Felicitas Rauch auf dem Spielfeld im Zweikampf mit einer gegnerischen Spielerin vom FC Bayern München.
15.11.2020
Frauen

Niederlage im Top-Spiel

Die VfL-Frauen müssen sich beim FC Bayern München mit 1:4 geschlagen geben.

Felicitas Rauch auf dem Spielfeld im Zweikampf mit einer gegnerischen Spielerin vom FC Bayern München.

Für die Frauen des VfL Wolfsburg endete das Spitzenspiel der FLYERALARM Frauen-Bundesliga mit der ersten Saisonniederlage: Der aktuelle Double-Gewinner verlor beim FC Bayern München mit 1:4 (0:2) und rangiert in der Tabelle nun bereits fünf Zähler hinter den Münchnerinnen. Die letzte Punktspiel-Niederlage mussten die Wölfinnen ebenfalls am FC Bayern Campus hinnehmen: Am 17. Februar 2019 gab es dort ein 2:4.

In einer intensiven Partie trafen Viviane Asseyi, Marina Hegering und Lineth Beerensteyn für die Bayern-Frauen, hinzu kam ein Eigentor. Den einzigen VfL-Treffer markierte Lena Goeßling. Bereits am kommenden Freitag, 20. November (Anstoß um 19.15 Uhr/live auf Eurosport und Magenta Sport), geht es für Grün-Weiß erneut um wichtige Liga-Punkte: Zu Gast im AOK Stadion ist dann der Tabellenfünfte Eintracht Frankfurt.

Keine Änderungen

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch vertraute exakt der gleichen Startformation wie beim 5:0-Auswärtssieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam am letzten Spieltag. Beim FC Bayern München rückten Amanda Ilestedt und Sydney Lohmann neu ins Team. 

Kalte Duschen

Die Wölfinnen agierten von Beginn an konzentriert und bissig in den Zweikämpfen. Verwirrung in der neunten Minute: Nach einem Handspiel von Bayerns Sarah Zadrazil zeigte Schiedsrichterin Karoline Wacker zunächst auf den Elfmeterpunkt – um dann ihre Entscheidung zu revidieren. Der Kölner Keller hatte nicht interveniert, in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga gib es bekanntlich keinen Video-Assistenten. In der Folge kamen dann auch die Münchnerinnen erstmals in Nähe des VfL-Tores, ohne sich dabei ernsthafte Möglichkeiten zu erarbeiten. Die grün-weiße Abwehr stand sicher – und im Spiel nach vorne wirkte Wolfsburg strukturierter. Umso bitterer, dass der Tabellenführer seine erste nennenswerte Torchance zur überraschenden Führung nutzte.

Nach einem langen Ball legte Klara Bühl für Lohmann quer, die aus zentraler Position verstolperte. Der Ball landete allerdings bei Asseyi, die VfL-Torfrau Katarzyna Kiedrzynek am zweiten Pfosten keine Chance ließ – 0:1 (26.). Ein Rückschlag, den die VfL-Frauen schnell wegsteckten. In einem wie erwartet umkämpften Schlagabtausch zeigte die Lerch-Elf die bessere Spielanlage und das bessere Kombinationsspiel. Allerdings: Gefährlich wurde es auch vor dem Bayern-Tor zu selten. In der 40. Minute fehlten Svenja Huth bei einer Flanke von Zsanett Jakabfi nur wenige Zentimeter. Und dann folgte die nächste kalte Dusche: Nach einem von Lina Magull ausgeführten Freistoß aus halblinker Position lenkte Hegering das Leder zum 2:0 für ihr Team über die Linie (42.). Die schnelle Antwort hätte Goeßling geben können, doch Bayern-Keeperin Laura Benkarth entschärfte den sehenswerten Volleyschuss der Kapitänin.

Hendrich im Zweikampf mit einer gegnerischen Spielerin beim Spiel der Wölfinnen gegen den FC Bayern München.

Goeßling verkürzt

Die zweite Hälfte begann mit zwei Wechseln – Fridolina Rolfö und Shanice van de Sanden kamen in die Partie – und der nächsten bitteren Pille für die Wölfinnen. Nach einem Fehler im Spielaufbau nahm Bühl Tempo auf und legte scharf für Beerensteyn quer, die den Ball in die Maschen setzte – 0:3 (46.). Fünf Minuten später eine Gemeinschaftsproduktion der beiden Joker: Rolfö nahm eine Hereingabe von van de Sanden direkt – knapp vorbei. Auf der anderen Seite war es Lohmann, die den Ball freistehend über die Latte jagte (53.). Die Partie wurde nun offener. Nach einer Stunde scheiterte Lena Oberdorf an Benkarth. Aber die Wölfinnen waren nun da! Erst recht in der 64. Minute, als Goeßling mit einem sicher verwandelten Foulelfmeter auf 1:3 verkürzte. Zuvor war Pia-Sophie Wolter von Beerensteyn gefoult worden. Übrigens: Es war der erste Gegentreffer der Bayern-Frauen in dieser Saison.

In der Schlussphase hätten der Spitzenreiter eigentlich in Unterzahl agieren müssen, sofern Schiedsrichterin Wacker die vermeintliche Tätlichkeit von Beerensteyn gegen Oberdorf als eben solche geahndet hätte. Und dann wurde es richtig bitter: Nach einer flachen Hereingabe von Magull grätschte Dominique Janssen unglücklich zum Endstand ins eigene Netz – 1:4 (78.).

„Die Bayern waren brutal effektiv“

VfL-Trainer Stephan Lerch: Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir das Spiel dann doch so klar verloren haben. Wir hatten uns mehr vorgenommen, wollten nicht ohne Punkte die Rückreise antreten. Das haben wir nicht geschafft. Aber das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht eins zu eins wieder. Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit ein ordentliches Spiel gemacht. Wir hatten viel Ballbesitz und haben die Bayern in Schach gehalten. Nur im Übergang ins letzte Drittel waren wir nicht zielstrebig genug, haben es verpasst, in die Tiefe zu spielen, um uns dann auch klarere Torchancen zu erspielen. Die Bayern waren dagegen brutal effektiv. Das war für uns bitter, dass wir mit einem 0:2-Rückstand in die Pause gegangen sind. Das hätte nicht passieren dürfen. Danach sind wir denkbar schlecht in die zweite Halbzeit gestartet. Aber dann hat die Mannschaft Moral bewiesen. Wir haben immer daran geglaubt, dass wir das Spiel noch drehen können, aber dann haben wir leider das vierte Tor kassiert. Da war der Deckel drauf.


FC Bayern München: Benkarth – Glass, Wenninger, Hegering, Ilestedt – Magull (89. Simon), Zadrazil – Asseyi (89. Dallmann) , Lohmann (73. Schüller), Beerensteyn (89. Soerensen) – Bühl (81. Laudehr)

VfL Wolfsburg: Kiedrzynek – Hendrich, Goeßling, Janssen, Rauch (90.+1 Dickenmann) – Engen, Oberdorf (87. Cordes) – Wolter (75. Wedemeyer), Huth, Jakabfi (46. Rolfö) – Saevik (46. van den Sanden)

Tore: 1:0 Asseyi (26.), 2:0 Hegering (42.), 3:0 Beerensteyn (46.), 3:1 Goeßling (64./FE), 4:1 Janssen (78./ET)

Schiedsrichterin: Karoline Wacker (Marbach am Neckar)

Gelbe Karten: Lohmann, Beerensteyn – Oberdorf

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