06.12.2020
Frauen

Nächste Runde gebucht

Die VfL-Frauen setzen sich im DFB-Pokal-Achtelfinale mit 3:1 gegen den MSV Duisburg durch.

Der Titelverteidiger ist seiner Favoritenrolle im DFB-Pokal-Achtelfinale gerecht geworden: Die Frauen des VfL Wolfsburg besiegten den MSV Duisburg dank Treffer von Dominique Janssen, Karina Saevik und Shanice van de Sanden mit 3:1 (0:1) und stehen damit im Viertelfinale, das am 20./21. März 2021 ausgetragen wird. Wie schon beim 5:2-Erfolg gegen die Zebra-Frauen in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga blieben die Wölfinnen dabei nicht ohne Gegentreffer und mussten sogar einen Pausen-Rückstand drehen. Der Pokal-Erfolg im heimischen AOK Stadion war der Auftakt in die erste von zwei Englischen Wochen im Dezember: Bereits am kommenden Mittwoch, 9. Dezember (Anstoß um 15 Uhr/live auf Wölfe TV), steht das Sechzehntelfinal-Hinspiel in der UEFA Women’s Champions League beim serbischen Meister ZFK Spartak Subotica auf dem Programm.

Mit Abt im Tor

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch baute seine Startformation im Vergleich zum 3:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt auf drei Positionen um: Wie schon in der zweiten Pokal-Runde beim VfL Bochum erhielt Friederike Abt im Tor den Vorzug vor Katarzyna Kiedrzynek. Darüber hinaus spielten Felicitas Rauch und Pia-Sophie Wolter für Kathrin Hendrich und Zsanett Jakabfi von Beginn an.

Überraschender Pausenstand

Die Gäste begannen – wenig überraschend – mit einer äußerst defensiven Ausrichtung, sodass sich die Wölfinnen erneut mit einer gewohnten Disziplin auseinandersetzen mussten: Lücken in eine tiefstehende Abwehr zu reißen. Dies gelang in der Anfangsphase auch einige Male, wobei für Abschlüsse fast ausschließlich Lena Oberdorf zuständig war. In der neunten Minute verfehlte sie den linken Pfosten nur knapp, vier Minuten später lenkte MSV-Keeperin Meike Kämper den Ball zur Ecke. Auch in der 23. Minute war die Sechserin im Strafraum zur Stelle, als sie nach einem nicht leicht zu kontrollierenden Ball von Ingrid Engen abzog. Wenig später traf Fridolina Rolfö das Leder bei einem Kopfballaufsetzer nicht voll. Und dann folgte der erste Angriff der Zebra-Frauen. Genauer gesagt war es eine Einzelaktion von Jorian Baucom, die sich im Laufduell gegen Lena Goeßling und Janssen durchsetzen konnte und dann mangels Alternative aus 22 Metern abschloss. Dass sich der Ball unhaltbar für Abt ins Netz senkte, war dann eher der Kategorie Sonntagsschuss zuzuordnen (27.). Aber das war für den Zwischenstand zweitrangig: Der Underdog führte. Die Antwort hätte Oberdorf geben können, die einen Kopfball an die Latte setzte (37.). Es war die beste Chance zum Ausgleich, doch der fiel in der ersten Hälfte nicht mehr.

Das nächste Traumtor

Zu Beginn des zweiten Abschnitts kam van de Sanden für Wolter in die Partie. Damit verbunden war auch eine taktische Umstellung, wobei Janssen nun ins defensive Mittelfeld rückte. Und Janssen war es auch, die ihr Team zurück ins Spiel brachte: In der 55. Minute zog die Niederländerin aus rund 22 Metern ab, der Ball schlug unhaltbar für Kämper ein – 1:1. Schon wieder ein Traumtor im AOK Stadion – der Hammer von Joelle Wedemeyer im letzten Heimspiel lässt grüßen. Die Redaktion der ARD-Sportschau dürfte einmal mehr einen Treffer der VfL-Frauen sichten, wenn es um das „Tor des Monats Dezember“ geht. Doch das war in diesem Moment zweitrangig, schließlich stand es nach wie vor „nur“ 1:1. Um den Titelverteidiger auf die Siegerstraße zu bringen, war noch mehr nötig. Lange ließ allerdings auch das nicht auf sich warten: Nach einem langen Ball von Svenja Huth setzte sich Saevik durch und tunnelte Kämper – 2:1 (63.). Ein wichtiger Treffer der Norwegerin, der auf der Anzeigetafel zumindest wieder für ein halbwegs gewohntes Bild sorgte. Die Vorentscheidung hätte dann Janssen besorgen können, doch ihr 18-Meter-Freistoß verfehlte den rechten Pfosten knapp (70.). Wenig später hatte die eingewechselte Jakabfi das 3:1 auf dem Fuß, ihr Schuss wurde abgefälscht (72.). Und was machten die Duisburgerinnen? Der Plan, so etwas wie eine Schlussoffensive zu starten, war durchaus erkennbar. Allerdings ließ Grün-Weiß kaum noch etwas zu. Im Gegenteil: Mit der einen oder anderen Kontersituation hätten die VfL-Frauen den Hoffnungen der Zebra-Frauen auch vorzeitig den Stecker ziehen können. Das machte dann van de Sanden in der Nachspielzeit, die den 3:1-Endstand kurz vor dem Abpfiff markierte – Der Viertelfinal-Einzug der VfL-Frauen war somit unter Dach und Fach.

„Reife Leistung“

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch: Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass ich auch ein 1:0 nehmen würde. Nun ist es zwar kein 1:0 geworden – aber ich wollte damit sagen, dass es für uns nur darum ging, eine Runde weiterzukommen. Das ist im Pokal nun einmal das Wichtigste – und das haben wir geschafft. Wir haben nicht erwartet, dass Duisburg nahezu über das gesamte Spiel so tief steht. Es hätte nur noch gefehlt, dass sie mit allen zehn Feldspielerinnen im eigenen Strafraum gestanden hätten. Die einzige Spitze stand ja 20 Meter vor dem eigenen Tor. Dadurch hatten wir heute kaum Räume, die wir bespielen konnten. Und dann ist es fast schon sensationell, wenn ein Team mit der einzigen Chance im ganzen Spiel in Führung geht. Klar war der Druck dann noch etwas größer. Daher muss ich der Mannschaft auch ein großes Kompliment für eine reife Leistung aussprechen. Sie ist ruhig geblieben, hat nicht den Faden verloren und weiter versucht, das Tempo hochzuhalten. In der Pause haben wir ein paar Dinge angesprochen, die die Mannschaft super umgesetzt hat. Letztlich lag es auch heute wieder daran, dass wir zu wenig aus unseren Chancen gemacht haben. Wir mussten insgesamt viel investieren und das hat auch Kraft gekostet. Unter dem Strich war der Sieg aber hochverdient. Die Mannschaft hat Moral gezeigt, wir sind eine Runde weiter. Das nehmen wir mit!

VfL Wolfsburg: Abt – Wedemeyer, Goeßling, Janssen, Rauch – Engen, Oberdorf – Wolter (46. van de Sanden), Huth (90. Cordes), Rolfö (67. Jakabfi) – Saevik (80. Dickenmann)

MSV Duisburg: Kämper – Halverkamps, Fürst, Hilbrands, Debitzki, Hochstein (89. Angerer) – Morina, Maierhofer, Cin (80. O’Riordan), Lange – Baucom

Tore: 0:1 Baucom (27.), 1:1 Janssen (55.), 2:1 Saevik (63.), 3:1 van de Sanden (90.+2)

Schiedsrichterin: Mirka Derlin (Bad Schwartau)

Wölfe TV: Alle Tore und Highlights

Wölfe TV: Das Spiel in voller Länge


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