Ewa Pajor jubelt lautstark mit Svenja Huth.
21.02.2020
Frauen

Nicht aufzuhalten

Die Wölfinnen gewinnen ihr Heimspiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam mit 5:1.

Ewa Pajor jubelt lautstark mit Svenja Huth.

In der FLYERALARM Frauen-Bundesliga bleiben die Frauen des VfL Wolfsburg das Maß aller Dinge: Im ersten Heimspiel des Jahres setzte sich der aktuelle Double-Sieger mit 5:1 (3:1) gegen den 1. FFC Turbine Potsdam durch und festigte damit die Tabellenführung vor den punktgleichen Verfolgern aus Hoffenheim und München. Vor 1.820 Zuschauern im AOK Stadion trafen Doppel-Torschützin Ewa Pajor, Pernille Harder, Alexandra Popp und Zsanett Jakabfi für die Wölfinnen, Lara Prasnikar für die Gäste. Kurz vor dem Pausenpfiff sah Potsdams Johanna Elsig die Gelb-Rote Karte. Wie an allen Bundesliga-Standorten an diesem Wochenende wurde den Opfer der Anschläge von Hanau mit einer Schweigeminute gedacht, darüber hinaus trugen die Spielerinnen beider Teams Trauerflor. 

Rauch für Maritz

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch änderte seine Stammformation im Vergleich zum 5:2-Erfolg bei der TSG 1899 Hoffenheim auf nur einer Position: Für Noelle Maritz rückte Felicitas Rauch auf die linke Abwehrseite.

Pajor mit dem Blitzstart

33 Sekunden nach dem Anpfiff zappelte der Ball bereits zum ersten Mal im Netz der Gäste: Nach Pass der ehemaligen Potsdamerin Svenja Huth erzielte Pajor eines der schnellsten Tore in der grün-weißen Bundesliga-Historie. Was für ein Blitzstart! Und wie reagierte Turbine? Zumindest nicht geschockt. In der vierten Minute kam Sara Agrez nach einer Ecke frei zum Schuss – drüber. Doch wirklich nachhaltig ließen die Wölfinnen ihren Gegner nicht zur Entfaltung kommen. Und dann überschlugen sich die Ereignisse: In der elften Minute erhöhte Harder nach Vorlage von Huth auf 2:0 (11.). Dann profitierte Prasnikar von einem Abspielfehler – nur noch 2:1 für Grün-Weiß (12.). Neue Hoffnung für die Gäste aus Brandenburg? Für zwei Minuten. Dann köpfte Popp nach einer Flanke von Fridolina Rolfö zum 3:1 ein (14.). Vier Tore nach nicht einmal einer Viertelstunde – wer bei diesem Spiel zu spät kam, durfte sich ärgern. Dass es in diesem vogelwilden Stil nicht weitergehen konnte, war dann allerdings auch klar. Tempo- und chancenreich blieb das Geschehen auch nach der spektakulären Anfangsphase, wobei Grün-Weiß nun klar tonangebend war. Insbesondere über die rechte Seite der Wölfinnen ging in dieser Phase immer wieder die Post ab, nur Zählbares blieb erst einmal aus. Die Chance, die Popp nach einem Goeßling-Freistoß vergab, fiel dabei in die Kategorie „Hundertprozentige“ (31.). Die Wölfinnen gingen nun ein wenig zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. Einen Aufreger hielt die Partie vor dem Pausenpfiff aber noch bereit: Nach einem rustikalen Einsteigen gegen Harder sah Elsig zunächst die Gelbe Karte, Sekunden später dann Gelb-Rot. Der Grund für die schnelle Hinausstellung blieb zunächst unklar.

Die Spielerinnen des VfL Wolfsburg jubeln nach einem Treffer.

Joker Jakabfi sticht

Druckvoll starteten die VfL-Frauen in den zweiten Abschnitt: Knapp fünf Minuten waren gespielt, da hatten die grün-weißen Torschützinnen allesamt ihren zweiten Treffer des Tages auf dem Fuß. Insgesamt änderte sich der Charakter des Spiels nun ein wenig, da die Potsdamerinnen in Unterzahl nun mehr in den Modus „Schadensbegrenzung“ schalteten und es den Wölfinnen mit zwei eng gestaffelten Viererketten schwermachten. Chancen erspielte sich der Tabellenführer aber dennoch: In der 60. Minute traf Rolfö die Latte, Popp zielte bei einem 18-Meter-Freistoß knapp drüber (63.). Ein kleines Lebenszeichen der Turbinen sendete Nina Ehegötz, die in der 66. Minute frei vor VfL-Torfrau Hedvig Lindahl auftauchte, den Ball jedoch in den Abendhimmel drosch. Ein Tor für Potsdam hätte unnötigerweise wieder für Spannung gesorgt – und in diesem Wissen agierte der Tabellenfünfte nun mutiger als zuvor. In Gefahr geriet der VfL aber nicht mehr, denn kurz darauf war der Deckel drauf: Nach einer Ecke kam das Leder zu Popp, die mit Übersicht die eingewechselte Jakabfi bediente – 4:1 (80.). Und das war noch nicht der Schlusspunkt: Pia-Sophie Wolter, der nächste Joker, legte für Pajor auf, die ihrem Blitztor einen späten Doppelpack hinzufügte – 5:1 (87.).

„Die Reaktion war klasse!“

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch: Nach dem Sieg in Hoffenheim haben wir gegen ein weiteres Team aus den Top 5 souverän gewonnen und dabei schöne Tore erzielt. Einmal mehr ist es uns gelungen, frühe Tore zu erzielen, was für unser Spiel sehr wichtig ist. Wir hatten während der gesamten ersten Hälfte Kontrolle ausgeübt, aber hier und da auch wieder Chancenwucher betrieben – das, was wir eigentlich abstellen wollten. Toll war, wie wir auf den Gegentreffer, der ein Geschenk war, gleich eine Antwort gefunden haben. Diese Reaktion war klasse! Die Hinausstellung von Johanna Elsig hatte dann auf beiden Seiten einen entscheidenden Einfluss auf das Geschehen. Potsdam hat es gut gemacht und uns wenige Räume angeboten. Gegen Ende haben dann wieder einmal die eingewechselten Spielerinnen für Impulse gesorgt und dazu beigetragen, dass wir noch zwei weitere Treffer erzielt haben. Dies zeigt einmal mehr, dass wir eine extrem starke Bank haben!  
 

VfL Wolfsburg: Lindahl – Wedemeyer, Doorsoun, Goeßling (76. Janssen), Rauch – Engen, Popp – Huth, Harder (68. Jakabfi), Rolfö (84. Wolter) – Pajor

1. FFC Turbine Potsdam: Fischer – Siems, Elsig, Agrez, Gerhardt – Graf, Zadrazil (78. Schmidt) – Ehegötz, Höbinger (46. Mesjasz), Chmielinski (46. Schwalm) – Prasnikar

Tore: 1:0 Pajor (1.), 2:0 Harder (11.), 2:1 Prasnikar (12.), 3:1 Popp (14.), 4:1 Jakabfi (80.), 5:1 Pajor (87.)

Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Bad Zwesten)

Zuschauer: 1.820 am Freitagabend im AOK Stadion

Gelb-Rote Karte: - / Elsig
 


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