Die Spieler des VfL Wolfsburg umarmen sich und bejubeln ihren Siegtreffer.
23.12.2018
Männer

Oben angedockt

Schon wieder gewonnen: Wölfe verabschieden sich mit 3:2-Last-Minute-Sieg in Augsburg als Fünfter in die Weihnachtspause!

Die Spieler des VfL Wolfsburg umarmen sich und bejubeln ihren Siegtreffer.

Der VfL Wolfsburg überwintert auf einem Europapokalplatz. Im letzten Auftritt des Kalenderjahres siegte die Elf von Cheftrainer Bruno Labbadia am Sonntagnachmittag beim FC Augsburg nach einem packenden Duell mit 3:2 (2:0). Eine hochverdiente Pausenführung durch Josuha Guilavogui (33.) und William (41.) glich der FCA überraschend nach dem Seitenwechsel aus (49./59.). Kurz vor dem Abpfiff aber sorgte Yannick Gerhardt vor 28.000 Zuschauern im WWK-Stadion für den entscheidenden Schlag und schoss Grün-Weiß doch noch zum fünften Dreier in den letzten sechs Spielen (89.). In der Tabelle festigte der VfL seinen Platz im oberen Drittel, verbesserte sich um einen weiteren Rang und überwintert somit als Fünfter. Ihren nächsten Einsatz haben die Wölfe am Sonntag, 20. Januar (Anstoß um 18 Uhr), wenn es zum Start in die zweite Saisonhälfte zum FC Schalke geht.  

Itter statt Roussillon

Verzichten musste Labaddia weiterhin auf Ignacio Camacho und Josip Brekalo, zudem kam auch für Marcel Tisserand ein Einsatz noch zu früh. Um Jerome Roussillon, der unter der Woche angeschlagen ausgewechselt worden war, hatte der Chefcoach bis zuletzt gebangt. Doch auch er stand nicht auf dem Spielberichtsbogen, wodurch Gian-Luca Itter erstmals in der laufenden Spielzeit bei Anpfiff auf dem Platz stand. Gegenüber dem 2:0-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart blieb dies die einzige Änderung. Gleich drei Mal hingegen wechselte Manuel Baum, dessen Truppe zuletzt ein 2:2 bei Hertha BSC erreicht hatte: Jeffrey Gouweleeuw, Kostantinos Stafylidis und Marco Richter begannen anstelle von Martin Hinteregger, Philipp Max und Dong-Won Ji.

Schnell die Initiative übernommen

Nach zäher Anfangsphase war es zuerst der FCA, der offensiv Duftmarken setzte. Große Chancen erspielten sich die Gastgeber nicht, zeigten aber sichtbares Bemühen, sich nach langer Durststrecke mit einem Erfolg von ihren Fans zu verabschieden. Mit einem zunächst fehlerhaften Aufbauspiel kamen die Wölfe der Baum-Elf entgegen. Dass Grün-Weiß nicht nur das größere Selbstbewusstsein aufgebaut, sondern auch mehr fußballerische Klasse auf dem Platz hatte, kam dann aber immer klarer zum Vorschein. Noch ohne Ankündigung tauchte Admir Mehmedi vor dem Kasten auf und köpfte knapp drüber (19.). Per Doppelchance meldete sich dann Wout Weghorst zu Wort, setzte erst im Fallen einen Kopfball knapp neben das Tor (25.) und traf dann, nachdem er sich Ball und Gegenspieler in Ruhe zurechtgelegt hatte, aus 18 Metern den Pfosten (28.). Augsburg antwortete mit einer Flanke Michael Gregoritschs, die auf das Tornetz fiel, sowie einem Schuss Rani Khediras aus spitzem Winkel ans Außennetz (29./30.). Trotzdem kam es nicht mehr überraschend, dass es bald 0:1 stand: Gerade noch hatte Mehmedi aus 15 Metern haarscharf verfehlt, da köpfte John Anthony Brooks den abschließenden Eckball brandgefährlich aufs Tor. Josuha Guilavogui sprang noch hinein, um so aus kurzer Distanz zu vollenden – Führung für Grün-Weiß (33.).

VfL Wolfsburg-Spieler Gian-Luca Itter umarmt den Torschützen William von hintern und beide jubeln.

Noch höhere Pausenführung möglich

Mit dem Vorsprung im Rücken zog sich der VfL nicht zurück, sondern sammelte sich für eine nächste Welle des Angriffs. Nach 40 Minuten war eine Phase des Dauerdrucks entstanden, der die bayerischen Schwaben gar nicht mehr Herr wurden. Mehrere Schüsse konnte der FCA blocken, dann nahm William aus 16 Metern Maß und versenkte das Leder im langen Eck (41.). Vier Minuten später legte Robin Knoche beinahe noch das dritte Tor nach. Auch wenn sein Kopfball aus bester Position knapp links am Kasten vorbeistrich, blieb der Pausenstand von 2:0 für die Wölfe hochverdienter Ausdruck einer inzwischen sehr dominanten und abgeklärten Leistung.  

Vorsprung binnen zehn Minuten verspielt

Bloß kein schnelles Gegentor, das wollte man den Grün-Weißen zum Seitenwechsel raten – genau das fingen sie sich allerdings ein. Die Fuggerstädter, gleich mit zwei frischen Offensiven auf den Platz zurückgekehrt, schmissen direkt alles nach vorn und hatten damit Erfolg: Einen von rechts scharf hereingegebenen Ball konnte die VfL-Defensive nicht klären. Khedira hielt den Fuß rein und stellte auf 1:2 (49.). Die Lebensgeister der Heimelf inklusive ihres Publikums waren damit wieder geweckt. Nun war es der FCA, der den seit Wiederbeginn merklich passiveren Wölfen den Schneid abkaufte. Und ehe der VfL das Spiel wieder beruhigt bekam, war der Vorsprung komplett aufgebraucht. Wie schon vor dem ersten Tor brachte Jonathan Schmid einen gefährlichen Ball in den Strafraum. Sergio Cordova kam eher heran als Knoche und köpfte den Ausgleich (59.).

Gerhardt hat das letzte Wort

Erst jetzt kam die Aufregung wieder etwas zum Erliegen. Während Augsburg der Mut fehlte, ein komplettes Kippen des Spiels zu erzwingen, mündete VfL-seitig der spürbare Frust über die neue Spielsituation zunächst mal wieder in konsequentere Arbeit gegen den Ball. In einer völlig offenen Schlussphase drohten dann beide Teams dem Gegner immer wieder mit dem entscheidenden Schlag. Das letzte Risiko schienen sowohl die Fuggerstädter als auch die Wölfe dabei zu scheuen. Als sich alles schon mit einem Remis arrangierte, kochte der VfL-Fanblock dann jedoch über: Renato Steffen, gerade eingewechselt, sprintete auf rechts auf und davon und gab in die Mitte zu Yannick Gerhardt, der die Fußspitze reinhielt und mit seinem ersten Saisontor doch noch die drei Punkte sicherte (89.). Statt sich über ein unnötiges Unentschieden zu ärgern, bejubelte Grün-Weiß somit auf den letzten Metern einen perfekten Abschluss einer ohnehin bärenstarken Hinserie – und schob sich im Tableau sensationell auf Rang fünf.

FC Augsburg: Luthe – Schmid, Danso, Gouweleeuw, Stafylidis (83. Framberger) – Khedira, Baier – Koo, Gregoritsch (46. Cordova), Richter (46. Hahn) – Finnbogason

VfL Wolfsburg: Casteels – William, Knoche, Brooks, Itter – Gerhardt, Guilavogui, Arnold (65. Rexhbecaj) – Mehmedi (83. Steffen) – Weghorst, Ginczek (90. Udoukhai)

Tore: 0:1 Guilavogui (33.), 0:2 William (42.), 1:2 Khedira (49.), 2:2 Cordova (59.), 2:3 Gerhardt (89.)

Gelbe Karten: Gregoritsch, Khedira, Gouweleeuw / Arnold, Ginczek, William

Zuschauer: 28.152 am Sonntagnachmittag im WWK-Stadion

Schiedsrichter: Sören Storks (Veren)

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