftrainerin geben wird, folgt also das nächste Kapitel für die Chronik historischer Begegnungen mit VfL-Beteiligung. Möge auch das, analog zu den inzwischen völligen egalen Nationalitäten des spielenden Personals, irgendwann völlig selbstverständlich sein.
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