Der zweite Durchgang sollte furios werden. Kurz nach Wiederanpfiff landete ein punktgenauer Abschlag von Kamil Grabara im Lauf von Sael Kumbedi, der frei durch gewesen wäre, sich den Ball aber bei der Annahme zu weit vorlegte (48.). Im nächsten Moment Jubel auf Seiten der Gastgeber: Pejcinovic nutzte einen kapitalen Fehler von Noah Atubolu aus und schnürte mit dem 2:1 seinen Doppelpack (49.). Freiburg reagierte mit zwei guten Möglichkeiten: Erst scheiterte Suzuki freistehend an Kumbedi (50.), kurz darauf wurde es nach einem Freistoß erneut brenzlig im VfL-Strafraum (53.). In der 56. Minute zeigte Schiedsrichter Sascha Stegemann nach einem Foul von Seelt an Lucas Höler auf den Punkt – Vincenzo Grifo verwandelte sicher zum 2:2. Der VfL blieb aktiv und legte erneut vor: Wimmer verlängerte per Kopf in den Lauf von Pejcinovic, der nur noch Atubolu vor sich hatte, den Keeper verlud und zum 3:2 vollendete – sein dritter Treffer des Abends (69.). Doch die Führung hielt erneut nicht lange: Ein weiter Einwurf wurde verlängert, Matthias Ginter scheiterte per Kopf an Grabara, von Seelt prallte der Ball unglücklich zum 3:3 ins eigene Tor (71.). Nur wenige Minuten später drehte Freiburg das Spiel komplett: Johan Manzambi setzte sich durch, Derry Scherhant traf aus spitzem Winkel zur 4:3-Führung für Freiburg (78.). Der VfL warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, fand aber keine Antwort mehr.
Tore
- 0:1 Treu (5.): Suzuki zieht auf Höhe des Strafraums nach innen und spielt eine halbhohe Hereingabe in Richtung Höler. Majer fälscht den Ball unglücklich ab – genau auf den Fuß von Treu, der aus zentraler Position im Strafraum direkt abzieht und das Leder unhaltbar im rechten oberen Eck versenkt.
- 1:1 Pejcinovic (13.): Die Wölfe schlagen zurück! Wimmer gewinnt an der Mittellinie den Ball gegen Treu und schaltet blitzschnell um. Mit einem Steckpass schickt der Österreicher Pejcinovic links in den Strafraum. Aus spitzem Winkel bringt der VfL-Stürmer das Leder irgendwie im Tor unter – Atubolu ist noch dran, kann den Einschlag aber nicht verhindern. Der Bann ist damit gebrochen: Pejcinovic erzielt seinen ersten Bundesliga-Treffer im 18. Spiel. Glückwunsch, Dzenan!
- 2:1 Pejcinovic (49.): Da ist die Führung! Pejcinovic schnürt den Doppelpack! Atubolu versucht im eigenen Strafraum einen No-Look-Pass, übersieht dabei aber Pejcinovic. Der VfL-Stürmer nimmt den Ball an, lässt den Freiburger Keeper ins Leere rutschen und schiebt souverän ins verwaiste Tor ein.
- 2:2 Grifo (FE, 56.): Nach einem Foul von Seelt im Strafraum entscheidet Schiedsrichter Sascha Stegemann auf Elfmeter. Grifo übernimmt die Verantwortung, zielt halbhoch ins Eck – Grabara ist zwar in der richtigen Ecke, kann den platzierten Schuss aber nicht parieren.
- 3:2 Pejcinovic (69.): Unglaublich, was hier in der Volkswagen Arena passiert! Nach einem Abschlag von Atubolu geht der Ball über Christian Eriksen direkt zurück in die Spitze. Wimmer, gerade aus dem Abseits zurückgekehrt, verlängert per Kopf zu Pejcinovic. Freiburg ist komplett überrascht – der VfL-Stürmer steht frei vor Atubolu, bleibt eiskalt und schiebt sicher ins rechte Eck ein. Der dritte Treffer von Dzenan!
- 3:3 Seelt (ET, 71.): Das gibt es doch nicht – und wieder ist die Führung dahin. Ein weiter Einwurf wird im Strafraum verlängert, Ginter scheitert per Kopf an Grabara, doch der Abpraller springt unglücklich gegen Seelt und von dort über die Linie.
- 3:4 Scherhant (78.): Freiburg dreht die Partie. Manzambi setzt sich am Strafraum durch und legt nach rechts zu Scherhant, der nicht lange fackelt und den Ball in die kurze Ecke jagt.
Trainerstimmen
Daniel Bauer: Es fiel mir heute schon schwer, nach dem Spiel in der Kabine die richtigen Worte zu finden. Es war ein sehr emotionales Spiel, eine Achterbahnfahrt. Freiburg war am Ende die Mannschaft, die weniger Fehler gemacht hat und ein Stück weit reifer und abgezockter war. Die Niederlage tut weh, weil ich glaube, dass spätestens nach dem 3:2 das Stadion gebrannt hat. Es war mal wieder eine unglaubliche Atmosphäre. Ein ganz großer Dank an die Fans für den Support heute und in den letzten Wochen.
Julian Schuster: Das war ein Spiel für jedes Fußballerherz, eine Partie mit sehr hoher Intensität, in der sich beide Mannschaften unglaublich viel abverlangt haben. Beide Teams spielten mit hohem Pressing und suchten immer wieder fußballerische Lösungen. Angesichts des Spielverlaufs kann ich vor meiner Mannschaft nur den Hut ziehen. Dass sie nach dem Programm, das wir zuletzt hatten, noch einmal eine solche Energieleistung abrufen kann, hätte ich so nicht für möglich gehalten. Umso erfreulicher sind diese sehr wichtigen Punkte.
Aufstellung und Statistiken
VfL Wolfsburg: Grabara – Kumbedi (88. Bürger), Seelt, Koulierakis, Zehnter – Gerhardt, Arnold – Eriksen (80. Lindström), Majer (67. Svanberg), Wimmer (80. Daghim) – Pejcinovic
Ersatz: Pervan (Tor), Fischer, Souza, Jenz, Hensel
SC Freiburg: Atubolu – Kübler, Ginter, Jung, Günter – Eggestein, Osterhage (46. Grifo) – Treu (67. Scherhant), Suzuki (90.+1 Matanovic), Manzambi (79. Höfler) – Höler (79. Adamu)
Ersatz: Müller (Tor), Makengo, Ogbus, Steinmann
Tore: 0:1 Treu (5.), 1:1 Pejcinovic (13.), 2:1 Pejcinovic (49.), 2:2 Grifo (FE, 56.), 3:2 Pejcinovic (69.), 3:3 Seelt (ET, 71.), 3:4 Scherhant (78.)
Gelbe Karten: Arnold / Jung, Schuster
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 22.045 in der Volkswagen Arena
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