25.11.2018
Frauen

Nicht mehr einzufangen

VfL-Frauen sichern sich mit einem 9:0-Auswärtsssieg beim SC Sand frühzeitig die Herbstmeisterschaft.

Die Frauen des VfL Wolfsburg werden die Hinserie in der Allianz Frauen-Bundesliga als Tabellenerster beenden. Im drittletzten Spiel der Hinserie gewann die Elf von Cheftrainer Stephan Lerch am Sonntagnachmittag mit 9:0 (3:0) beim SC Sand und fuhr damit vorzeitig die inoffizielle Herbstmeisterschaft ein. Je zweimal Kristine Minde (19./22.) Alexandra Popp (54./64.) und Zsanett Jakabfi (79./82.) sowie Pernille Harder (31.), Ewa Pajor (70.) und Caroline Hansen (86., FE) markierten vor gut 1.000 Zuschauern in einem speziell im zweiten Abschnitt einseitigen Vergleich die grün-weißen Tore. Mit dem neunten Dreier im neunten Spiel bauten die Wölfinnen nicht nur ihren Startrekord weiter aus, sondern hielten den Zweitplatzierten FC Bayern bei weiterhin sieben Zählern Vorsprung im Tableau auf Distanz. Weiter geht es für die Double-Gewinnerinnen am Sonntag, 2. Dezember (Anstoß um 15 Uhr, live bei Sport 1, Telekom Sport und DFB-TV), wenn im AOK Stadion die TSG Hoffenheim gastiert.

Schult wieder im Tor

Für Lena Goeßling und Sara Gunnarsdottir war ein Einsatz im Südwesten noch kein Thema, dafür kehrte Almuth Schult nach auskurierter Fußverletzung wieder zurück. Über die Torhüterin hinaus veränderte Lerch das Team zum Anpfiff auf vier Positionen. Sara Doorsoun, Noelle Maritz, Popp und Pajor waren gegenüber dem deutlichen Erfolg im Pokalspiel neu mit dabei.

Doppelpack Minde

Gastspiele in Sand waren immer schon eng umkämpft gewesen. Und auch diesmal stellte der SC, in der Liga zu Hause noch ungeschlagen, die Räume sofort zu. Obwohl Grün-Weiß früh dominierte, ließen klare Chancen zunächst auf sich warten. Einen Distanzversuch Harders entschärfte Carina Schlüter gekonnt (11.), ansonsten hielt sich die Sascha-Glass-Elf den Double-Gewinner erfolgreich vom Leib. Bis zur 19. Minute: Einen von Hansen von rechts hereingepassten Ball lenkte Harder zunächst an den Pfosten. Minde nahm sich des Abprallers an und staubte ab zur Führung. Bemerkenswert souverän nutzte der VfL seinen Schwung gleich zu weiteren Toren. Wie ein Abziehbild des ersten Treffers entstand das 2:0, da erneut Hansen über rechts vorbereitete und schon wieder Minde am langen Pfosten das Leder, als es nach mehreren vergeblichen Abwehrversuchen freilag, über die Linie bugsierte (22.). Nachdem kurz vor ihr Pajor noch gescheitert war (27.), legte Harder gleich noch das 3:0 nach, indem sie eine Freistoßflanke Hansens sehenswert einlenkte (31.). Schon zur Pause schien ein anderer Sieger als der VfL damit kaum vorstellbar.

Kristin Minde mit dem Ball am Fuß.

Ein Treffer nach dem nächsten

Es mit Wiederbeginn ruhiger angehen zu lassen, kam dem Spitzenreiter nicht in den Sinn. Ganz im Gegenteil: Über links tankte sich Pajor nach tollem Harder-Zuspiel durch und legte in den Lauf von Popp, die mit einer herrlichen Direktabnahme in den Giebel traf – 4:0 (54.). Mehr und mehr verlor der SC Sand in der Folge den Zugriff. In zwei Szenen (57./73.) bekam Schult zwar äußerst sehenswerte Schüsse aufs Tor, auch klärte die eingewechselte Joelle Wedemeyer einmal auf der Linie (88.). Ansonsten aber schaltete und waltete Grün-Weiß bald nach Belieben. Und sammelte die Tore nur ein wie reife Früchte: Per Abstauber – wie heute viele Wölfinnen – stockte auch Popp ihr Torkonto weiter auf (64.). Als sechs Minuten später Pajor völlig frei durch war, ließ sich die Polin ihr 13. Saisontor ebenso wenig nehmen wie später Hansen, die einen von der eingewechselten Pia Wolter erwirkten Foulelfmeter verwandelte (86.). Da zwischendrin auch noch Jakabfi, obwohl erst eine Viertelstunde vor Ende ins Spiel gekommen, einen Doppelpack schnürte, stand am Ende mit 9:0 sogar noch der höchste Ligasieg der bisherigen Saison. Sowie ganz nebenbei: die vierte Herbstmeisterschaft der Vereinshistorie.

„In einen Rausch gespielt“

Stephan Lerch: Wir waren mit großem Respekt angereist, weil wir natürlich wissen, dass Sand eine Mannschaft ist, die sehr stark über Emotionen und Leidenschaft ins Spiel kommt. Wir aber sind ruhig geblieben, haben uns gleich mit frühen Toren die nötige Sicherheit geholt und die Antworten dann auf dem Platz gegeben. Als wir einmal in unserem Rhythmus drin waren, lief der Ball so gut, dass wir uns in einen Rausch gespielt haben. Am Ende so hoch in Sand zu gewinnen, ist nicht selbstverständlich. Deshalb kann ich der Mannschaft nur eine richtig starke Leistung bescheinigen.

SC Sand: Schlüter – Savin, Caldwell (83. Schöppl), Vojtekova, Fiebig – Santos, van Bonn, Prohaska, Arnold – Sehan (74. Norton), Blagojevic (67. Meyer)

VfL Wolfsburg: Schult – Peter, Fischer, Doorsoun, Maritz (72. Wedemeyer) – Neto – Hansen, Harder, Popp, Minde (77. Wolter) – Pajor (77. Jakabfi)

Gelbe Karten: Blagojevic / Hansen

Tore: 0:1 Minde (19.), 0:2 Minde (22.), 0:3 Harder (31.), 0:4 Popp (54.), 0:5 Popp (64.), 0:6 Pajor (70.), 0:7 Jakabfi (79.), 0:8 Jakabfi (82.), 0:9 Hansen (86., FE)

Zuschauer: 1.025 am Sonntagnachmittag im Orsay-Stadion

Schiedsrichterin: Fabienne Michel (Alzey)

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