29.04.2021
Frauen

Nicht nur mehr Spiele

Die Reform der UEFA Women’s Champions League beinhaltet weitreichende Änderungen.

2001 wurde der UEFA Women’s Cup eingeführt, seit 2009 heißt der europäische Klub-Wettbewerb im Frauenfußball UEFA Women’s Champions League. Nun steht die bislang größte Reform des Wettbewerbs bevor, auch wenn der Name diesmal gleichbleibt. Die UEFA hat vor kurzem alle Einzelheiten zu dem ab der Saison 2021/2022 geltenden Wettbewerbsformat bekanntgegeben. Dass es eine Gruppenphase der 16 besten Teams geben wird, stand bereits seit längerer Zeit fest – neu ist unter anderem, dass auch die Erträge deutlich steigen. Und davon profitieren nicht nur die teilnehmenden Vereine.

Meisterpfad und Ligapfad

Neun Spiele waren bislang nötig, um die UEFA Women’s Champions League zu gewinnen – von der Corona-Saison 2019/2020 einmal abgesehen. Der künftige Titelträger wird mindestens elf Partien in der europäischen Königsklasse absolviert haben. Sofern er nicht als Meister qualifiziert war auch noch mehr, denn der Gruppenphase voraus gehen zwei Qualifikationsrunden. Dabei wird zwischen einem Meister- und einem Ligapfad unterschieden. Konkret: Meister aus kleineren Verbänden können nicht auf Tabellenzweite oder -dritte anderer Ligen treffen. Die FLYERALARM Frauen-Bundesliga entsendet künftig ihren Meister direkt in die Hauptrunde mit vier Gruppen, die das bisherige Achtelfinale ersetzt, während der Zweite eine und der dritte zwei Qualifikationsrunden erfolgreich absolvieren müssen, um bei den Top 16 dabei zu sein.

Neuer Solidartopf

Das große Ziel wird es also sein, die Gruppenphase zu erreichen – dann beginnen sich auch die finanziellen Unterschiede zum bisherigen Modus auszuwirken. Mit 400.000,- Euro Mindesteinnahme kann jeder Klub planen, im Erfolgsfall winken dem Champions-League-Sieger 1,4 Millionen Euro. 24 Millionen Euro schüttet die UEFA pro Saison insgesamt aus, nicht zuletzt dank der zentralen Vermarktung von Marketing- und Medienrechten ab der Gruppenphase eine Vervierfachung gegenüber der bisherigen Praxis. Dabei fließen 5,6 Millionen Euro in einen Solidartopf, der zur Förderung des europäischen Frauenfußballs in der Breite auch an nicht-teilnehmende Klubs ausgeschüttet wird. Faustformel: Je weiter ein Klub in der Champions League kommt, desto mehr Geld erhalten die Konkurrenten aus der jeweiligen nationalen Liga.

Flexiblere Kaderlisten

Weitere Änderungen runden das Reformpaket, das auch von der Klubvereinigung ECA mitgetragen wird, ab. So gibt es mehr Flexibilität in den Kaderlisten, die Mutterschaftszeiten berücksichtigt und Nachnominierungen ermöglicht. In einer B-Liste sollen künftig junge Talente aufgeführt werden – eine Vorstufe zur Local-Player-Regelung, die 2022 eingeführt werden soll. Ab dem Viertelfinale wird es einen Videoassistenten (VAR) geben. Freuen können sich die Fans des europäischen Frauenfußballs auch auf einen komplett neuen Markenauftritt sowie auf eine neue Hymne, die vor dem Anpfiff – wie im Männer-Wettbewerb – für Gänsehaut sorgen soll. Details dazu wird es Mitte Mai geben. „Diese Änderungen sind Ausdruck einer gemeinsamen Vision und sie stellen sicher, dass wir uns alle in die gleiche Richtung bewegen – nach vorne“, so Ex-Wölfin Nadine Keßler, die als Frauenfußball-Verantwortliche der UEFA maßgeblich an der größten Reform in der Geschichte des europäischen Vereinsfrauenfußballs mitgewirkt hat.

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